28.2.2019

Bericht #4 – Mein Februar in Guilford, CT…

Hallo Leute, 

Der Februar ist ein ziemlich kurzer Monat für mich gewesen, es ist immer noch kalt und dunkel draußen und viel Schnee hatten wir auch nicht, ich warte ja immer noch auf eine Woche Schneesturm und Schulausfall, aber davon kann ich wahrscheinlich nur noch weiter träumen.

Das Wetter hier ist momentan super kalt und es fühlt sich wirklich an, als würde es nie enden. Es wird dunkel, wenn ich nach Hause komme vom Training um 16.30 und morgens ist es auch noch dunkel auf dem Weg zur Schule. Das kann einen auf die Dauer echt runter bringen vor allem, weil ich hier nie an der frischen Luft bin. Die einzige Zeit, in der ich draußen bin, ist der Weg vom Haus ins Auto und vom Auto zur Schule. Das war zu Hause in Deutschland sehr anders, ich war jeden Tag mit meinem Hund draußen und bin sogar im Winter mit dem Rad zur Schule gefahren.

Am Wochenende waren ich und meine Freunde am Strand und das Meer war wirklich eingefroren, richtig weit rein. An dem Tag hatte es knappe -20 Grad draußen, es war echt nicht auszuhalten. Umso mehr freue ich mich aber auf den Sommer, wenn man an den wunderschönen Stränden und Seen in unserer Stadt schwimmen gehen kann, wie am Anfang meines Auslandsjahres...

Die amerikanischen Schulen rufen immer „Snowdays“ aus, wenn zu viel Schnee auf den Straßen liegt oder Glatteis ist, dann fällt Schule aus und auch zur Arbeit geht fast keiner an diesen Tagen. Manchmal bekommen wir einen „Delay“, das heißt wir kommen 2 Stunden später in die Schule bis der Schnee oder das Eis geschmolzen oder weg geschaufelt wurde. Daran sieht man, wie sehr hier alles auf das Transportmittel Auto fixiert ist, und die Leute kaum eine andere Möglichkeit haben sich fortzubewegen.

Aber wir Schüler lieben diese Tage natürlich, kein Zweifel, außer dass die „Snowdays“, wenn da mehr als 4 im Jahr auftauchen, hinterher ans Jahr drangehängt werden und die Schüler später in die Sommerferien kommen, was meiner Meinung nach keinen großen Unterschied macht, weil die Sommerferien hier sowieso ultra lang sind, aber die Schüler hier finden das oft gar nicht so toll.
 

Naja, jedenfalls habe ich als Wintersport das Fencing, also Fechten angefangen. Das kam durch meinen Gastbruder, der letztes Jahr die „State Championships“ für Connecticut High School Fencer gewonnen hat. Im Herbst spielte ich ja noch Volleyball und wollte danach eigentlich Basketball machen, aber nach einer sehr anstrengenden Saison entschloss ich mich, mal etwas ganz Neues ausprobieren, mit komplett neuen und anderen Leuten, was ich echt bis jetzt noch nicht bereit habe.

Fechten ist echt ein komplett anderer Sport, sehr interessant, sehr anders zu den Sportarten die ich bisher gemacht habe. Wir haben jeden Tag sehr intensives Training mit 3 gut ausgebildeten Coaches, die für die 3 verschiedenen „Weapons“ also Schwerter verantwortlich sind. Ich bin in der „Women Epée Squad“, Epée ist der Degen. 2 mal die Woche haben wir „Meets“, wo unsere Teams gegen andere Schulen antreten. Samstags haben wir dann meistens größere Turniere und jeden Samstag Abend „Pasta Partys“, die immer bei jemandem vom Team stattfinden und meist das ganze Team (50 Leute) kommen, Pasta essen usw., die gehen meist ziemlich lange. Samstags sind immer lange Tage, beginnen meistens sogar so früh wie Schulmorgen, um 6... Da unser Guilford High School Fencing Team die letzten 3 Jahre schon die Fencing State Championships hintereinander gewonnen haben, trainierten wir die ganze Saison für unseren erneuten Sieg, den wir letzte Woche gemeistert haben!!

Während der Saison habe ich an den großen „Novis State Championships“ für Damen Degen Fechterinnen teilgenommen, den Meisterschaften für alle Beginner in Connecticut, wo ich den 2. Platz gemacht habe - ich war im Finale mit meiner besten Freundin, die mich letzten Endes leider geschlagen hat - naja, es war auf jeden Fall eine Erfahrung!!

Die Saison ist jetzt vorüber, was ich im Frühling sportlich machen werde, weiß ich noch gar nicht genau... 

Ich hoffe in der MRN steht noch alles!

Eure Leandra:)