30.9.2015

Bericht #1

¡Hola MRN!, aus dem warmen und regnerischen Panama!

Drei Wochen ist es jetzt schon her, dass ich mich am Frankfurter Flughafen von meinen Eltern verabschiedet habe und meinen ersten Flug in ein neues und ungewisses Leben gestartet habe. In diesen drei Wochen ist schon unglaublich viel passiert und ich möchte euch gerne davon berichten. Denn diese Abenteuer sind es auf jeden Fall wert erzählt zu werden!

Aber zurück zum Anfang: Am 4. September war es so weit. Als eine der letzten Gruppen ging es für mich und ungefähr 30 andere Deutsche endlich los nach Panama. Nach dem wir uns von unseren Eltern verabschiedet hatten, ging es auch schon mit sehr gemischten Gefühlen los in ein neues Leben. Nach ungefähr 14 Stunden Flug mit einen dreistündigen Zwischenstopp in Miami (USA) konnten wir dann auch endlich die riesigen Wolkenkratzer von Panama City erblicken. Für mich ein sehr besonderes Erlebnis, da ich das erste Mal in meinem Leben solche gigantischen Gebäude gesehen habe.

Nachdem wir am Flughafen herzlich von AFS-Panama empfangen wurden, ging es auch schon weiter mit dem Bus zu unserem Hostel. Dort hatten wir dann unser zweitägiges Arrival-Camp, in dem wir uns vor allem der Herausforderung Zeitumstellung widmeten, was wirklich nicht einfach war. Am 6.9. ging es dann für mich, zwei andere Deutsche, zwei Norwegerinnen und eine Schweizerin (eine Woche später kamen auch noch mehrere Italiener und eine Amerikanerin in unsere Stadt) weiter mit dem Nachtbus.

Sieben Stunden später kamen wir in unserer neuen Heimat La Concepción in der Provinz Chiriqui an. Und dort konnte ich endlich meine neue Familie kennen lernen. Meine Familie, das sind meine Mutter Jancy, mein Vater Andrés, meine Schwester Yandris (15) und mein Bruder Andrés (6). Zusammen leben wir in einem für panamaische Verhältnisse normal großen (für deutsche Verhältnisse aber doch recht kleinen) Haus mit insgesamt vier Hunden. Eine der Hündinnen bekam kurz darauf sogar 6 niedliche Welpen. Im Haus sind wir aber relativ selten, da meine Eltern von morgens bis abends in ihrem Shop arbeiten und wir sind fast immer bei ihnen. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, da man so viele Leute kennen lernen und viel mit ihnen reden kann.

Am ersten Tag wurde mir gleich meine neue Heimat vorgestellt. La Concepcion ist mit ungefähr 21.000 Einwohnern eine recht große Stadt. In der Stadtmitte gibt es einen Park und um diesen herum versammeln sich alle wichtigen Geschäfte. Deswegen heißt es immer wenn man etwas kaufen will: ¡Vamos al parque! Außerdem fand ich schon meine neue Lieblingsfrucht: Mamón Chino. Sie wächst auf Bäumen, ist sehr süß und es gibt fast keinen Panamarianer,  der diese Frucht nicht mag.

Ein paar Tage nach unserer Ankunft hatte eine deutsche Austauschschülerin, die auch mit mir im Flieger und Nachtbus saß, Geburtstag. Um sie zu überraschen, sind alle AFS Austauschüler aus La Concepción zu ihr gefahren, um mit ihr zu feiern. Dort sahen wir wir auch schon gleich, was uns an unserem Geburtstag bevor steht. In Panama, und generell in vielen Teilen Lateinamerikas, ist es nämlich Brauch, dass man an seinem Geburtstag den Kopf in die Torte stecken muss. Danach gibt es lecker Torte mit Gesichtsabdruck und Eis. Na dann, guten Hunger!

Schon nach meiner ersten Woche hieß es auf nach Volcán! Volcán ist ein Ort in unserer Nähe, der seinen Namen wegen des Volcán Barú hat. Ein ruhender Vulkan und der höchste Berg Panamas. Nüchtern betrachtet, sind wir ungefähr 1 1/2 Stunden Auto gefahren, um eine Schale Erdbeeren mit Sahne zu essen, aber auf der Fahrt hatte ich unglaublich viel Spaß mit meiner Familie und das ist ja das wichtigste, oder? Außerdem konnte ich so etwas mehr von der wunderschönen Landschaft Panamas sehen.

Nachdem ich dann noch eine Woche Ferien hatte, ging auch endlich mal die Schule los. Meine Schule ist das „Colegio Daniel Octavio Crespo“, auch kurz DOC genannt. Um 7 Uhr morgens beginnt die Schule und endet meistens um 12:30 Uhr. Jeden Montag versammeln sich alle vor Schulbeginn, um zu beten und die panamaische Nationalhymne zu singen. Zusätzlich durften sich an diesem ersten Montag auch alle Austauschschüler vorstellen. Das war eine sehr lustige Erfahrung.

Letztes Wochenende unternahmen wir dann unsere erste größere Reise mit dem AFS-Komitee meiner Stadt. Auf Wunsch einer anderen Austauschschülerin in La Concepción machten wir einen Ausflug nach Gualaca zum Los Cangilones River. Und das war einer dieser Tage, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde. Wie oft bekommt man die Chance, von einer fünf Meter hohen Klippe in einen Fluss zu springen und dabei noch von wunderschöner tropischer Natur umgeben zu sein? Also für mich war es das erste Mal und es war ein unglaubliches Erlebnis!

Das waren zusammengefasst meine ersten wunderschönen drei Wochen hier in Panama und ich freue mich schon unglaublich auf alle Abenteuer, die ich noch erleben kann. Dann verabschiede ich mich mal ganz auf panamaische Weise mit einem:

„Chau!“ und bis zum nächsten Mal Eure Luca