9.8.2018

Bericht #1 - Willkommen auf den Philippinen!

Hallo Metropolregion Rhein-Neckar. Ich bin Ronja und für ein Schuljahr Jungbotschafterin auf den Philippinen und möchte euch für die nächsten 10 Monate mit auf meine Reise nehmen.

Seit dem 19. Juli, also seit genau 3 Wochen bin ich jetzt schon in meiner neuen Heimat Balele, Balele ist ein Stadtbezirk von Tanauan City. Tanauan ist auch bekannt als „City of Colors“, eine Stadt mit etwa 170.000 Einwohnern, rund 70 km südlich bzw. eine gute Stunde entfernt von der Hauptstadt Manila.

Okay, fangen wir mal von Anfang an. Ein paar Tage vor meiner Abreise, wurde die Nervosität immer größer, bis es dann am 18. Juli endlich so weit war. Am Frankfurter Flughafen traf ich dann zwei weitere AFSer, die gemeinsam mit mir geflogen sind. Nach einem 6-stündigen Flug kamen wir in Dubai an und trafen weitere AFSer aus Deutschland sowie aus Italien. Nach weiteren 11 Stunden (inkl. 2 Stunden Verspätung) kamen wir dann endlich in Manila an und wurden direkt ins „Arrival Camp“ gebracht.

Am folgenden Sonntag trafen wir endlich unsere Gastfamilien und alle waren sehr aufgeregt. Meine Direktorin, die gleichzeitig auch zu AFS gehört, hat mich abgeholt und wir sind erstmal bei Jollibee essen gegangen, das ist eine sehr beliebte Fast Food-Kette auf den Philippinen. Übrigens: In jedem Fast Food Restaurant wie Jollibee, aber auch bei McDonalds, Burger King oder KFC gibt es auch Reis.

Nach unserem kleinen Zwischenstopp fuhren wir weiter zu meiner Schule und dort wurde ich dann endlich von meiner Familie abgeholt. 15 bis 20 Minuten später kamen wir Daheim an und ich traf den Rest meiner Familie. Am selben Tag sind wir dann abends noch in die SM-Mall in Batangas gefahren.

Da erst am Mittwoch die Schule für mich begann, hatte ich noch etwas Zeit zum Ausruhen und meine Familie näher kennenzulernen. Hier auf den Philippinen ist es üblich, dass du deine Geschwister „Ate“ (ältere Schwester) und „Kuya“ (älterer Bruder) nennst. Eigentlich nennt man hier alle so, auch fremde Leute, wie zum Beispiel Shop-Mitarbeiter oder Schüler aus einer höheren Klassenstufe.

Ich gehe hier auf die Senior High School „Lyceum of the Philippines“ (LPU) und besuche die 11. Klasse. Mittwochs habe ich mich für die Fachrichtung Humanities and Social Sience (HUMMS) entschieden und wurde meiner Klasse vorgestellt. Ich war echt froh endlich zur Schule zu gehen, was ich in Deutschland nie sagen würde. Mein Schulweg dauert ungefähr 45 Minuten, aber das ist vom Verkehr abhängig. Auf den Philippinen ist echt immer Stau, egal zu welcher Uhrzeit. Zusammen mit meinem Cousin verlasse ich das Haus um 6 Uhr (!) und wir fahren gemeinsam mit dem Tricycle nach Tanauan. Von dort fahre ich alleine mit dem „Jeepney“ weiter nach Laguna, Calamba. Deswegen waren „bayad po“ (bitte zahlen) und „para po“ (Anhalten) die ersten Wörter, die ich gelernt habe.

Während meiner ersten 3 Wochen hier habe ich schon viel über die Philippinische Kultur erfahren und festgestellt, dass es sehr viele Unterschiede zur europäischen gibt. Ein großer Unterschied ist die philippinische Zeit: Wenn es heißt, wir fahren um 5 Uhr morgens an den Strand, dann wird erst um 7 Uhr das Haus verlassen.

Außerdem lieben Filipinos zu singen. Auf jedem Geburtstag oder Familienfest steht eine Karaoke-Anlage und egal ob in der Schule, auf der Arbeit oder Daheim, es wird immer gesungen. Oder wenn du zum Beispiel die Großeltern besuchst, machst du das „Mano po“ (blessing = Segen). Du nimmst die Hand von deiner Großmutter („Lola“) oder deinem Großvater („Lolo“) und führst sie zu deiner Stirn. Das ist ein Zeichen von Respekt, genauso wie du „po“ am Ende von einem Satz sagst, wenn du mit älteren sprichst.

Das Essen, was man auf der Straße kaufen kann (Street Food), kann sehr speziell sein. Bis jetzt hab‘ ich noch nicht so viel probiert, weil ich mich für das meiste noch nicht bereit gefühlt habe. Was ich bis jetzt von den sehr exotischen Sachen gegessen habe war zum einen Hühner-Darm (genannt „Isaw“) und zum anderen Chicken Feet. Tatsächlich nennen sie diese gegrillten Hühnerfüße hier „Adidas“ – genau wie die Schuhmarke. Und ich muss ehrlich sagen, dass es sehr lecker ist.

Nächsten Samstag gehe ich mit zwei Austauschschülern aus den USA und einer Austauschschülerin aus Deutschland nach Lipa in die Mall und wir werden uns über unsere bisherigen Erfahrungen austauschen…

Das war‘s zum Auftakt erstmal von mir.

Liebe Grüße, Ronja