1.5.2015

Bericht #8 - Mein Jahr hier in Brasilien neigt sich immer mehr dem Ende zu

Não é um ano na sua vida – É uma vida em um ano!
( Es ist kein Jahr in deinem  leben – Es ist ein Leben in einem Jahr ! )

Liebe MRN,

Mein Jahr hier in Brasilien neigt sich immer mehr dem Ende zu, jedoch genieße ich die noch verbleibenden Monate in vollen Zügen. Zu irreal ist der Gedanke, dass ich schon in drei Monaten wieder in Deutschland lebe, und mich wahrscheinlich auch schon wieder komplett an alles gewöhnt  und eingelebt habe.

Diesen Monat habe ich es auch endlich geschafft, die Präsentation über meine Heimat, die MRN, zu halten. Da es jedoch, gegen all meine Erwartungen, kaum Interesse an meiner Schule gab, entschied ich mich kurzentschlossen dazu, die Präsentation einfach für Freunde, Nachbarn und Interessierte zu halten – auch mit dem Gedanken, dass ich in den nächsten Monaten wohl kaum mehr Zeit dafür haben werde.

So räumte ich das Wohnzimmer meiner Tante kurzum in einen Präsentationssaal um und stellte reichlich Stühle  und genügend Wasser bereit. Auf einem kleinen Tisch stellte ich das Anschauungsmaterial aus und bot dazu die wohl bekannteste deutsche Süßigkeit an: Haribo ! Davon hatte ich extra ein paar Packungen aus meinem Weihnachtspaket aufgehoben, um Sie nun für meine Präsentation zu nutzen.

Wie erwartet, kamen diese auch sehr gut an. Im allgemeinem war es wirklich ein gelungener Nachmittag, denn gegen all meine Befürchtungen, es würden  nur wenig Interessierte kommen, füllte sich das Wohnzimmer meiner Tante, dann doch mit recht schnell mit vielen Leuten, die auch reichlich Fragen mitbrachten.

Doch nun zu einem anderen Thema. Bald werde ich, wie bereits in meinem letzten Blog Eintrag erwähnt, an den Amazonas reisen, doch zuvor, liebe Leserinnen und Leser, möchte ich Ihnen von dem AFS Abschlusscamp berichten, welches wirklich eine tolle Erfahrung war, denn auch, oder vor allem unter den Austauschschülern haben sich während der Zeit hier, tiefe Freundschaften entwickelt. So war das AFS- Camp ,die wohl letzte Gelegenheit, noch einmal alle zu sehen, sich mit allen noch einmal über seine Erfahrungen auszutauschen, oder einfach, um noch ein letztes Mal gemeinsam Strand zu relaxen. Einfach toll !

Doch nun immer der Reihe nach. Das Camp dauerte drei Tage und fand dementsprechend an einem Wochenende statt. Dazu kamen alle Austauschschüler aus dem gesamten Nordosten Brasiliens in Natal zusammen. Für mich hieß das natürlich, wie immer, erst einmal vier Stunden Busfahrt, in einem dieser echt kalten Reisebusse. Diese sind durch Klimaanlage echt immer sehr stark runtergekühlt. Komplett durchgefroren, aber voller Vorfreude, auf das bevorstehende Camp, kam ich so endlich in Natal an. AFS hatte dort ein Strandhaus für uns gemietet, welches wirklich wunderbar war. Mit eigenem Pool, und dem Strand in unmittelbarer Reichweite, war für alles gesorgt und das Wochenende konnte nur gut werden.

 

Schon von den AFS Betreuern erwartet, wurde mir direkt mein Zimmer zugewiesen und danach begann das Camp auch schon mit einem der berühmten AFS- Energizer J.  Da es jedoch schon recht spät war, war das auch der einzige Punkt, der auf dem Programm stand und so entließen uns die Betreuer für den restlichen Abend – natürlich durften Haus und Grundstück nicht verlassen werden.

Am nächsten Tag standen mehrere Übungen an, bei denen wir vor allem unser Austauschjahr reflektieren und anschließend gemeinsam darüber unterhalten sollten. Ich habe festgestellt, dass mein Jahr, bis auf ein paar Ausnahmen, zu einer dieser völligen „main stream“ Jahre gehört.

Anschließend bekamen wir noch den „Letter to yourself“ ausgehändigt, den wir schon auf dem ersten AFS- Camp an uns selber schreiben sollten. Für die Meisten war das, ein doch recht emotionaler Moment, denn man hatte nun vor Augen, was man sich am Anfang des Jahres vorgenommen hatte und was man wirklich realisieren konnte.

Danach war auch das Programm für diesen Tag vorbei und wir konnten endlich zum besten Teil des Tages übergehen: Dem Strandbesuch ! J Es war einfach nur toll, noch ein letztes Mal mit allen anderen im warmen Meer zu schwimmen und zusammen einfach nur unser komplett anderes und in diesem Moment doch echt geniales Leben hier zu genießen.

Am nächsten Tag sollte es für alle wieder zurück in Ihre Heimatstädte gehen, womit uns allen bewusst war, dass es nun Abschied nehmen heißt. Niemandem von uns ist klar, wann und wo wir uns jemals wieder sehen werden. Eins haben wir uns jedoch alle versprochen: Eines Tages, werden wir uns alle wiedersehen! Nun liebe MRN, sende ich sonnige Grüße aus dem, wie immer, heißen Nordosten Brasiliens in die Heimat. Gregor