18.9.2018

Bericht #1 – Willkommen in Miyama, Japan!

Konnichiwa Metropolregion Rhein-Neckar!

Ich heiße Sophie und ich bin jetzt schon knapp 4 Wochen in Japan. Genauer gesagt in Miyama, einer kleinen Stadt auf Kyushu, im Süden Japans. Seit ich hier bin, ist schon einiges passiert, beginnen wir doch am Anfang.

Am 21. August ging es für mich am Frankfurter Flughafen los, es hieß Abschied von meiner Familie nehmen und zuerst nach Zürich fliegen. Dort traf ich auch auf die anderen Deutschen und zusammen ging es dann weiter nach Tokio. Nach einem 12-stündigen, anstrengenden Flug wurden wir von AFS-Mitarbeitern abgeholt und in eine Jugendherberge gebracht, in der wir unser Vorbereitungscamp mit anderen Austauschschülern aus der ganzen Welt hatten.

Direkt am ersten Abend wurden wir schon mit einem kleinen Teil der japanischen Kultur konfrontiert: öffentliche Duschen. Auch wenn es anfangs noch unangenehm war, habe ich mich schnell daran gewöhnt. Nach drei Tagen musste ich am Samstag den 25. August ein Flugzeug nach Saga nehmen und habe schließlich auch meine Gastfamilie kennengelernt. Zusammen fuhren wir dann nach Miyama und zu meinem neuen Zuhause.

Die erste Nacht habe ich nicht so gut schlafen können. Zur Zeit meiner Ankunft war das Wetter noch ziemlich heiß und schwül und auch in den Nächten kühlte es kaum ab. Außerdem schlafe ich nicht in einem normalen Bett, sondern auf einem Futon. Dies ist ein traditionelles japanisches Bett, welches abends auf- und morgens abgebaut wird. Es besteht aus zwei Matratzen, einem Laken und natürlich Kissen und Bettdecke.

Am nächsten Tag waren wir dann Ramen essen, es war wirklich sehr lecker. Generell schmeckt japanisches Essen gut und ich habe schon viele neue Sachen probiert. Unter anderem auch Sashimi, also rohen Fisch.

An einem Montag Mitte September war auch schon mein erster Schultag. Ich musste mich vor der ganzen Schule auf Japanisch vorstellen und habe auch meine Klasse kennengelernt. Meine Schuluniform erhielt ich allerdings erst zwei Tage später. Da ich mit meinen blonden Haaren ziemlich auffalle, starren mich viele Schüler an, oder winken mir zu. Doch alle sind wirklich höflich und versuchen mir immer zu helfen, oder mich zum nächsten Klassenzimmer oder in die Cafeteria mitzunehmen. Das Schulsystem unterscheidet sich ziemlich vom deutschen, doch darauf werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal genauer eingehen.

Die Kommunikation zwischen meinen Klassenkameraden und mir ist noch ziemlich schwierig. Auch wenn sie Englischunterricht haben, ist das Englisch von Japanern normalerweise nicht gut und auch mein Japanisch ist relativ schlecht. Zuhause funktioniert die Kommunikation besser, da wir vieles einfach von Google übersetzen lassen, doch in der Schule sind keine Handys erlaubt. Trotz allem habe ich schon einige Freunde gefunden, sowohl in meiner Klasse, als auch in meinem Club.

Am zweiten Wochenende war ich mit meiner Gastfamilie am Samstag in einer Mall shoppen und mein Gastvater hat mich zu einem kleinen Supermarkt mitgenommen, in dem ein großer Thunfisch ausgenommen wurde. Sonntags haben wir einen Tempel besucht. Es war wunderschön und außer uns waren noch viele andere Menschen dort. Sogar eine traditionelle japanische Hochzeit wurde an diesem Tag abgehalten und einige Japaner trugen Yukatas. Nachdem wir den Tempel wieder verlassen hatten, haben wir noch Kakigori gegessen, was japanisches Eis ist, und ein bisschen in den Läden vor dem Tempel gebummelt.

Etwas was mir in der ersten Zeit hier in Japan aufgefallen ist, ist, dass überall Automaten stehen, an denen man sich etwas zu trinken kaufen kann. Solche Automaten stehen wirklich an jeder Straßenecke oder an öffentlichen Gebäuden, und auch meine Schule hat drei oder vier Automaten vor der Cafeteria stehen.

Auch Convenience Shops, genannt Konbini, wie zum Beispiel 7-Elevens oder Lawsons gibt es sehr oft. Außerdem läuft im Wohnzimmer eigentlich durchgehend der Fernseher. Japanisches Fernsehen unterscheidet sich stark von deutschem Fernsehen. Es ist lebhafter und bunter, als deutsches Fernsehen. Auch die Art der Sendungen ist komplett anders, die meisten Sendungen sind Reaktionen auf ungewöhnliche Dinge oder ähnliches.

Aber das soll es fürs erste einmal gewesen sein!

Sophie :)