8.12.2014

Bericht #4 - Große Ferien hier in Brasilien

Hallo liebe MRN,

es wird mal wieder Zeit ein wenig von den Geschehnissen hier in Brasilien zu berichten. Endlich haben die großen Ferien hier in Brasilien begonnen und auch hier in Caico beginnen die Menschen nun, sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten, was sich vor allem durch die zahlreichen Lichterketten in den Straßen und den vielen Weihnachtsbäumen in fast allen Wohnzimmern zeigt. Die Weihnachtsbäume jedoch sind hier alle aus Plastik, was es mir immer noch etwas schwer macht, das Ganze zu realisieren. J

Nun kurz etwas zu den Ferien hier in Brasilien: Die großen Ferien dauern hier ca. zweieinhalb Monate, bis Ende Februar nächsten Jahres. Wann genau sie jedoch aufhören weiß ich noch nicht so genau, weil direkt nach den Ferien der Karneval ansteht und in dieser Zeit (ca. 1 Woche) niemand in die Schule geht, sondern alle ununterbrochen feiern und Spaß haben. Darauf freue ich mich natürlich jetzt schon riesig.

Nun wieder zurück zum eigentlichen Thema: Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass es einem bei 38 Grad im Schatten und strahlendem Sonnenschein ein wenig schwer fällt, sich in die weihnachtliche Stimmung zu versetzen. Jedoch muss ich sagen, dass es nicht unmöglich ist, und ich mich schon jetzt sehr auf das Weihnachtsfest mit meiner Familie hier freue. Dass es nicht schneit und man auch nicht mit langen Hosen, sondern mit Shorts durch die Stadt läuft, ,ist Gewöhnungssache und ich habe es schon lange lieben gelernt.

Es ist einfach schön zu sehen, wie jeder versucht, trotz der enormen Temperaturen, das Weihnachtsfest so weihnachtlich wie möglich zu gestalten. – Die meisten kennen es auch nicht anders und haben Schnee, außer im Fernsehen noch nie gesehen. Schwierig ist es dann, wenn meine Freunde mich fragen, wie Schnee sich anfühlt. Da komme  ich immer ein bisschen in Erklärungsschwierigkeiten. J Oder habt ihr schon mal jemanden erklären müssen, wie sich Schnee anfühlt ? Für mich ist das eine weitere prägende, aber auch wunderbare Erfahrung ! Wer kann schon von sich behaupten, das diesjährige Weihnachtsfest bei 38 Grad im Schatten vorbereitet zu haben…?

Ein besonders schönes Erlebnis diesen Monat war mal wieder ein Ausflug in eine andere Stadt, die mit dem Auto nur ca. zwei Stunden von meiner entfernt liegt. Manch einer mag sich jetzt vielleicht fragen, warum ich „nur zwei“ betone, aber mit der Zeit hat man sich eben auch an die enormen Distanzen hier in Brasilien gewöhnt. Da stört es einen nicht mehr, wenn man mal eine Weile im Auto sitzen muss. 

Auf jeden Fall, fuhren wir nach Martins, einer Stadt die bekannt dafür ist, dass sie auf einem Berg liegt und man so einen wunderbaren Blick auf die Steppe des Nordostens genießen kann. Einige Brasilianer sagen, es sei dort sehr kalt, aber davon spürte ich komischer Weise nichts. Lag wahrscheinlich daran, dass ich aus Deutschland andere Kälte gewohnt bin. Zusammen mit meinem AFS-Betreuer und einer anderen AFS-erin und deren Betreuerin verbrachten wir  unsere Zeit dort in einem Restaurant mit unglaublichen Blick.

So eine Aussicht hat sich mir hier in Brasilien noch nie geboten. Das war einfach atemberaubend. Zwar ist es hier im Nordosten sehr trocken d.h. einen Regenwald konnte man jetzt nicht bestaunen, aber auf eine bizarre Art hatte diese Aussicht auch ihre Schönheit. Eines, liebe MRN, ist mir jetzt schon klar geworden: Es sind eben auch die kleinen Dinge, die so ein Auslandsjahr  unvergesslich machen.

Nächste Woche werde ich eine Reise zu den Foz do Iguaçu machen, und zusammen mit anderen AFS-ern aus ganz Brasilien dieses einzigartige Naturwunder besuchen. Die Foz do Iguaçu sind die größten Wasserfälle Südamerikas und einer der touristischen Magneten schlechthin. Etwas darüber werde ich euch, liebe Menschen in der Rhein-Neckar-Region, ganz bestimmt in meinem nächsten Blogeintrag erzählen. Also, reinschauen lohnt sich immer !

Doch nun wünsche ich allen erstmal eine wunderbare Vorweihnachtszeit, ein besinnliches Weihnachtsfest und schon jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr! Feliz Natal ! Gregor