4.5.2016

Bericht #5

Anfang vom Ende

Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich mit meiner Überschrift ein bisschen übertrieben habe, aber je näher meine Abreise rückt, desto mehr wird mir klar, wie sehr ich mich daran gewöhnt habe, hier zu leben. Nun da ich mich so sehr hier eingelebt habe, scheinen die Wochen nur so vorbei zu fliegen.

Mir wurde erst nach Springbreak klar, dass ich nur noch 9 Wochen bis zu den Sommerferien habe und dann sind es nur noch 2 Wochen bis ich meine Heimreise antrete. Ich machte meinen Freunden klar, dass ich nicht über das Thema Abreise sprechen will, denn ich will meine letzten 2 Monate hier genießen! Nicht dass ich mich nicht darüber freue meine Familie und meine Freunde wiederzusehen, aber alles zu seiner Zeit.

Wie gesagt hatte ich im März eine Woche schulfrei, das wird hier Springbreak genannt. Meistens gehen Leute während Springbreak Richtung Strand, aber meine Gastmutter konnte keinen Urlaub nehmen, da schon zu viele ihrer Kollegen im Urlaub waren. Also machten sich mein Gastvater, Bruder und Schwester auf den Weg nach Virginia um Familie zu besuchen. Wir verbrachten allerdings nur 3 Tage dort, denn mein Gastvater musste auch wieder rechtzeitig zu seiner Arbeit da sein.

Nach Springbreak fragte mich mein Freund Dawson, ob ich nicht mit ihm den Campus der University of North Carolina besuchen will. Er wurde dort eingeladen und er hatte sich gedacht, dass ich mir mal einen anderen College Campus ansehen wollte. Die Ironie war, dass an dem Tag als wir den Campus besuchen sollten, das Finale des March Madness Turniers stattfinden sollte. Und dreimal dürft ihr raten, wie der Name von einem der zwei Teams war – es war das Schulteam der University of North Carolina! Also planten wir nach unserer Tour das Spiel per Publicviewing in der Heimarena zu schauen.

 

 

Aber zuerst stand die Tour an. Mein Freund Dawson will einen Abschluss in Journalismus mach und die UNC ist bekannt für eine der besten Journalismus-Schulen in den Vereinigten Staaten. Nach einer Führung durch das Gebäude durften wir hinter die Kulissen des TV Senders schauen, der von Studenten betrieben wird. Wie sich herausstellte, waren wir genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Der Sender strahlte nämlich an diesem Abend eine Live Sendung aus! Die Sendung drehte sich größtenteils nur um das anstehende Spiel. Am Ende wurden dann die Ergebnisse anderer Sportarten bekannt gegeben, zum Beispiel Baseball oder Lacrosse.

Nachdem die Sendung im Kasten war, aßen wir etwas und machten uns danach auf dem Weg zum Dean Dome, wo das Spiel auf 6 Leinwänden live übertragen wurde. Wie uns schnell klar wurde, waren wir nicht die Einzigen die auf die Idee gekommen waren sich das Spiel kostenfrei im Dean Dome anzuschauen (der Dean Dome ist die Basketballarena des College Teams). Es waren ca. 35 000 Schaulustige in der Arena! Als wir endlich ein paar freie Plätze gefunden hatten, begann auch schon das Spiel.

Es war ein „nailbiter“, wie die Amerikaner sagen. Das heißt, dass es ein sehr ausgeglichenes bzw. knappes Spiel war. Um genau zu sein, war ein „buzzerbeater“ nötig um den Gewinner zu ermitteln. Ein „buzzerbeater“ ist ein Korb der getroffen wird, sobald der Buzzer, der das Spiel beendet, ertönt. Also sozusagen der letzte Korb des Spiels. Leider unterlag das UNC Team dem Team aus Villanova 77:74. E war also klar, dass auf dem Weg zum Auto kein Wort verloren wurde.

Aber das war nicht das einzige Basketballspiel, das ich diesen Monat sah! Mein Gastvater hatte Spielkarten für ein NBA Spiel an dem folgenden Freitag besorgt. Es war ein Spiel des lokalen NBA Teams Charlotte Hornets. Mit diesem Spiel ging ein Lebenstraum in Erfüllung. Seit dem ich anfing Basketball zu spielen, wollte ich schon immer ein NBA-Spiel live sehen und erleben. Wie sich herausstellte, war dieser Freitag mein Glückstag, denn ich gewann mit meiner ganzen Sektion zwei Freikarten zum nächsten Hornets-Spiel. Also machte ich den Trip zur Time Warner Cable Arena zweimal in zwei Wochen.

Das war‘s auch schon wieder von mir! Ich melde mich im nächsten Eintrag wieder. Bis dahin hoffe ich, dass das Wetter in Deutschland genauso gut ist wie hier!

Daniel