20.4.2016

Bericht #4

Howdy MRN!

Wie versprochen erfahrt ihr heute, wie ich meine Frühlingsferien (Spring Break) verbracht habe. Das war ganz schön aufregend! Wir haben nämlich einen spontanen Trip nach New York gemacht. Am Freitag vor den Ferien war die Schule früher zu ende, weil Präsident Barack Obama nach Austin kam. Dafür mussten einige Straßen gesperrt werden und somit hätten wir später nicht mehr nach Hause fahren können. Präsident Obama war da, um die South by Southwest Technikmesse zu besuchen.

Meine Gastfamilie und ich machten uns also am frühen Nachmittag auf zum Flughafen. Nach Sicherheitskontrollen und Boarding konnte ich von meinem Fenstersitz aus ein blau bemaltes Flugzeug mit der Aufschrift United States of America sehen. Es war die Air Force One, das Flugzeug des Präsidenten, mit dem er wenige Stunden zuvor in Austin gelandet war! Nach dieser aufregenden Entdeckung war es dann ein ruhiger Flug über Chicago nach New York. Als wir dort ankamen, war es schon dunkel und ich konnte die bunten Lichter auf den Wolkenkratzer bestaunen, während wir in einem Taxi zu unserer Ferienwohnung nahe des Central Parks fuhren.

Am nächsten Tag begann unsere New-York-Entdeckungstour schon am frühen Morgen. Zuerst stand eine Tour durch das Finanzviertel und die Wallstreet auf dem Plan. Dort war es sehr ruhig und man sah kaum Geschäftsleute herumlaufen, wie ich erwartet hatte. Dies lag sicher daran, dass es Samstag war, aber laut unseres Tourguides seien die meisten der Gebäude dort ohnehin leerstehend oder in Apartments umgewandelt, da Aktien heutzutage einfach über das Internet gehandelt werden können und sogar die Angestellten von großen Finanzunternehmen häufig von zu Hause arbeiten. Wir sahen das alte Gebäude des New York Stock Exchange und natürlich auch den berühmten New Yorker Bullen. Der Bulle repräsentiert eine steigende Kursentwicklung, da er mit seinen Hörnern nach oben stößt.

Anschließend begaben wir uns auf die Fähre und fuhren hinüber zur Freiheitsstatue auf Liberty Island. Das Schiff war vollgepackt mit Touristen, aber wir hatten einen wunderschönen Blick zurück auf New York und auf die Freiheitsstatue. Ich konnte mir richtig vorstellen, wie sich die Immigranten gefühlt haben müssen, die von Lady Liberty in den USA begrüßt wurden und dann Einreisetests auf Ellis Island absolvieren mussten. Auf Liberty Island angekommen, besuchten wir zunächst das Museum der Freiheitsstatue, das sich im Sockel befindet. Die Freiheitsstatue war ein Geschenk von Frankreich an die USA. Den Sockel mussten die Amerikaner allerdings selbst bezahlen.

Wir betrachteten noch kurz die Statue von vorne und schon ging es mit der Fähre zurück, da wir pünktlich zu einer Führung im 9/11 Memorial Museum sein wollten. Weil wir nur für drei Tage in New York waren, hatten wir einen straffen Zeitplan. Dort erfuhren wir mehr über den Terroranschlag vom 9. September 2001, die Zerstörung die dadurch ausgelöst wurde und welche Auswirkungen der Anschlag auf das Leben in Amerika und der ganzen Welt hatte. Das Museum und Memorial waren sehr schön gestaltet worden, aber es war sehr bedrückend, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Sonntag ließen wir es dann etwas langsamer angehen und machten uns erst gegen 10 Uhr auf den Weg in die Innenstadt, diesmal aber nicht mit der U-bahn sondern mit einem Doppeldeckerbus. Mit an Bord war ein lustiger Guide, der fortlaufend Geschichten über New York erzählte. Die Bustour führte uns einmal um den Central Park, vorbei am Guggenheim Museum und der Metropolitan Museum Of Modern Art („Moma“), die wir aber aus Zeitgründen leider nicht besuchen konnten, und schließlich zum Times Square. Dort stoppten wir nur kurz und planten in der Dunkelheit noch einmal zurück zu kommen.

Wir liefen erstmal zu einem besonderen Restaurant um zu Mittag zu essen. Lombardi’s Pizza war der Name des Restaurants, welches sich als älteste Pizzeria der USA entpuppte. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es weiter zum Rockefeller Center. Dort mussten wir etwa 30 Minuten Schlange stehen, bis wir schließlich das Aussichtsdeck des großen Shopping Centers besteigen konnten. Von dort hatten wir einen super Ausblick über die ganze Stadt und auch auf das Empire State Building. Wir genossen den Ausblick bis es dunkel wurde und die Lichter der Stadt nach und nach angingen. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, war es wunderschön! Der letzte Stopp des Tages war wieder der Times Square. Dieser sah im Dunkeln noch viel beeindruckender aus als bei Tageslicht. Ich fühlte mich, als ob ich auf hunderten Fernsehern gleichzeitig fernsehen schauen würde.

Während es bereits das ganze Wochenende über nicht besonders warm gewesen war, fing das schlechte Wetter am Montag erst so richtig an. Es war windig und schüttete wie aus Kübeln. Also beschlossen wir, eines der zahlreichen New Yorker Museen zu besuchen. Wir entschieden uns für das Natural History Museum, das sich nahe unseres Apartments, am Rande des Central Parks, befand. In diesem gigantischen Museum wurden die Nachts im Museum Filme gedreht und es kam mir alles sehr bekannt vor. Meine Highlights des Museums waren das eindrucksvolle Skelett eines Titanosauriers, das Schmetterlingshaus und natürlich die Astronomie Abteilung. Dort gibt es eine riesige Kugel, die einen Filmraum und ein Planetarium enthielt. Diese Kugel dient als Größenvergleich und soll die Sonne darstellen. Um die Kugel herum hingen einige Planetenmodelle, die vergleichsweise winzig waren. Außerdem beinhaltet die Astronomie Abteilung eine Rampe, die man hinunterlaufen konnte und dabei nach und nach die Entstehung und Entwicklung des Universums erklärt bekam. So schnell wie er gekommen war, war unser New York Besuch leider auch schon wieder vorbei.

Dienstagmorgen flogen wir wieder hinaus aus New York und hinein in den entspannten Rest des Spring Break. Den Rest der Zeit verbrachte ich hauptsächlich mit Lesen, Fotos von New York sortieren und auch zwei weiteren spaßigen Events. Am Donnerstag besuchte ich mit Asifa das South by Southwest Musik Festival. Es gab ein kostenloses Konzert mit einigen Rockbands. Die Musik war ganz okay, aber die Atmosphäre war unschlagbar. Es war eine große Bühne in einem Park aufgebaut und im Hintergrund konnte man die Skyline funkeln sehen. Bei SXSW probierte ich auch ein neues Getränk: Horchata, Mexikanische Reismilch. Köstlich!

16. Geburtstag

Eine Woche später kam dann ein ganz besonderer Tag für mich. Mein sechzehnter Geburtstag! Von den Amerikanern Sweet Sixteen genannt. Es gab einen leckeren Kuchen (für mich extra ohne “Frosting”) und ein paar Geschenke.

Leider gab es dieses Jahr keine große Geburtstagsfeier mit der Familie, aber für den Tag war sowieso ein AFS-Treffen bei der Sherwood Forrest Fair geplant. So konnte ich meinen Geburtstag mit meinen besten Austauschschülerfreunden verbringen.

Die Sherwood Forrest Fair ist so eine Art Mittelaltermarkt, allerdings nicht sonderlich historisch korrekt. Wir sahen beeindruckende Kostüme von Zauberern über Bauchtänzerinnen bis hin zu Rittern mit Rüstungen, Lanzen und Pferden und es machte großen Spaß, die vielen Shows dort anzusehen. Der nächste Tag war Ostersonntag und ich ging mit meiner Gastfamilie in die Kirche und anschließend noch zum Geburtstag feiern Sushi essen. Etwas traditionell färbte ich danach auch noch niedliche Ostereier.

Letztes Wochenende konnte ich etwas machen, das ich schon länger einmal ausprobieren wollte. Gemeinsam mit Memee und ihrer Gastschwester Essie besuchte ich das Holi-Fest an der University of Texas. Holi ist ein hinduistisches Frühlingsfest aus Indien. Dabei wir mit farbigem Pulver geworfen und es soll grob gesagt den Sieg des Guten über das Böse symbolisieren. Das Fest wurde in Austin von der Hindu Student Association organisiert und es war sehr spaßig.

Nun seid ihr wieder auf dem neuesten Stand über die Ereignisse der letzten Wochen. Viele Grüße und bis zum nächsten Mal, Wiona