29.3.2015

Bericht #7 - Ein Austauschjahr ist wie eine Fahrt mit der Achterbahn...

„Ein Austauschjahr ist wie eine Fahrt mit der Achterbahn. Zuerst will man unbedingt damit fahren und ist sehr fasziniert von der Vorstellung, dann geht es schnell. Man muss einsteigen und dann kommen die ersten mulmigen Gefühle. Dann gibt es Hochs und Tiefs. Aber es wechselt dann sehr schnell. Am Ende ist man ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist, ein bisschen stolz, dass man es überlebt hat, erfreut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und eigentlich würde man am liebsten sitzen bleiben und noch mal fahren.“

Liebe MRN,

die letzten drei Monate meines Jahres haben nun begonnen, und eigentlich möchte ich Brasilien gar nicht mehr verlassen. Zu sehr habe ich mich in das Land, die Lebensweise und die Kultur hier verliebt. Es ist wie als würde man für die Zeit seines Auslandsjahres ein komplett neues Leben ausprobieren.

„Zeit“ wird im Duden als ein verfügbarer Teil des Nacheinanders, der Abfolge von Augenblicken, Stunden und Tagen definiert. In den sieben Monaten Brasilien kann ich gar nicht aufzählen, wie viele unvergessliche Augenblicke, Stunden und Tage ich hier schon erleben durfte.

Doch nun zu meinem Highlight dieses Monats: Der Abschlussball meines Gastbruders – eine neue und einmalige Erfahrung, hier am anderen Ende der Welt. Doch nun immer der Reihe nach. Da der Abschlussball hier in Brasilien zu einem der angesehensten und wichtigsten Feste gehört, galt es für alle, sich erst einmal besonders chic zu machen , um für den bevorstehenden Abend so gut wie möglich auszusehen.

Dazu muss man sagen, dass sich vor allem Frauen bei der Vorbereitung ein wenig mehr Zeit lassen und auch gerne dazu bereit sind, etwas mehr in den perfekten Look zu investieren. So werden die Haare beim Lieblingsfrisör gut eine Stunde zurecht gerückt, bis sie auch wirklich perfekt sitzen. Als sich dann alle in Schale geschmissen hatten, brachen wir gemeinsam zum Abschlussball meines Bruders auf.

Dort angekommen, war ich zugegeben erst einmal sehr beeindruckt und auch ein wenig überrascht von den edlen Dekorationen, mit denen der gesamte Saal geschmückt war. Bevor es jedoch zum Teil des Essens überging, begaben sich alle gemeinsam zu einem Fotograf, der den Abend bildlich festhalten sollte. So machte die gesamte Familie Fotos in allen möglichen Kombinationen, damit auch wirklich jeder ein Foto mit jedem hatte.

Anschließend begaben sich alle zu Tisch, um zu Essen und sich miteinander zu unterhalten. Danach folgte der wichtigste Teil des Abends und wahrscheinlich auch der, der das ganze so unterschiedlich zu einem deutschen Abschlussball machte. Nun wurde jeder der Absolventen einzeln auf eine Bühne gerufen. Jeder von Ihnen musste nun eine kleine Show präsentieren, über die Er/Sie sich schon im Voraus Gedanken gemacht hat, um das Publikum zu belustigen.

Für mich war das wirklich etwas ganz Neues, denn so etwas hatte ich auf einem Abschlussball noch nie zuvor gesehen. Danach war der offizielle Teil des Abschlussballs vorbei und der restliche Abend glich eher einer großen Party bei der alle gemeinsam Spaß hatten.

Das war das eine wirklich tolle Erfahrung, und auch eine die wirklich einzigartig war, denn schon jetzt weiß ich, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ich jemals wieder die Chance bekomme, einen brasilianischen Abschlussball zu besuchen.

Das war´s erst einmal wieder von mir, hier aus Brasilien. Bald werde ich für 10 Tage an den Amazonas reisen und dort mit Austausch-Schülern der ganzen Welt den unglaublichen Regenwald entdecken... Also, rein schauen lohnt sich immer J Gregor