4.11.2018

Bericht #2 - High School, Halloween und mehr …

Hallo Metropolregion Rhein-Neckar,

es ist nun schon wieder eine Menge passiert im vergangenen Monat. Das Erste war mein Schulstart. Das war ziemlich aufregend und so neu für mich. Am Anfang musste ich schon direkt durch einen Metalldetektor, um in die Schule zu kommen, was ich ziemlich überraschend fand, aber auch nicht verwunderlich bei der hohen Kriminalitätsrate hier in Chicago.

Auf jeden Fall habe ich dann irgendwann auch mein Klassenzimmer gefunden. Meine Mitschüler waren sehr neugierig und haben viele Fragen gestellt. Danach haben sie mir alles erklärt: wie der Stundenplan funktioniert, wo ich hin muss und haben mich auch direkt ihren Freunden vorgestellt. Am Anfang war alles so neu und voller Technik, überall Computer; für den Unterricht bekommt man ein Chrome-book gestellt, jeder hat seine „Student-ID“ (Schülerausweis), und die Noten sind alle auf deinem Online-Schülerportal. Die Kantine, das Essen, die Tests, einfach alles ist anders, aber eben auch echt interessant und mit der Zeit gewöhnt man sich gut daran. Was mich aber echt geschockt hat, war, dass hier jeder sein Handy benutzt und sogar während des Unterrichts Musik hört.

Am Wochenende spiele ich außerhalb der Schule Theater, während meine Schwester Orchesterprobe hat. Ich bin in einer recht kleinen Gruppe und wir können uns selbst zusammenstellen, was wir spielen wollen; ich bin gespannt was dabei rauskommt, aber auf alle Fälle macht das Theaterspielen hier sehr viel Spaß. Auch in der Schule gefällt es mir inzwischen super gut.

Einmal wurden wir von AFS zu einer Schnitzeljagd im Stadtzentrum von Chicago eingeladen. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und mussten an verschiedene Orte gehen, um dort mit allen ein kreatives Bild zu machen. Es war ein echt schöner Tag und eine gute Gelegenheit die Stadt zu erkunden. Am nächsten Tag sind wir noch auf ein Basketball-Spiel der Chicago Bulls gegangen.

Ende September hatten wir auch wieder ein aufregendes Wochenende. Wir sind nicht nur auf den Jahrmarkt gegangen, sondern auch für eine Nacht nach Michigan gefahren, wo wir Freunde meiner Gastmutter besuchten.

Die waren super nett, haben ein richtig schönes Haus im Wald und ein Segelboot am Michigan-See. Es war echt schön, wir haben Brettspiele gespielt, haben zusammen Kekse gebacken und sind raus zum Strand gefahren. Das Wetter war nicht warm genug um ins Wasser zu gehen, aber einfach am Strand zu sein war unglaublich und ein wunderschönes Gefühl.

Danach sind wir noch etwas mit dem Segelboot auf den See raus gefahren. Das Boot war recht klein, weswegen wir ziemlich nahe am Wasser waren und alles hat sehr geschwankt, aber es war wirklich lustig. Zum Abschluss sind wir noch etwas essen gegangen und anschließend wieder zurück nach Chicago gefahren.

Sonntagmorgen ging’s schon wieder früh raus zu einer JDRF-Spendenaktion. JDRF ist eine Hilfsorganisation für Typ 1 Diabetiker. Jedes Kind mit Diabetes konnte sein eigenes Team gründen, dem man dann Geld spenden kann. Wir sind die „Magical Unicorns“ (magische Einhörner) und haben schon mehr als 2000 Dollar an Spenden gesammelt.

Am Samstagmorgen, den 13.10., bin ich mit Uber, eine Art Taxi, zu einem AFS Orientierungstag gefahren. Es hat echt super viel Spaß gemacht und ich konnte mich auch mit meiner AFS Betreuerin unterhalten. Doch ich musste das Camp leider frühzeitig verlassen, denn es ging für mich direkt weiter zum „Homecoming Dance“. Der Homecoming Dance ist ungefähr so wie ein deutscher Abschlussball, doch nicht weil man die Schule verlässt, sondern weil die Football-Spieler sozusagen zurückkehren.

Der Ball fand in der Sporthalle der Schule statt und sie hatten einen DJ. Der Ball war jedoch nicht so wie man sich ihn in Deutschland vorstellt, sondern war ganz einfach in der Sporthalle ohne Essen oder Getränke und mit einem modernen DJ. Auf der Tanzfläche wurde herumgesprungen, plötzlich von einer zur anderen Seite gerannt und herumgeschrien. Du musstest aufpassen, dass du nicht umgerannt wurdest. Es war verrückt und total anders, aber ich hatte sehr viel Spaß.

Am nächsten Morgen ging es auch schon direkt weiter zum Fright Fest. Ein Freizeitpark mit dem Thema, Halloween. Dort habe ich mich zum ersten Mal seit 67 Tagen mit meiner Freundin Aleyna getroffen. Wir haben uns im Juni auf einem AFS Treffen kennengelernt und sind seitdem gute Freunde. Sie wohnt jetzt in Havard, Illinois, was ungefähr eine Stunde von Chicago entfernt liegt und unsere Gasteltern haben es möglich gemacht, dass wir uns sehen können. Das Fright Fest ist ein riesiger Vergnügungspark mit allen möglichen Achterbahnen und anderen Attraktionen, die man sich nur vorstellen kann. Es gab aber noch eine Besonderheit, denn um 17:45 Uhr kamen die Zombies in den Park, um die Leute zu erschrecken. Es war einfach unglaublich. Es hat so viel Spaß gemacht erschreckt zu werden von allen möglichen Gestalten. Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß und Angst gleichzeitig.

So ihr Lieben, nun ging erneut ein wundervoller Monat in Chicago vorbei und ich freue mich, euch von meinen nächsten Abenteuern zu erzählen.

Bis bald, macht’s gut!

Eure Elif