Laura, 4.8.2012

Livet som ein utviklingsstudent i Noreg –

Das Leben als Austauschschüler in Norwegen

Liebe MRN,

ich bin wieder im Lande! Nach 10,5 Monaten habe ich am 30.Juni zum ersten Mal wieder deutschen Boden betreten, und konnte meine Familie und Freunde endlich wieder einmal in die Arme nehmen. Ein paar Tage zuvor musste ich jedoch Abschied nehmen, was viel schwieriger als erwartet ausfiel.

Ende Juni bekamen wir von der Schulleitung aufgrund der mündlichen Examen spontan vorgezogene Ferien. Das Genießen der letzten Schultage und das Zusammensein mit all meinen Freunden wurde mir also durch die vorgezogenen Ferien wirklich versaut, und ich hatte plötzlich nur noch an einem einem letzten Schultag Zeit, mich von allen zu verabschieden. Und das war heftigst! Die ganze Schule versammelte sich im Opernhaus und es wurde gesungen, gelacht und Reden gehalten. Der Schulleiter hielt im Auftrag der Lehrer eine Rede, der Bürgermeister für die Eltern und für die Gemeinde und für die Schüler kamen die Schülersprecherin Hege und ich zum Wort.

Meine Rede am letzten Schultag

Ich bedankte mich bei allen, erzählte kurz über meinen ersten Schultag und die Zeit an der Eid vidaregaande skule und forderte natürlich alle auf, zu uns in die MRN zu kommen. Es war ein sehr emotionaler Augenblick, und nicht nur ich musste fast weinen, sondern auch ein paar meiner Freunde und Lehrer. Der musikalische Teil wurde von unserer Musicalgruppe mit dem Lied „One day more“ abgeschlossen, was mich dann wirklich zum Weinen brachte. Draußen im Foyer warteten dann ganz viele Leute auf mich, die auf meine Norwegen-Flagge und in mein kleines Abschiedsbuch schreiben wollten. Es war wirklich schön noch einmal alle zu sehen, und sich richtig verabschieden zu können.
Nach vielen Tränen ging ich heim und packte meine Sachen, denn schon am Nachmittag ging es auf Mädchen-Tour in die Berge.

Mit den Maedels unterwegs

Die Tour war ein Geschenk meiner Mädels und es war einfach nur unglaublich toll! Elf meiner Freunde trafen sich auf einer Hütte mitten in den Bergen in der Nähe eines Gletschers und wir verbrachten drei wundervolle letzte Tage miteinander. Wir wanderten, spielten zusammen, kochten, machten viele Bilder, schwammen im See und feierten natürlich! Ein besseres Geschenk und eine bessere Erinnerung an meine letzten Tage in Norwegen gibt es nicht, und ich bin so froh, dass ich so tolle Freunde gefunden haben. Diese Freundschaften sind etwas für die Ewigkeit, und das macht mich glücklich und stolz.

Abendessen mit meinen Freunden

Am Wochenende darauf war es ‚Jonsok‘ (auch ‚Sankthans‘), das in Deutschland wahrscheinlich eher unter der ‚Mittsommernacht‘  bekannt ist. Gefeiert wird der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres, da die Sonne den nördlichsten Punkt ihrer Umlaufbahn erreicht. Der kalendarische Sommeranfang wird markiert. Traditonell wird ein riesiges Feuer gemacht und gesungen und getanzt. Wir haben das Singen und Tanzen jedoch ausgelassen, und haben stattdessen selbstgemachte Pizza und Brot gemacht!

Das große Mittsomerfeuer

An meinem letzten Sonntag in Norwegen kam mein Gastbruder Harald aus Oslo angereist. Nachdem ich meine Sachen halbwegs gepackt hatte, fuhren wir spontan an einen Fjord um dort noch ein letztes Mal baden gehen zu können. Es war einfach schön und nachdem wir heimkamen, hat mein norwegischer Papa noch einmal sehr gutes Essen gemacht. Es war wirklich ein toller Tag!

Montags war dann mein kleines Abschiedsgrillen mit meinen wichtigsten Freunden. Auch das war ein wunderbarer Abend, aber auch sehr sehr traurig. Jeder hatte etwas mitgenommen, dass mich an meine Zeit in Norwegen oder an meine Freunde erinnern sollte: Fotos, ein selbstgemachtes Fotoalbum, ein Abenteuerbuch, die Sonnenbrille einer Freundin, das Bikinoberteil einer Freundin, Tee, Brunost, eine Kette, eine Collage, Videos,… Ich war einfach nur gerührt. Wir saßen noch ein letztes Mal zusammen, wie wir es so oft getan hatten, was wirklich wirklich toll war. Ein perfekter Abschluss mit den wichtigsten Personen meines Jahres.

Am nächsten Tag standen nur noch ein paar kleine Erledigungen, bevor ich eigentlich abends von meinem Gastpapa zum Bus gefahren werden sollte, der mich zu einer Freundin in Förde bringen sollte. Spontan fuhr er mich aber dann selbst die 2,5h, doch zuvor verabschiedete ich mich noch einmal bei meinen Freunden, die alle an der Bushaltestelle auf mich warteten. Eine Freundin brachte sogar mein Lieblingsgebäck, Svele, mit. Der Abschied war hart und sehr kurz, da ich es wohl anders nicht wirklich hinbekommen hätte. Irgendwann verabschiedete ich mich dann auch noch von meinem Gastpapa. Abschiede sind echt blöd, um alles einfach mal zusammenzufassen.

Am nächsten Morgen ging es weiter zum letzten AFS Camp in Haugesund (Südnorwegen), in dem die Stimmung wirklich nicht die beste war. Wir grillten, erzählten, schauten Fußball EM und erkundeten die Gegend. Zwei Tage später ging es dann mit dem Bus weiter zum Flughafen-Hotel in Oslo. Eine letzte Nacht mit vielen anderen Austauschschülern erwartete uns, und natürlich waren alle viel zu aufgeregt, um zu schlafen. Wir erzählten, erzählten, erzählten, feierten ein wenig, waren in der Sauna, joggten, und und und… Was man alles so in einer Nacht machen kann!

Um vier Uhr morgens machten wir uns dann auf den Weg zum Flughafen, an dem 150 andere Austauschschüler versammelt waren. Es war unglaublich! Noch einmal trösteten wir uns gegenseitig, schlossen alte Freunde in die Arme und verabschiedeten uns ein weiteres Mal, denn mittags um 13 Uhr wurde es dann ernst. Wir 18 Deutsche traten unsere Heimreise an. Unser Auslandsjahr in Norwegen war offiziell vorüber. Und wieder gab es Tränen.

Mit meinem Empfangskomitee

Wenn man dann aber von einem wunderbaren Empfangskomitee, bestehend aus Familie und Freunden, empfangen wird, gerät der vor wenigen Stunden geschehene schwierigste Teil ein wenig in Vergessenheit. Es war soooo schön, endlich wieder alle in die Arme nehmen zu können, Deutsch zu reden, deutsches Essen zu essen, und einfach nur in Deutschland zu sein!

Willkommensparty...

Und jetzt bin ich schon wieder seit einem Monat in Deutschland, meinem Heimatland. Und bald geht es zum Glück auch wieder nach Norwegen, meinem Heimatland. Meine Familie besteht aus einem norwegischen und einem deutschen Teil. Ich habe noch mehr Freunde gefunden, in Deutschland, in Norwegen und in der ganzen Welt. Durch den Nordfjord-Dialekt, den ich spreche, vermutet niemand, dass ich eigentlich gar keine Norwegerin bin.

Zurück in Deutschland

Ich bin an schlechten und guten Erlebnissen gewachsen und habe so viel über das Leben, Menschen und mich selbst dazu gelernt. Mein Jahr in Norwegen war unglaublich toll und ich habe dort so viele unterschiedliche Kulturen kennengelernt, die mich neugierig auf die Welt machen. Eine Austauschschülerin werde ich nun mein ganzes Leben sein! Ich hoffe, dass noch viele andere junge Menschen die Chance ergreifen, ein Jahr im Ausland zu verbringen, und dadurch Dinge erleben, die ihr Leben verändert und ihre Zukunft prägen wird.

Mein Dank gilt besonders der MRN, SAP, AFS und natürlich meiner Familie und meinen Freunden. Durch euch wurde mein Traum wahr, und ihr habt mich immer unterstützt und mir geholfen, danke!!

Ich wünsche auch den neuen Botschaftern viel Glück und 10 wunderbare Monate mit vielen verschiedenen Erlebnissen. Ich freue mich bald eure Berichte lesen zu können, und vielleicht ein paar Dejavus zu erleben ;-) !

Das war es also nun von mir. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, während meines Jahres hier für euch zu berichten und ich hoffe, dass es auch in Zukunft etwas für uns (Ex-)Botschafter zu tun geben wird!

Viele Grüße aus Lustadt an die gesamte MRN,

eure Laura!

Veröffentlicht unter Laura Vollmer | Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>