16.9.2018

Bericht #1 - Willkommen in Guilford, CT, USA!

Hallo an alle, die das hier lesen werden, und herzlich willkommen zu meinem Blog!

Ich bin Leandra und bin seit knapp 2 Wochen in den USA. Ich lebe in Guilford, einer Kleinstadt mit ca. 22.000 Einwohnern, welche in Connecticut liegt, einem kleinen Staat im Nordosten der USA im Gebiet New England am Atlantischen Ozean. Ich wohne daher nur je ca. 2 Stunden von den Metropolen New York (südlich) und Boston (nördlich) entfernt.

Okay, fangen wir ganz von vorne an. Meine Sommerferien endeten am 5. August 2018. Montag und Dienstag bin ich noch in die Schule gegangen, um all meine Freunde zu verabschieden usw. Am Mittwoch dem 8. August gings dann los. Um 2 Uhr morgens fuhren wir nach Frankfurt, der Abschied von meiner Familie viel mir sehr schwer. Doch als ich dann nach dem Check-in - der schneller verlief als gedacht - im Flieger saß, neben meiner Freundin, auf dem Weg nach New York, war ich einfach nur mega gespannt und froh, dass ich es soweit gebracht habe.

Als wir dann in New York am John F. Kennedy International Airport ankamen, konnte ich es gar nicht begreifen - mein erstes Mal in den United States und dann auch noch alleine… ich wollte eigentlich einfach nur schlafen, weil es eigentlich schon 20 Uhr war und ich seit 2 Uhr morgens wach war, aber wegen der Zeitumstellung war es in NYC erst 14 Uhr - und der gefühlt längste Tag meines Lebens war noch lange nicht vorbei.

Das Erste, was wir Mädels am Flughafen machten, war die Toiletten benutzen, und das war mit Abstand die komischste Erfahrung an dem Tag, denn die Toiletten hatten alle einen Zentimeter Spalt bei der Tür wo man durchschauen kann, und das ist hier in den United States anscheinedn ueberall so, amerikanische Toiletten sind echt komisch...

Wir wurden in AFS-Gruppen eingeteilt. Manche wurden schon von ihren Gastfamilien direkt abgeholt, ich aber wurde mit anderen zunächst von einem Bus abgeholt und wir sind zu einem Hilton Hotel gefahren. Dort verbrachten wir dann noch den Tag, wir wollten alle einfach nur schlafen, hatten aber keine Zimmer, weil wir am Abend weiter fahren würden in ein anderes Hotel. Mein Bus ging um 21:15, die Stunden bis dahin vergingen extremst langsam. Draußen war es mega stickig und heiß (typisch für den August in NYC), drinnen war es aufgrund der Klimaanlage kalt (typisch für die USA).

Meine allererste amerikanisches Mahlzeit war leider ein Reinfall, ich glaube echt das Schlimmste was ich je gegessen habe: ein Burger, das Brot war süß und die Zutaten waren auch überzuckert … einfach gar nicht lecker. Das einzig wirklich Coole dort war, dass wir richtig viele Leute kennengelernt haben - alles Austauschschüler von AFS, von überall auf der Welt. Wir hatten alle einen Jetlag und alle dasselbe Ziel, die Leute waren echt nett und interessant. Am Abend hat uns dann ein anderer Bus abgeholt und wir sind zum Hilton Suites Hotel in Hartford, der Hauptstadt von Connecticut gebracht worden. Die Busfahrt war glaub ich die kälteste Busfahrt meines Lebens, ich hab soo gefroren während ich geschlafen hab - die Amerikaner übertreiben es echt mit ihren Airconditionern – soviel war mir bereits am ersten Tag klar!

Im Hotel angekommen wollten wir einfach nur schlafen, auch da war es extremst kalt. Ich teilte mir mit einer Dänin das Zimmer, die war mega lieb. Am nächsten Morgen war ich echt stolz auf mich, dass ich von den vielen Temperaturschwankungen nicht krank geworden bin. Wir gingen frühstücken, das Frühstück war richtig gut. Wir bekamen noch Donuts zur Stärkung für die Vorbereitung, die den halben Tag ging. Und so „kompetent“ wie ich bin, ist mir dann an meinem ersten Tag in Amerika auch noch mein Handy runtergefallen und mein Bildschirm hat sich erstmal verabschiedet, das ist auch der Grund wieso das hier so spät kommt.

Gegen 16 Uhr wurde ich dann von meinen Gasteltern abgeholt und das war glaube ich einer der aufregendsten, fröhlichsten und spannendsten Momenten in meinem Leben. Genau wie die Autofahrt, an die Hälfte kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, worüber wir geredet haben, aber wir redeten richtig viel und lachten und mir wurde einfach klar, dass ich das aufregendste Jahr meines Lebens vor mir habe und die beste Gastfamilie erwischt habe, die ich mir vorstellen kann!! Das halbe Jahr warten hat sich gelohnt!

Meine Gasteltern sind beide Therapeuten also vielleicht ein Grund warum sie sie sehr viel reden. Sie sind super offen, interessiert und sehr hilfsbereit. Das waren meine ersten Eindrücke und davon bin ich auch noch immer überzeugt! Meine Gasteltern zeigten mir das Haus: Es ist sehr groß, der Garten ist riesig und mein Zimmer auch. Ich liebe mein Zimmer, es ist perfekt für mich. Ich lebe mit meinen Gastgeschwistern im zweiten Stock, wir teilen uns das Bad. Nach der Ankunft gab ich meinen Gasteltern die Gastgeschenke, über die sie sich seehr freuten, das war echt süß.

Ich hatte also nun 3 Wochen Ferien, die Schule würde danach anfangen und mir ging die ganze Zeit durch den Kopf, was ich die ganze Zeit in der Ferien machen sollte, vor allem die ersten zwei Wochen, in denen ich alleine mit meinen Gasteltern sein würde. Meine Gastschwester (16) war noch auf einem Turncamp und mein Gastbruder (17) auf einem Fencingcamp.

Doch ich hatte mich geirrt, die zwei Wochen waren unglaublich aufregend und interessant, ich lernte meine Gasteltern sehr gut kennen, wir unternahmen viel. Sie zeigten mir die Region, ich lernte die besten Eisdielen der Welt kennen - ich liebe das Eis hier-, fuhren zu IKEA für mein Zimmer, fuhren Shoppen, zu einigen Stränden, zu den Seen hier im Ort und dem Fluss, wir besuchten Yale und gingen auf die Kerwe mit Freunden, sowie Schlittschuhlaufen (ja, im Hochsommer). Ich liebe das mexikanische Essen hier, das es irgendwie überall gibt - vor allem die Guacamole mit Tortilla Chips!

Ich lernte so viele andere Leute kennen: meine “Gastgroßeltern”, wenn man das so sagen kann, die ich echt liebe; Onkel, Freunde von meinen Gasteltern und deren Kinder, Freunde von meinen Gastgeschwistern, die meine Gasteltern kannten, den anderen Austauschschüler hier in Guilford, aus Marokko und seine Familie und und und. Insgesamt lernte ich bestimmt schon an die 20 Leute in meinem Alter kennen, bevor überhaupt die Schule startete. Das Ankommen und Eingewöhnen war also richtig gut, dafür bin ich meinen Gasteltern sehr dankbar, dass sie mich so vielen Leuten bekannt gemacht haben, ein super Auftakt in meine Auslandsjahr!

Stichwort erste kulturelle Unterschiede: Einige Male wurde ich gefragt - von meinem Gastvater haha, aber auch Freunden -, wie das eigentlich läuft mit unserem Fernsehen, ob wir denn auf Englisch schauen oder mit deutschem Untertitel, die hatten keine Ahnung von der Synchronisierung.

Den ersten größeren Trip, den wir machten, war, meine Gastschwester abholen: aus Maine, dem nordöstlichsten Staat der USA. Maine war richtig schön, wir waren in einem Hotel direkt am Meer. Eigentlich wollten wir auf dem Rückweg über Boston fahren und da eine Nacht verbringen, aber meiner Gastschwester ging es leider nicht so gut, also sind wir direkt nach Hause nach Guilford gefahren.

Das war‘s erstmal, danke für eure Aufmerksamkeit, ich genieße jetzt noch meine restlichen Ferientage. Bis bald!

Eure Leandra :)