17.2.2016

Bericht #3

Hallo liebe MRN,

Weihnachten und Silvester war jetzt zwar schon ein bisschen länger her, ich möchte aber trotzdem darüber berichten. In den Tagen vor Weihnachten haben wir draußen alles geschmückt und Engel gebastelt und alles Mögliche für Weihnachten vorbereitet. Ich persönlich hatte hier in Argentinien aber kein Weihnachtsgefühl, weil es heiß war und immer noch ist und außerdem waren auf den Straßen kaum Anzeichen für Weihnachten. Hier ist das echt anders mit Weihnachten. Zum Glück hat mir meine Familie in Deutschland selbstgemachte Plätzchen geschickt. Das hat mir dann ein bisschen das Gefühl der heimatlichen Weihnacht gebracht. Außerdem isst man hier immer Pan Dulce (ähnlich wie ein deutscher Christstollen) was auch ein bisschen weihnachtlich ist.

In der Nacht des 24. Dezember waren wir dann im Haus der Großeltern der Familie Llanes, in der ich gelebt hab. Erst haben wir Asado gegessen, wie bei fast jeder Feier hier in Argentinien, und haben Eis gegessen und Musik gehört und getanzt. Und dann um 0 Uhr haben erst alle angestoßen und sich alle umarmt und sich frohe Weihnachten gewünscht und dann haben alle angefangen mit Böllern und Raketen, wie an Silvester. Die Feste mit der Familie sind immer sehr schön und gefallen mir sehr. Dann sieht man immer seine ganze „neue“ Familie und sieht wie glücklich man in der Familie ist. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich diese Familie auch schon echt lieb gewonnen. Egal wie verrückt sie ist. Die Feier ging dann so bis um 5 Uhr morgens und dann sind wir nachhause gefahren und ich bin fast gestorben vor Müdigkeit.

Am nächsten Morgen haben wir dann sozusagen in der Familie gefeiert. Also nur wir 6 Personen in der Familie. Und wir hatten ein paar Geschenke von meinen Eltern in Deutschland, die sie uns geschickt hatten und dann jeweils jedes Kind ein Geschenk von Christkind. Das ist normal hier in der Familie, dass man sich gegenseitig nichts schenkt. Für mich hatte das Christkind ein super schönes Top.

An Silvester luden meine neuen Eltern Freunde zum Übernachten ein. Das heißt, dass eine Familie gekommen ist, die einen 14-jährigen Sohn hat. Das war dann nicht so langweilig für uns Kinder. An Silvester haben wir dann auch Asado gegessen und dann als wir draußen saßen, haben wir sehr viel Pan Dulce gegessen. Um null Uhr haben dann alle losgelegt mit ihren Raketen und es war auch ganz lustig die Nacht. Irgendwann sind wir Kinder dann rein gegangen, um einen Film zu schauen und ich bin eingeschlafen. Was man mir erst am nächsten Tag verriet, war, dass sie mir Zahnpasta ins Gesicht geschmiert haben, aber davon war am Morgen gar nichts mehr zu sehen, also war mir das relativ egal.

So hab ich hier mein Ende des Jahres erlebt. Und ich bin sehr froh darüber so viel mit dieser Familie zu teilen und zu lachen und auch zu leiden in dieser langen Zeit. Nämlich natürlich hatten wir nicht nur schöne Erlebnisse. Viele schöne gab es, aber auch sehr viele nicht so schöne, die ich aber nicht nennen werde. Einfach nur der Anständigkeit wegen. Alles in allem sind meine Erfahrungen hier ja extrem schön.

Liebste Grüße an die MRN und alle Leser

Helen J