22.4.2019

Bericht #6 – Ausflug nach D.C.

Diesmal erzähle ich euch von unserem Abstecher in die US-Hauptstadt. Nach 6 Stunden Autofahrt kamen wir endlich in der wahrscheinlich schönsten Gegend Washingtons an: schwitzend, aber singend und aufgeregt. Genau genommen gehörte der Stadtteil gar nicht zur City sondern zur Stadt Bethesda im Staat Maryland. 

Als wir in die Straße einbogen, kamen uns schon einige Jogger entgegen, die diesen wunderschönen Tag nutzten, um bei den fast 25 Grad die Sonne zu genießen. Viele Leute waren draußen in dieser unheimlich teuren Nachbarschaft, was für mich sehr ungewohnt war, da ich seit Monaten gefühlt keine Leute mehr außerhalb ihren Häusern gesehen habe, in der kleinen, vom Winter wie ausgesaugten Stadt in Connecticut, wo ich leider nicht mal in einer richtigen Nachbarschaft lebe. Die kräftigen Farben der Blumen, das Grün der Wiesen, die Blätter der Büsche und Bäume überschwemmten uns von allen Seiten, der Frühling war hier definitiv angekommen. 

Das Lachen der Kinder des Nachbarhauses und das leise Plätschern des Baches, das durch die offenen Fenster des Wintergartens von dem leichten Wind hinein geweht wurden, machten unseren selbst gemachten Salat, die Früchte und all das gute Essen, das die Freundin meiner Gastmutter für uns zum Ankommen vorbereitet hatte, umso geschmackvoller und das leise Kribbeln im Bauch Freude, den harten Winter endlich hinter sich lassen zu können, machte sich auf einmal in einem breit, welches sich durch die langen kalten und gefühlt unendlichen Wintertage im grauen Guilford Connecticut leicht verstecken konnte.

Nachdem wir alle in T-Shirts und Shorts gewechselt und uns mit Sonnencreme eingecremt hatten, machten wir uns dann auf den Weg in die City. An den unzähligen Botschaften vorbei, die natürlich hier in der Hauptstadt Amerikas repräsentiert und vertreten werden, erklärte uns Melanie, die Freundin meiner Gastmutter bei der wir über Nacht bleiben würden einiges über die Veranstaltungen, die hier sogar für Kinder in all den verschiedenen Botschaften angeboten werden. 

Jedes Jahr im Mai findet hier beispielsweise ein vierwöchiges Festival statt, das sich "Passport D.C" nennt und die „blühenden internationalen Kultur von Washington DC" würdigt. Es gibt Leuten die Möglichkeit, Einblicke in die „Embassies“ zu bekommen und Programme mitzumachen, mit Musik, Essen und vielem zu entdecken.

Im Stadtzentrum von Washington D.C. angekommen, liefen wir zunächst durch einen großen Park auf das Lincoln Memorial zu. In dem zwischen 1915 und 1922 erbauten Denkmal zu Ehren Abraham Lincolns, dem 16. Präsidenten der USA, steht eine riesige Lincoln Statue und die 50 Staaten Amerikas sind in den Stein gemeißelt. Vor diesem historisch hoch relevanten Gebäude wurde unter anderem die berühmte Rede „I have a Dream” von Martin Luther King gehalten, die im August 1963 beim “March on Washington for Jobs and Freedom” für die aktuelle Forderung der Gleichstellung der Afroamerikanern, vor 250.000 Menschen auf dem Lincoln Memorial Platz stattfand. 

An einem solch historischen und weltbekannten Ort waren dementsprechend natürlich Unmengen an Touristen. Auch wenn die Mehrheit zu Fuß unterwegs war, fielen einem die unzähligen “City-Scooters” gleich ins Auge. Die standen einfach überall rum und man konnte sie mit einer App aktivieren.

Der Menschenmenge folgend, durch die belebte Baumallee am Vietnam Memorial vorbei, liefen wir die lange, grasige “National Mall” runter, welche der englische Ausdruck des Nationalparks ist. Sie verbindet all die umliegenden ikonischen Monumente mit nationaler Bedeutung, die gleichzeitig die größten touristischen Attraktionen sind, wie zum Beispiel das White House, Lincoln Memorial, aber auch das World War 2 Memorial, welches wir besichtigten. Dieses Denkmal würdigt die 16 Millionen Amerikaner, die im Zweiten Weltkriegs dienten, wovon 400.000 gefallen sind.

Von all dem Laufen - und hinterher Scooterfahren (nachdem wir endlich aufgeladene Roller gefunden hatten) - wurde ich hungrig. Da sowieso an jeder Ecke Hot Dog Stände zu sehen waren, probierte ich einmal den typisch Washingtoner “Corn Dog”, welcher jedoch sofort auf meiner Liste der schlechtesten Dingen, die ich je in den United States gegessen habe, landete. 

Am Ende des Tages sind wir in ein spanisches Restaurant gegangen und haben die besten Tapas gegessen und anschließend hatten wir Icecream Rolls, was ein thailändischer Eiscreme Trend ist der immer populärer wird. 

Washington war eine sehr interessante Erfahrung, es hat mir gut gefallen und ich möchte auf jeden Fall wiederkommen, denn ein halber Tag ist auf jeden Fall zu kurz um die Stadt zu besichtigen. 

Und nun, auf nach North Carolina, wo wir die Woche über am Strand verbringen werden und worüber ich im nächsten Blog berichten werde! 

Schönen Frühlingsanfang, liebe Metropolregion Rhein-Neckar!

Eure Leandra