11.5.2016

Bericht #6

Hola meine liebe MRN, ich grüße wieder einmal herzlich aus Panama!

Hier in Panama bin ich mittlerweile sehr vielen Tieren begegnet. Und genau davon möchte ich euch heute berichten in diesem etwas außergewöhnlichen Tierblog.

Panama beherbergt so viele verschiedene Lebewesen. Das tropische Klima und die überall vorhandene Naturvielfalt machen es zu einem Paradies für zahlreiche exotische Tiere: Affen, Delfine, Leguane, Chamäleons. Es ist unmöglich, alle Tierarten hier zu benennen.

Es leben hier in diesem kleinen Land allein unglaublich viele verschiedene Vogelarten – mehr als in den USA und Kanada zusammen! Man findet Kolibris, Papageien, aber auch große panamaische Raubvögel. Dieses Land ist ein wahres Paradies für Tierliebhaber!

Im Haus meiner Gastfamilie wird derzeit ein kleiner Papagei aufgepäppelt. Er wurde offenbar verstoßen und wir bemühen uns nun vereint, ihn durchzubringen. Fliegen kann er noch nicht, aber dafür unglaublich gut klettern. So verschwindet er auch immer wieder aus der für ihn vorgesehene Box. Wenn man den kleinen Racker füttern will, heißt es: suchen, suchen und noch mal suchen!

Bestimmt erinnert ihr euch an meinen zweiten und dritten Bericht: Bei unseren schönen AFS-Ausflügen hatte ich die Gelegenheit, Wale und Delfine zu bestaunen. Wir durften an wunderschönen Korallenriffs schnorcheln und haben dabei unglaublich viele Meeresbewohner entdeckt: Quallen, Rochen, Seesterne, sowie alle mögliche Arten von kleinen und größeren Fischen. An den Stränden hier findet man viele kleine Krabben mit nur einer Schere.

Auch Affen habe ich hier in freier Wildbahn erlebt. Die Affen ignorierten uns. Sie kletterten auf Bäumen, fraßen Blätter und putzen sich gegenseitig das Fell. Auf unseren Versuch, sie mit einer Banane anzulocken, haben sie leider nicht reagiert.

Eine ganz besondere Tierbegegnung werde ich wohl nie vergessen: Ich öffnete im Hause meiner Familie die Türe zur Dusche und blickte auf einen Leguan, der dort auf dem Boden kauerte. Ich wusste auch gar nicht, was ich tun sollte, da ich in diesem Moment alleine zu Hause war. So habe ich ganz einfach das Duschen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und die Türe zur Dusche ganz schnell wieder geschlossen.

Der Schreck rührte natürlich auch da her, dass Leguane für mich ungewohnte Tiere sind. Man begegnet hier aber auch uns bekannten Tieren, die hier aber viel größer ausfallen. So erging es mir einst in unserer Küche, als ich etwas aus dem Kühlschrank holen wollte. Auf der Arbeitsfläche daneben tummelte sich eine riesige, haarige Spinne. Das war wohl die größte Spinne, die ich je gesehen hatte. Ihr Körper hätte bestimmt meine ganze Hand bedecken können. Das Problem wurde dann von meiner Gastmutter „beseitigt“, indem sie einen Schuh draufgeschmissen hat.

Noch eine Schrecksekunde gab es für mich, als ich einmal tagsüber einen Wischmopp auswaschen wollte und eine Kröte aus dem Wassereimer sprang. Hier in Panama gibt es viele Kröten. Normalerweise zeigen sie sich aber erst in der Nacht, dann auch gerne sehr zahlreich. Doch ich musste mir keine Sorgen machen, denn die Kröten hier in La Concepción sind alle ungefährlich für uns Menschen.

Sein Haus teilt man hier somit nicht nur mit der Familie, sondern auch mit anderen Mitbewohnern: Ameisen bauen Straßen durchs Haus und transportieren dabei alles Mögliche von A nach B. Kleine weiße Geckos laufen die Wände hoch und runter und lassen dabei ihren Paarungsruf ertönen. Und dann gibt es auch noch viele kleine Fliegen, die in Schubladen krabbeln und nach Essensresten suchen.

Eine ganz besonders flauschige und schöne Begegnung erlebte ich bei meinem Urgroßvater. Dort durfte ich zahme Eichhörnchen füttern. Man musste nur eine Birne in die Hand nehmen, da kletterten die niedlichen Gesellen auch schon an einem herum! Die Eichhörnchen fraßen direkt aus meiner Hand. Das war schon ein tierisches Highlight für mich!

Natürlich findet man hier auch die uns bekannten Tiere wie Hunde, Katzen, Pferde und Hühner. Dem Federvieh begegnet man ohnehin ständig und überall. Hühner finden offenbar immer einen Zugang oder Ausgang. Ganz anders sieht das bei den Katzen aus: Diese lassen sich nur in der Nacht blicken, ganz selten habe ich mal eine am Tag entdeckt. Sie sind sehr scheu. Sie jagen die Mäuse, das ist ihre Aufgabe.

Bei unserem Ausflug zum Karneval bewohnten wir ein Haus mit Hauskatzen. Diese Tiere waren im Vergleich zu den Freigängern auf der Straße sehr zutraulich und ließen sich ausgiebig streicheln, füttern und bespielen. Ich hatte mich sehr gerne um diese Katzen gekümmert und eine Katze schläft seit dieser Zeit auf dem Bett, in dem ich während dieser Tage geschlafen hatte.

Pferde leben hier, wie man das auch in Deutschland kennt, auf Weiden. Am Strand konnte ich die Gelegenheit wahrnehmen, auf einem panamaischen Pferd zu reiten. Da ich selbst schon viele Jahre nicht mehr auf einem Pferd gesessen hatte, habe ich lieber einen erfahrenen Reiter dazu geholt und mich hinter ihm auf den Sattel gesetzt.

Hunde gibt es in Panama überall. Fast jeder Haushalt besitzt mehrere Hunde. Meistens haben sie die Aufgabe, das Haus und Anwesen zu beschützen. Man hält sie als Wachhunde. Einige leben aber auch als Freiläufer tagsüber auf der Straße. Die Tiere finden so ihren Auslauf und die Familien sparen sich die Zeit für Spaziergänge mit den Vierbeinern. Zur Fütterung und für die Nacht kommen die Tiere zurück zu ihren Bezugspersonen. Ich bezeichne diese Tiere hier als Freiläufer-Hunde. Im Gegensatz zu den Straßen-Hunden, gehören diese Tiere einem Haushalt an. Man erkennt sie oft an einem Halsband. Man sieht auch, dass sie regelmäßige Futter erhalten. In der direkten Nachbarschaft weiß man, welcher Hund wohin gehört. Daneben existieren aber auch herrenlose Straßen-Hunde, denen man die fehlende Pflege deutlich anmerkt.

Auch zu unserem Haushalt gehören Hunde: Vier Tiere leben beim Haus, einer beim Shop meiner Eltern. Das passt hervorragend, denn ich bin ein großer Hunde-Fan! Allen Hunden meiner Familie geht es prima. Ich durfte deutsche Hunde-Kultur in meine Familie einbringen: Die Tiere wurden mit Geschirren und Leinen ausgestattet und werden von mir regelmäßig ausgeführt. Es gibt für mich nichts Schöneres als mit der untergehenden Sonne im Rücken und einer leichten Brise im Gesicht einen fröhlichen Hund an der Leine auszuführen! Diese Spaziergänge werde ich sehr vermissen, wenn ich in drei Monaten das Land verlassen muss!

Einige Freiläufer- und Straßen-Hunde schließen sich mittlerweile meinen Spaziergängen an. Das liegt bestimmt auch daran, dass ich nie nein sage, wenn ein Hund fröhlich auf mich zu kommt und nach einer Streicheleinheit bettelt. Dann folgt man mir und meinen angeleinten Hunden bereitwillig. Dieses kleine, eigene Hunde-Rudel hier in Panama begeistert mich sehr.

Das größte Tier-Spektakel, das ich hier erleben durfte, war ganz klar die Geburt der Welpen. Gleich dreimal konnte ich diesem Schauspiel in unserem Haus beiwohnen. Der erste Wurf kam kurz nach meiner Ankunft in Panama. Ich habe das Aufwachsen der Welpen von der Geburt bis zur Abgabe so sehr genossen und dabei wunderbare Erfahrungen gesammelt – dieses tierische Erlebnis war unbeschreiblich toll! Mit wau wau und chau verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal! Eure Luca