12.5.2016

Bericht #7

HOWDY people of MRN

SWEET SIXTEEN

Das war nicht nur mein längster Geburtstag ever, sondern auch der besonderste und unvergesslichste, da ich in Amerika 16 Jahre alt wurde und das mit meinen beiden Gastfamilien und meinen Freunden feiern durfte. Durch die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Texas hatte ich dieses Jahr genau genommen sogar 24 plus 7 Stunden Geburtstag!  J

Am Abend zuvor, als es in Deutschland bereits Nacht war, sind meine Familie und Freunde in Deutschland extra wach geblieben, um mit mir in den Geburtstag rein zu feiern. Das war echt schön, zumal man am Geburtstag ja seine Familie nochmal mehr vermisst, wenn sie nicht da ist!

WESTERN DANCING

Nach dem Skypen holte meine Gastmom aus meiner 1. Gastfamilie mich ab, um mit mir in die bekannte Westernbar “Billy Bob‘s” in Dallas zu gehen. Passend zum Anlass trugen wir beide unsere Cowboy-Boots und festliche Westernklamotten. Das Gebäude, in dem das Western-Tanzen jedes Wochenende stattfindet, war sehr gross. Links vom Eingang lag ein Rodeo-Gelände, bei dem wir leider gerade die Show verpasst hatten.

Überall wo ich hinsah, streiften Lichter von Bars und Glücksspielautomaten meine Augen. Im mittleren und hinteren Bereich gab es zwei Tanzflächen, umrahmt von Tischen und Bars, die für Zuschauer oder kleine Tanzpausen perfekt waren. Auf den beiden Bühnen, die sich jeweils vor den Tanzflächen befanden, spielten Bands mit Begeisterung ihre Westernmusik. Kaum stand ich 5 Minuten neben der Tanzfläche und schaute mir die Leute an, die mit ihren Boots wie wild im Takt Schritte tanzten, drehte sich ein Gruppe von Mädels in meinem Alter um und fiel mir mit einem “Anny, what are YOU doing here?” um den Hals.

Ich konnte gar nicht glauben, dass ich hier gerade ein paar Freunden von unserer Jugendgruppe „Young Life“ begegnet war. Was für ein Zufall! Sie zogen mich gleich auf die Tanzfläche und zeigten mir die Grundschritte, die ich mir schnell merken konnte und dann so viel Spass beim Tanzen hatte! Spät am Abend wurde ich wieder nach Hause gebracht; gerade rechtzeitig, um nach dem vielen Spaß nicht im Auto einzuschlafen.

Am nächsten Morgen, meinem eigentlichen Geburtstag, gab es 2 Boxen mit vielen verschiedenen Donuts. Eine Tradition, die meine Gastfamilie bei jedem Geburtstag pflegt. Es gab Donuts mit Schokolade, mit Füllung, mit Blaubeeren, mit Zuckerglasur, kleine “Donut Holes” und Kolaches – kleine, mit Wurst gefüllte, Brötchen. Nach dem sonntäglichen Gottesdienstbesuch machte ich mit meinen Gasteltern einen Spaziergang in einem Park, da wir super traumhaftes Wetter ohne eine einzige Wolke am Himmel hatten.

Zum Abendessen hatte ich mir Lasagne gewünscht, die meine Gastfamilie und ich gemeinsam verspeisten. Da meine Gastmom es liebt zu backen, wollte sie mir unbedingt meine Lieblingstorte, eine Marzipan-Torte machen, die es an meinem Geburtstag in Deutschland immer gibt. Obwohl sie noch nie zuvor etwas mit Marzipan gemacht hatte, ist ihr die Torte richtig gut gelungen!

Mit drei deutschen AFS-Freundinnen feierte ich eine Woche später nochmal im Freizeitpark “Six Flags”. Meine AFS-Freunde sind zu richtig guten Wegbegleitern geworden, vor allem, weil wir irgendwie alle dasselbe teilen und uns über unsere Erlebnisse im Ausland so austauschen können, wie andere es nicht verstehen würden. Der Tag in dem Funpark mit meinen Freundinnen war echt sehr gut.
 

BIEBER-FIEBER

Der Teenstar schlechthin, dessen Name mit am häufigsten gegoogelt wird und dessen Songs man an jeder Ecke hört – Justin Bieber - kam im April zu uns nach Dallas, ins “American Airlines”-Stadion. Ich bin mir sicher, dass es noch nie so voll war, wie an diesem Abend!

Eine Freundin und ihre Familie nahmen mich und noch eine andere Schulkameradin mit zum Konzert. Da der Vater der Freundin für die Promotion von Justin Bieber CDs arbeitet, bekamen wir für das Konzert kostenlose VIP-Tickets. Bevor es richtig losging, durften wir in den Backstage-Bereich, in dem es drei Buffets gab, man Fotos mit Papp-Justin Bieber-Aufstellern machen konnte und laute Musik den ganzen Raum füllte.

Unglaublich cool und einmalig war, als Justin plötzlich in der Sporthalle nebenan, die unseren Raum nur durch Glasfenster trennte, mit seinen Kumpels einfach mal so Basketball spielte und das auch noch echt gut! Schnell standen dann mehrere Fans, so 20 ungefähr, dabei auch meine Freundinnen und ich, aufgeregt vor den Glasscheiben. Und ja – Justin hat uns dann auch noch locker zugewinkt! Das war echt alles wie in einem Traum! Schon bald mussten wir dann in die Konzerthalle, um unsere Plätze einzunehmen.

Wir saßen gegenüber der Bühne, am anderen Ende der Halle auf einer sehr hohen Empore. Wegen der Höhe hatte unsere Sitzreihe auch den Namen “nose bleeds”, da einem dort oben schon schnell mal schwindelig werden kann! Bei den Liedern haben wir dann natürlich kräftig mitgesungen und gejubelt. Justin Bieber hat wie immer viel getanzt, gesungen, Gitarre und sogar Schlagzeug gespielt und sein Konzert wortwörtlich gerockt! Alles in allem war es ein unvergesslicher Abend und ich bin so glücklich, dass ich die Chance hatte, das zu erleben.

PROM – A NIGHT TO REMEMBER

Shopping, Prom Dates, mehr Shopping, Haare, Nägel und Make-up machen lassen, Prom King und Queen wählen, tanzen, singen…. ganz viel Getratsche - vor allem unter Mädels – schon Wochen im Vorfeld des großen Abschlussballs, dem Prom, dem größten Event an amerikanischen Highschools.

Ehrlich gesagt, wollte ich am Anfang gar nicht unbedingt zum Prom! Aber eine Freundin, Lea, von AFS, die auf eine andere Highschool, in der Nähe geht, hat mich dann überredet, doch mit ihr und noch einer anderen Austauschschülerin, Emilie aus Norwegen, auf den Prom ihrer Schule zu gehen. Und ich muss schon zugeben, dass der Abend viel mehr Spass machte, als ich eigentlich gedacht hatte.

Ein paar Freunde von meiner Jugendgruppe, hatten sich angeboten, meine Frisur und das Make-up zu machen. Und nach einer Stunde stand ich in meinem schicken Ballkleid, das mir eine Freundin aus meiner Schule geliehen hatte, fertig vor meinem Haus, vor dem wir noch schnell ein paar Fotos machten, bevor es dann mit Lea und Emilie zu den eigentlichen Fotoshoots ging. Diese haben unsere Mütter in der Natur und auf einer roten Brücke gemacht. Das Wetter war perfekt dafür und es war lustig, mit meinen Freundinnen in unseren eleganten Kleidern und Highheels herumzuposen! Kurz darauf gingen wir zum Dinner in ein italienisches Restaurant und schließlich zur Ball-Party.

Inmitten einer großen Grünfläche erstrahlte eine herrliche weiße Villa mit einem Springbrunnen davor, um den sich ein Rundgang für die Autos legte. Dort fuhren an diesem Abend viele Limousinen vor, aus denen junge Erwachsene, die wie Hollywood Stars aussahen, ausstiegen. Das war echt exklusiv und schon fast ein bisschen klischeehaft. Drinnen spielte laute Musik. Es gab einen großen Raum, in dem sich mehrere geschmückte Tische befanden und in dem wir später auch tanzten. Offiziell ging die Feier von 20 – 24 Uhr, aber die meisten kamen erst so um 21:30 Uhr und blieben nur bis 23 Uhr. Ein DJ legte für uns Musik auf und mit der Zeit wurde die Tanzfläche immer voller. Zwischendurch wurden Prom King und Queen bekannt gegeben, aber das war gar nicht so besonders, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ihre Namen wurden über das Mikrofon verkündet, dann gab es einen Applaus und die beiden haben jeweils eine Krone bekommen. Anschließend hat jeder direkt einfach normal weiter getanzt. Ich werde mich bestimmt noch lange an den Prom erinnern! Es war ein typisches Highlight eines amerikanischen Highschool-Jahres.

Bald sind schon Sommerferien…

In der Schule kommen bald die Final Exams und letzte Tests stehen an. Es sind jetzt nur noch 4 Wochen und dann haben wir schon Sommerferien! Ich frage mich nach wie vor, wie die Zeit nur so schnell vergehen kann?!... Kommenden Donnerstag ist dann noch die Spring Show an unserer Schule, in der Tänzer und Sänger performen werden. Auch meine Tanzklasse wird einen Tanz aufführen.

Ansonsten werde ich noch in mehreren Klassen die MRN-Präsentation halten. Young Life, die Jugendgruppe, die eine große Rolle in meinem Austauschjahr spielt, ist leider für dieses Semester schon zu Ende gegangen, was auch mit vielen Tränen verbunden war. In meinen YL-Freunden habe ich auch sowas wie eine zweite Familie gefunden, die ich nie vergessen werde! Das Gefühl von Abschied und Ende des Jahres rückt näher, aber ich genieße jeden Augenblick und bin dankbar für alles, was ich hier erleben darf! Na dann, bis zum nächsten Mal.

Best regards from your half-western ambassador, Ann-Christin