28.11.2018

Bericht #3 – Ein Farang kommt rum!

Hey Metropolregion,

es ist jetzt schon wirklich eine ganze Weile her seit meinem letzten Blog. Ich hatte inzwischen einen Monat Ferien und habe eine Menge erlebt. Die Schule ist seit zwei Wochen wieder geöffnet und ich denke es wird Zeit, dass ich euch mal wieder auf den neusten Stand bringe. Seit meinem letzten Blog ist so viel passiert, ich weiß überhaupt nicht wo ich anfangen soll.

Am 20. September hatten wir unser erstes AFS-Camp seit dem Arrival-Camp. Es war einfach wieder schön, viel Leute wieder zu sehen und sich mit allen darüber zu unterhalten, was man schon alles erlebt hat. Aber da es ein sogenanntes Culture- Orientation-Camp war, haben wir natürlich auch eine Menge über die thailändische Kultur erfahren. Außerdem gab es einen Thai-Kochkurs, einen Thai-Tanzkurs und einen Muay-Thai-Kurs (Thai-Boxen). Wie auf jedem AFS Camp haben wir natürlich auch wieder viel gelernt. Aber im Großen und Ganzen war es einfach nur schön, alle wieder zu treffen.

Ein paar Wochen später habe ich mit meiner Familie ein Heim für Behinderte besucht und wir haben jede Menge Lebensmitteln gespendet. Uns wurden mehrere Lieder gesungen und es war schön zu sehen, wie glücklich doch alle dort sind. Die ersten zwei Wochen unserer Ferien waren jetzt aber schon um und ich hatte die meiste Zeit daheim verbracht. Also hatte ich mit Enrico (ein italienischer AFSler) geplant 10 Tage in Koh Samui, eine Insel im Süden von Thailand, zu verbringen. Es war schon alles durchgeplant. Wir hatten ein Gästezimmer bei einem Italiener gefunden, ich hatte mir schon eine Tauchbasis gesucht und mit Familie und Schule war auch schon alles geregelt. Doch dann, als wir gerade nach einer Transportmöglichkeit gesucht haben, kam der Anruf von AFS-Thailand, dass es jetzt noch zu früh für uns sei, solch eine Reise anzutreten. Und da war unsere Reise gestrichen, eine Woche Planung für nichts – weiter daheim sitzen.

Doch dann kam unsere Schule mit der Rettung: ein Schulausflug nach Südkorea! Wir waren natürlich beide sofort begeistert und nach ein paar Telefonaten nach Hause war dann auch alles schon geregelt. Am 14. Oktober ging es los, nachdem wir fünf Stunden am Flughafen gewartet hatten, konnten wir dann um 1:30 Uhr endlich das Flugzeug besteigen. (by the way, ich kann euch nicht empfehlen, eure Reise von Thailändern planen zu lassen. Das ist alles so unorganisiert hier!) Naja, wie dem auch sei...nach sieben Stunden sind wir dann um 6:00 Uhr Ortszeit in Seoul gelandet. Vom Flughafen wurden wir von unserem Reisebus abgeholt, der uns die vier Tag durch Korea gefahren hat.

Unser erster Halt war eine kleine Insel auf einem Fluss relativ weit innerhalb des Landes. Ich hätte echt gerne die ganze Landschaft während der Fahrt gesehen, aber wegen Nachtflug und falscher Planung, hatte niemand von uns die letzte Nacht geschlafen und das musste dann leider im Bus nachgeholt werden. Worin sich der Aufenthalt in Korea nicht von Thailand unterschied: Mit uns wurden bestimmt zwei Millionen Fotos gemacht! Und ein paar nette und hübsche Koreanerinnen haben wir auch kennengelernt.

In den nächsten Tagen haben wir dann noch den Seoul Tower, eine Schule, einen Tempel, den SM Tower, einen Freizeitpark, einen Palast und ein paar Shopping-Malls besichtigt. Im Großen und Ganzen hat mir Korea sehr sehr gut gefallen. Seoul ist einfach eine umwerfende Stadt und auch das koreanische Barbecue ist echt lecker. Nach vier Tagen mit vollem Programm war dann unser Schultrip leider auch schon wieder zu Ende und es ging zurück nach Thailand.

Nach fünf Stunden Schlaf in meinem eigenen Bett ging es am nächsten Tag schon wieder weiter im Programm mit einem Familienausflug nach Phetchabun, eine Provinz im Norden von Thailand. Die Provinz ist echt schön, viele Berge und Regenwälder. Unser Urlaub bestand allerdings ausschließlich aus Besichtigungen von Tempeln und Märkten, und als Highlight ein „Windpark“! Mein Gastvater war ganz begeistert von den riesigen Windrädern (die es bei uns ja wirklich überall gibt!). Es war aber schön, mal ein bisschen Zeit als „Familie“ zu verbringen, da meine Gasteltern beide arbeiten und leider daheim auch kaum gemeinsame Mahlzeiten stattfinden.

Wieder zurück in der Schule hatten wir drei Austauschschüler erstmal tagelang nichts zu tun, da niemand einen Stundenplan für uns erarbeitet hatte. Und leider findet immer noch kein Thai-Unterricht für uns statt. Dafür lern ich viel Italienisch :-)

Am Mittwoch dem 21. November war es dann soweit. Sportsday, relativ ähnlich zu Bundesjugendspielen, jedoch viel größer und wichtiger, stand an. Monate vorher bereiten sich alle Schüler für dieses dreitägige Event vor. An den ersten zwei Tagen werden Wettkämpfe in allen möglichen Sportarten ausgetragen, wie zum Beispiel: Fußball, Volleyball, Handball, Tischtennis und vieles mehr. Die Schule wird in fünf verschiedenfarbige Teams eingeteilt. Ich war Teil des grünen Teams und habe in unserer Basketballmannschaft gespielt, jedoch nur fünf Minuten, da ich absolut kein Basketball spielen kann.

Meinen Sport, Tennis, gab es leider nicht. Im Nachhinein bereue ich es, nicht bei mehr Wettbewerben mitgemacht zu haben, da ich mich die restliche Zeit gelangweilt habe. Der dritte und letzte Tag hat mit einer riesigen Parade angefangen. Um drei Uhr morgens bin ich dann also aufgestanden um mich mit meinem Team zu treffen und uns einzukleiden. Ich hatte die Ehre in einem traditionellen thailändischen Kostüm die Flagge unseres Teams zu tragen. Gegen Mittag war die Parade zu Ende und die restlichen Wettkämpfe wurden ausgetragen. Der Tag wurde mit einer Preisverleihung abgeschlossen. Dann wurden alle Fahnenträger mit ihrer weiblichen Begleitung nach vorne gebeten, so auch ich. Zuerst wurde das Mädchen vom roten Team auf die Bühne gerufen, doch weil alles auf Thai war, verstand ich nicht aus welchem Grund. Ihr wurde ein Pokal und eine rot-goldene Schärpe überreicht und dann wurde ich auf die Bühne gerufen. Komplett ahnungslos bin ich dann hoch und auch mir wurde ein Pokal und eine Schärpe überreicht.

Nachdem die Zeremonie zu Ende war habe ich meine Advisorin gefragt warum ich denn diese Auszeichnung bekommen hätte. Jetzt dürft ihr dreimal raten: Ich wurde zum „bestaussehendsten und populärsten“ Jungen des Sportsdays gewählt. Ich wusste noch nicht mal, dass es sowas überhaupt gibt! Aber naja, beschweren möchte ich mich nicht. Hab mich natürlich gefreut!

Fazit: Sportsday ist ein echt cooles Event hier in Thailand, jedoch finde ich, dass es zu lange ist. Drei Tage je 10h ist für mich einfach zu viel.

So, das war’s jetzt erstmal von mir. Ich melde mich wieder, wenn ich was zu erzählen hab.

Tim