23.7.2018

Bericht #1 – Kommt ein blonder „Farang“ nach Thailand…

สวัสดีท = Hallo,

Metropolregion Rhein-Neckar!

Mein Name ist Tim und ich bin tatsächlich schon im Ausland und das schon fast zwei Wochen. Ich wohne hier in Bangbo, einem Vorort von Bangkok, und das sind etwa 11.243 km weg von meinem Heimatort, Billigheim-Ingenheim in der Südpfalz, eine kleine Ortsgemeinde in einer der schönsten Regionen Deutschlands.

Mein letzter Wunsch vor Abreise war übrigens, noch ein letztes Mal 10h lang gegrillte Spareribs zu essen. Der wurde dann auch am letzten Abend mit der ganzen Familie wahr. Aber egal das tut ja nichts zur Sache. Doch jetzt mal zurück auf Anfang, angefangen hat alles an einem ganz normalen Mittwoch, mein Flieger sollte um 22 Uhr in Frankfurt starten. Ich will jetzt nicht sentimental werden und über den Abschied reden, also überspringen wir das alles einfach.

Nachdem wir AFS-Schüler dann alle im Flugzeug waren, lagen nur noch 11h Flug zwischen uns und einem unvergesslichen Abenteuer. Da waren wir also, 12 allein gelassene Austauschschüler, 2 davon ohne Gepäck, in Bangkok am Flughafen. Nachdem wir dann erstmal am Flughafen rumgeirrt sind, wurden wir von einem unheimlich netten AFS-Team in Empfang genommen. Es wurde noch schnell Geld gewechselt und dann ging es los.

Das erste Wochenende verbrachten wir in Bangkok in einem Hotel, im „Arrival Camp“. Unterschiedliche Faktoren wie Jetlag, Programm, viele neue Leute etc. sorgten für ein anstrengendes, aber echt schönes erstes Wochenende in Thailand. Ein Haufen neues Zeug haben wir gelernt, von dem ich die Hälfte schon wieder vergessen hab. Am vorletzten Tag hatten wir einen 3 1/2 stündigen

Sprachkurs. Hab dabei nur 2 neue Wörter gelernt, denn ich war übrigens der Einzige in dem Camp, der schon ein bisschen Thai sprechen konnte. Naja, wenn man in Deutschland schon 2-3 Monate Thai Unterricht hatte, kommt da so einiges zusammen Dafür danke ich meiner engagierten Thai-Lehrerin daheim von Herzen! Samstagabends haben wir dann bei einem riesigen Willkommensfest unsere Advisor (Betreuer) kennengelernt. Es wurde eine Talentshow veranstaltet und es gab jede Menge lecker Essen...

Sonntagmorgen 8 Uhr: Ich wache auf, und schaue auf mein Handy. Eine Nachricht meiner Advisorin: „Tim, where are you ? Your Hostfamily is waiting for you.“ Ja, ein total müder Tim bekommt eine Nachricht, dass seine Gastfamilie schon seit 15min da ist, noch nicht geduscht, angezogen oder fertig gepackt. Ich glaube ich habe eine neue Rekordzeit aufgestellt, am längsten hat die Fahrt im Aufzug gedauert. Da war sie also, die Familie mit der ich die nächsten 10 Monate verbringe, naja, zumindest die Hälfte war da, meine Gastbrüder waren nämlich nicht dabei. Nach einer traditionellen Zeremonie wurde ich dann herzlich in die Familie aufgenommen.

Auf dem Weg zu Freunden meiner Familie habe ich dann meinen Thai-Namen bekommen: „Taen-Khun“, von dem ich immer noch nicht 100% weiß, was er bedeutet. Später an dem Tag sind wir noch auf einen Markt gefahren. Für diejenigen von euch, die es noch nicht wussten, es stimmt was man über Thailand sagt, es ist alles sooooo billig.

Die nächsten Tage waren wir dann noch bei der Polizei und im Immigration-Office, um alle Formalitäten für meinen Aufenthalt zu erledigen.

Dann ging es los, am Donnerstag war unser erster richtiger Schultag. Wir Gastschüler haben eine kurze Rede gehalten und ja, sie war grottenschlecht, wir haben 3 Tage durchgehend geübt und haben trotzdem die Hälfte vergessen oder uns verhuddelt, aber hey, immerhin war sie auf Thai. Dann wurden uns Blumensträuße übergeben, ein Haufen Fotos gemacht und wir wurden von unseren Klassen willkommen geheißen.

Und seitdem sitze ich eigentlich nur noch mit Freunden daheim rum und spiele Karten. Und ja, ich würde sagen, dass ich schon sowas wie Freunde gefunden habe. Ich meine es ist nicht wirklich schwer, wenn zwei Gastbrüder jeden Tag 15 Leute mit nach Hause bringen und man groß, blond und aus einem anderen Land ist, aber ich finde wir haben schon eine gute Verbindung miteinander... ach übrigens, seit ich hier bin, hab ich 300 neue Instagram und Facebook Abonnenten.

Letzte Woche bin ich in die Schulkantine gegangen, in der ungefähr 1000 Leute drin waren. Als ich dann so an den Tischen vorbei gelaufen bin, ist auf einmal alles still geworden und jeder hat sich umgedreht. Vor mir hat sich wie ein Tunnel geöffnet durch den ich zur Essensausgabe gehen konnte… so ist das halt als blonder „Farang“ (Fremder/Ausländer) in Thailand.

Naja das war‘s von mir erstmal wenn nichts dazwischen kommt, dann hört ihr mich wieder nächsten Monat.

Bis dahin macht’s gut...

Tim