2.7.2016

Bericht #6

Hallo liebe Metropolregion Rhein-Neckar und Leser,

ich habe mal wieder einige Erfahrungen gemacht, über die ich hier berichten will. Ich habe endlich die Iguazú-Wasserfälle gesehen (Las Cataratas del Iguazú) und ich war echt super geflasht. Ich kann es bis jetzt gar nicht glauben, dass so etwas in der Natur existiert.

Aber jetzt erst mal ganz von vorn. Ich bin mit zwei anderen Austauschschülerinnen (eine aus Italien und eine aus Norwegen) aus meiner Provinz an einem Dienstagabend um 21 Uhr im Bus losgefahren und wir mussten einmal in Posadas umsteigen. Von da aus sind wir dann bis nach Puerto Iguazú gefahren. Um 11:30 Uhr morgens waren wir auch schließlich da. Und ich hatte die ganze Reise über riesigen Hunger, weil es im Bus kein Abendessen gab. Aber ich bin ja nicht gestorben.

Am Busbahnhof haben wir dann gleich den nächsten Linienbus zu den Wasserfällen selbst genommen, und buchten bei der Gelegenheit am Bahnhof auch schon eine Bootstour. So kamen wir diesem Weltwunder immer und immer näher. Leider haben die uns nicht geglaubt, dass wir Argentinier sind und mussten den Eintritt für Ausländer zahlen, aber das ist ok, weil du eh deinen Reisepass zeigen musst.

Als wir dann im Park waren, haben wir gesehen, wie kleine Nasenbären der Frau, die vor uns war ihre Tüte kaputt gemacht haben und ihren ganzen Inhalt gegessen haben. Ingeborg aus Norwegen, hat deshalb ihre Tüte auf der Höhe ihrer Schulter gehabt, aber da sie und Adele aus Italien viele Fotos von den Nasenbären geschossen haben, hat Ingeborg gar nicht bemerkt, dass sie ihre Tüte runtergelassen hat. Und dann ist eben das passiert, was passieren musste und die Bärchen haben all ihr Essen, was sie dort drinnen hatte, gegessen. War echt eine super dumme Aktion von ihr, aber so ist es eben, wenn man nicht auf seine Sachen aufpasst

Von da aus ging es erst mit einem kleinen Zug bis zu einem bestimmten Ort, wo du dann entscheidest, was du machen willst, beziehungsweise was du sehen willst. Trotzdem haben wir alles super genossen. Wir sahen sehr, sehr viel von dem Park und haben auch die besagte, zuvor gebuchte Bootstour gemacht. Das war echt wirklich ein krasses Erlebnis. Wir sind mit dem Boot bis unter die Wasserfälle gefahren. Also mehr oder weniger eine Dusche unter den Wasserfällen – es wurde zwar alles, und wirklich alles klitschnass, aber das war es auf alle Fälle wert. Das gab mir echt ein unbeschreibliches Gefühl.

Mit dieser Reise habe ich jetzt auch mein letztes Ziel erfüllt, das heißt ich kann echt zufrieden nachhause gehen. Naja, auf jeden Fall sind wir nach der Bootstour noch weiter durch den Park gegangen und haben viele Fotos geschossen: von Affen und den Nasenbären und natürlich von den Wasserfällen. Was mich auch noch sehr beeindruckt hat, war „La Garganta del Diablo“ („die Kehle des Teufels“).Es ist wie ein Loch, in das das Wasser hineinfällt, und man sieht nicht wohin das Wasser fällt. Also man sieht das Ende nicht, durch das Wasser das wieder nach oben spritzt. Man kann es nicht so gut beschreiben, aber ich hoffe, dass die Fotos ein wenig helfen.

Es hat sich echt super gelohnt zu den Wasserfällen zu fahren und wir hatten auch Glück mit dem Wetter. Wir sind in Argentinien zwar schon im Winter, aber davon hat man nichts gemerkt. Es war super warm und die Sonne hat geschienen. Deshalb konnte man auch super die Regenbögen erkennen, die es dort gibt. Wir waren in dem Park bis er geschlossen hat und sind mit dem Bus wieder zurück in die Stadt gefahren.

In der Stadt angekommen, haben wir kleine Erinnerungsstücke gekauft und haben dann nach einem Hostel geschaut. Zum Glück fanden wir eins genau gegenüber von dem Busbahnhof, was super schön war. Dort haben wir uns erstmal geduscht und sind dann was essen gegangen. Danach sind wir ein wenig durch die Stadt gelaufen und sind Eis essen gegangen.

Da die anderen beiden schon schlafen wollten, weil sie super müde waren, sind wir schon wieder zurück ins Hostel gegangen, aber ich wollte nicht schlafen und bin wach geblieben und hab mit den paar anderen, die im Hostel waren viel geredet. Es war echt interessant. Es waren Leute aus Kolumbien, Peru, Spanien und natürlich Argentinien. Und dann auch ich. War echt cool mit fremden Leuten zu reden, als kanntest du sie schon seit Ewigkeiten. Auch mal wieder eine neue Erfahrung. Aber so ist das in Hostels habe ich gehört. Ich muss aber zugeben, dass ich mich erst fast nicht getraut hätte, mich mit ihnen dort hinzusetzen, aber als ich gefragt habe, haben sie mich so gut aufgenommen, das auch diese Erfahrung mir hilft meine Schüchternheit loszuwerden.

Und jetzt fehlt mir noch so wenig um wieder zurück nach Deutschland zu kommen und es fällt mir echt schwer, das alles hier zurückzulassen. Mir kommt es so vor, als würde ich hier viel mehr Personen kennen, und das mich sogar Personen kennen, die ich nicht mal kenne. Einfach fast jeder kennt dieses eine kleine, blonde Mädchen aus Deutschland. Es wird mir schwerfallen „Tschüss“ zu sagen.

Bis bald liebe Metropolregion Rhein-Neckar und Leser. Viele Grüße aus dem wunderschönen Argentinien Helen J