Simon, 23.1.2012

Liebe Metropolregion,

Nun ist schon wieder ein ganzer Monat vergangen, in dem ich mich nicht gemeldet habe. So habe ich jetzt wieder einiges zu berichten!

Steppe im Staat Rajasthan

Über Weihnachten fuhr ich mit meinen Gasteltern in den Nachbarstaat Rajasthaqn. Rajasthan hat eine eindrucksvolle Landschaft aufzuweisen, die in erster Linie von Wüste und Bergen geprägt ist.

In der Nähe der Stadt Udaipur befand sich ein recht berühmter Tempel von Lord Krishna, den wir besuchten. Kaum jemand wird sich vorstellen können, wie viele Menschen dicht gedrängt vor diesem Tempel anstanden, um darauf zu warten, dass das Eingangstor geöffnet wird. Sobald dies geschah, schob sich diese Menschenmenge so schnell es möglich war durch dieses Tor, um im nächsten Raum einen Blick auf die Statue von Lord Krishna zu erhaschen, bevor man nach einer Minute wieder herausgeschickt wurde. Für mich, der sich mitten in der Menge befand, war das ein höchst eindrucksvolles Erlebnis!

Von November bis Februar ist in Ahmedabad Winter, was für Europäer aber nicht viel heißen würde, denn die Temperaturen variieren selbst in dieser Zeit nur zwischen 25° C tagsüber und 10° C in der Nacht.

...Zugabteil auf der Fahrt nach Jammu

Vom 7. bis zum 13. Januar stand dann mit AFS eine Reise in den Bundesstaat Jammu & Kashmir an. 13 Austauschschüler und 6 Betreuer nahmen daran teil. Allein die Zugfahrt von Ahmedabad nach Jammu betrug über 30 Stunden, wir fuhren in der normalen Klasse. Übrigens ist es in Indien absolut üblich, jeglichen Müll während der Zugfahrt einfach aus dem Fenster zu schmeißen!

Von Jammu fuhren wir dann mit dem Bus nach Katra, wo die Ausläufer des Himalaya Gebirges beginnen. Dort übernachteten wir in einem Hotel. Katra ist eine “heilige” Stadt, dass heißt sämtliche Fisch- und Fleischprodukte, sowie Zwiebeln, Knoblauch und Alkohol sind in der ganzen Stadt verboten, weil jene nach dem Glauben der Vaishno (eine religiöse Gruppierung, die zum Hinduismus gehört) nicht konsumiert werden dürfen.

Affen, die sich ueberall auf dem Weg aufhalten...

Am nächsten Morgen stand dann das Highlight an: Wir unternahmen eine 14km lange Pilgerwanderung hoch zum Vaishno Devi Tempel. Der ganze Weg hinauf ist reich bewandert. Außerdem “lauerten” überall entlang des Weges eine große Anzahl von Affen, die sich wohl von den weggeworfenen Essensresten der Wanderer ernähren. Nach ¾ der Strecke war der Weg dann reichlich mit Schnee bedeckt und die Sicht auf die Berge des Himalaya-Gebirges wurde immer atemberaubender.

...kurz vor dem Aufstieg nach Vaishno Devi

Kurz vor dem Tempel mussten wir jedoch, wie es sich nach hinduistischer Tradition gehört, unsere Schuhe ausziehen und das letzte Stück bei -4C und 50cm Schnee barfuß zum Tempel laufen, welcher sich wunderschön gelegen in einem Bergfelsen befand. Die ganze Anlage von Vaishno Devi gehoert zur Gottheit “Shri Mata Di”, weshalb man sich stets mit der Grußformel “Jay Mata Di” grüßte.

...oben auf dem Berg

Am Nachmittag wanderten wir dann wieder zurück ins Tal, gegen 8 Uhr abends kamen wir dort an. Am nächsten Tag war dann Sightseeing angesagt. So fuhren wir dann mit dem Bus über kurvige Straßen an den Berghängen entlang, um während der Fahrt den atemberaubenden Anblick des Hochgebirges auf uns einwirken zu lassen.

Nach einer wunderschönen Woche in Jammu & Kashmir kehrten wir dann am 13. Januar wieder nach Ahmedabad zurück, um das Drachenfest “Uttrayan” zu erleben, welches jedes Jahr am 14. und 15. Januar stattfindet. Während dieser zwei Tage befindet sich in Ahmedabad jeder – wirklich jeder – auf seiner Dachterrasse und lässt Drachen steigen. Es ist einfach absolut unglaublich, so viele Drachen auf einmal in der Luft zu sehen!

...beim Drachensteigen waehrend Uttrayan

Auch wenn es für mich nicht ganz einfach war zu lernen, wie man so einen Drachen fliegt, habe auch ich diese beiden Tage sehr genossen! Sobald die Sonne untergeht, lässt man dann auch kleine, leuchtende Heißluftballons aus Papier steigen. Das Panoramabild ist wirklich sehr beeindruckend…

Ein paar Impressionen davon gibt es auch hier

Das war`s von mir erst einmal wieder

Grüße aus Indien sendet

Simon Bolz

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3 Antworten auf Simon, 23.1.2012

  1. Katrin Lischke sagt:

    Hallo Simon,
    das sind ja tolle Erlebnisse, die du hier beschreibst! Ich schaue jeden Monat mehrfach nach, ob es wieder einen Bericht von dir gibt, um zu lesen, was du wieder erlebt hast.
    Übrigens, das Bild vom Zugabteil hat mich sehr an meine tagelangen Zugfahrten in Russland erinnert!
    Also weiterhin viel Spaß, freue mich auf deinen nächsten Bericht und liebe Grüße aus dem tiefgefrorenen Deutschland,
    Katrin

  2. wladhd sagt:

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