9.9.2015

Bericht #1

Holá gente! oder auch in Deutsch: Hallo Leute!

Ich bin hier im wunderschönen Argentinien oder besser gesagt in Formosa. Formosa liegt im Norden von Argentinien und so langsam fängt es an warm bzw. heiß zu werden. Im Sommer werden es hier bis zu 42 Grad! Ich bin jetzt mittlerweile seit drei Wochen hier und hab schon eine Menge erlebt und beobachtet und mich auch an viele neue Sachen gewöhnt.

Am Anfang, zum Beispiel, hab ich hier alles für sehr arm gehalten, als ich auf der Straße war und mit meinen Schwestern durch die Stadt gelaufen bin. Jetzt aber empfinde ich das als normal, dass auf den Straßen Hunde und Müll rumliegen und es einfach sehr viel dreckiger ist als in Deutschland – was mich jedoch alles nicht stört.

Da wir grade bei Straßen sind, mach ich einfach mal weiter damit. So viele Motorräder und Roller wie hier hab ich noch nie gesehen! Es gibt hier wirklich extrem viel Verkehr. Auch um die Straßenführung zu durchblicken, hab ich erst mal ein paar Wochen gebraucht, aber mittlerweile weiß ich Bescheid.

Über die Leute hier kann ich nur sagen, dass sie echt toll sind. Alle sind extrem aufgeschlossen und nehmen einen sofort auf, wie einen Freund, den sie schon ewig kennen. Auch an meinem ersten Schultag. Meine Gasteltern brachten mich erst zum Schulleiter, dann wurde ich von einer Lehrerin zu meiner Klasse gebracht.

Meine Klasse war wie alle anderen Klassen, die nachmittags Schule haben. auch formatiert, um den Lehrern, wie jeden Morgen, zuzuhören, was sie über Gott und die Welt zu sagen haben. Und dann kam ich mit der Lehrerin auf die Klasse zugelaufen und als mich die Lehrerin vorgestellt hatte, sind alle ausgeflippt vor Freude. Ich wurde sofort von einer Gruppe Mädchen aufgenommen, die mir bei allem hilft, wenn ich Hilfe nötig habe. Mittlerweile helfe sogar ich mit sorgfältig gesuchten Worten meinen Mädels bei Problemen.

Generell ist hier alles lockerer als in Deutschland. Zum Beispiel begrüßt man sich hier mit einem Kuss rechts, einem Kuss links auf die Wange. Dabei sagt man dann: „Hallo, wie geht es dir?“ Wobei oft die Frage einfach erwidert wird. Man erwartet jedoch auch nicht direkt eine Antwort.

Ich bin hier natürlich nicht nur in Formosa und bleibe in meinem Haus und in der Schule. Nein, ich habe auch schon ein paar Ausflüge mit meiner Familie und auch der Schule gemacht. Erst letzte Woche war ich in Corrientes. Einer Provinz drei Stunden von Formosa entfernt. Dort war es wunderschön. Meine Familie und ich waren dort am Strand und sind dann an der Costanera entlang gelaufen. Auf einem Foto sieht man auch den Strand in Corrientes.

Nachdem wir ein bisschen gelaufen sind, waren wir in der Innenstadt shoppen. Muss ja auch mal sein. Und später haben wir dann noch Bekannte der Familie getroffen. Zuhause waren wir dann um zwei Uhr morgens. Auch in einem Dorf ganz in der Nähe war ich schon, weil meine Familie dort ein kleines Grundstück mit einem kleinen Haus drauf hat.

Ach ja. Die Häuser hier sind nicht wie in Deutschland mit mehreren Etagen und riesengroß, sondern eher klein und schlicht gehalten und haben meist nur eine Etage. Das heißt, alle Zimmer sind auf einer Höhe. Apropos Zimmer. Ich teile mir hier mit meinen drei Schwestern ein Zimmer. Es ist zwar ziemlich klein, aber es stört mich nicht. Einerseits, weil ich mich sehr gut mit meinen Schwestern verstehe und andererseits, weil man hier eh nur im Zimmer ist um zu schlafen oder sich umzuziehen.

Das war’s erstmal von einer Seite! Liebe Grüße in die Metropolregion Rhein-Neckar und an alle, die ich kenne oder auch nicht kenne! Bis demnächst Helen P.S.: Ich werde hier oft auch komisch angeschaut, weil ich blond bin. Das ist hier was ganz besonderes.