21.3.2019

Bericht #4 – Weihnachten, Neujahr und Trips

Hallo Metropolregion Rein-Neckar. Ich weiß, es ist eine lange Zeit vergangen, in der ich kein Bericht geschickt habe. Bei mir gibt es kleine Internet Probleme. Dafür gibt es jetzt gleich zwei Berichte auf einmal. Viel Spaß beim Lesen.

Obwohl Weihnachten auf den Philippinen schon 4 Monate vorher anfängt, bin ich nicht wirklich in die Stimmung gekommen. Überall war es sehr Kitschig geschmückt und es lief Weihnachtsmusik, was ich eigentlich ganz schön fand. Es war mir einfach zu warm und nicht familiär, um in Stimmung zu kommen. Da das Familienleben hier so groß geschrieben wird, habe ich mir etwas anderes vorgestellt. Meine Familie saß nur am Handy und hat überhaupt nichts gemacht, nicht einmal in die Kirche sind wir gegangen, was mich sehr verwundert hat. Daher war mein Geburtstag und Weihnachten eher enttäuschend. Ich durfte über die Weihnachtszeit nicht raus gehen, was auch verständlich ist, da es Familienzeit ist. Aber an meinem Geburtstag war meine Gastmutter Arbeiten und meine Geschwister waren nur im Zimmer und haben mir nicht einmal gratuliert. 

Weihnachten lief ziemlich gleich ab. Ich hatte ihnen ein paar Vorschläge gemacht, was wir zusammen unternehmen könnten, aber sie waren nicht wirklich begeistert und wollten nur an ihrem Handy rumspielen. Also habe ich ein paar Weihnachtsfilme angeschaut und bin schließlich eingeschlafen. Um 12 Uhr nachts wurde ich dann für das Weihnachtsessen geweckt. Meine Familie hatte unser Essen aber schon mittags bei Jollibee (Fast Food like McDonalds) gekauft, somit war es kalt und voller Ameisen. Danach sind wir wieder schlafen gegangen und mussten am morgen früh aufstehen, da meine Schwestern mich mitgenommen haben, Geld zu sammeln. Das ist hier eine Tradition an Weihnachten. Man kann sich das etwa wie Halloween vorstellen, nur eben mit Geld. Man geht von Haus zu Haus und sagt: „Namamasko po“ (Frohe Weihnachten wünschen).

Für Silvester, habe ich meinen Coach vom Basketball gefragt, ob ich mit ihm und seiner Familie feiern kann. Wir sind in ein Hotel gefahren und somit hatte ich dann wenigstens einen schönen Start ins neue Jahr.

Zwei Wochen später bin ich mit anderen Austauschschülern aus Deutschland, Belgien und Türkei nach Bohol geflogen. Am ersten Tag sind wir direkt zur ZipLine gegangen und hatten gleich einen schönen Ausblick. Den darauffolgenden Tag sind wir zur Hanging- Bridge ( Eine Brücke aus Bambus) und zum Forrest gefahren. Der Forrest, sah ein wenig aus wie der Pfälzer Wald, nur die Bodenstruktur war anders. Auf unserem Weg haben wir ein „Banana Heart“ gefunden. Das ist die Blume vom Bananen Baum. Hier in Asien wir die Blume als ein Gemüse und sehr gesund angesehen. Hier sind ein paar Dinge, gegen was das Herz des Bananen Baumes angeblich hilft: Anämie, Infektionen, Angstzustände, Depressionen, Gewichtsabnahme und es soll die Regelblutung reduzieren. Ich habe es auch probiert und es schmeckt echt gut.

Den Tag danach ging es dann endlich mit dem Bus und voll bepackt zu den Chocolate Hills. Das ist die größte Touristen Attraktion in Bohol. Die Berge sehen aus wie Maulwurfshügel und erinnern an gemalte Berge von Kindern. Die Area besteht aus etwa 1268 Hügeln und zwischen 30 und 50 Metern hoch. Jeder Hügel ist mit Gras bewachsen, dass am Ende der trockenen Phase bräunlich verfärbt wird. Daher kommt auch der Name „Chocolate“, und nicht wie viele denken, weil es dort wirklich Schokolade gibt.

Die Busfahrt war ein wenig anstrengend, da alle Leute rein gequetscht worden sind und die Türen auch offen blieben. So musste man echt aufpassen, dass man in den Kurven nicht aus dem Bus gedrückt worden ist. Nachdem wir den Berg hochgelaufen sind und wir eine mega gute Aussicht hatten, sind wir wieder zurück nach Panglau und haben ein günstiges Hostel gefunden. Dort haben wir auch zwei deutsche Studentinnen getroffen, die momentan eine Asien Reise machen. Am nächsten Tag sind wir erst in einer Tropfsteinhöhle schwimmen gegangen und danach an den Strand in Alona gefahren.

Am nächsten Morgen mussten wir früh raus, da unsere Fähre um 10 Uhr nach  Cebu abgelegt hat. Da zu diesem Zeitpunkt das „Sinulog“ Festival in Cebu war, war die Stadt total überfüllt und wir hatten echt Probleme ein Hotel zu finden. Sinulog ist ein kulturelles und religiöses Fest, welches jeden dritten Sonntag im Januar stattfindet. Schon am Vortag finden Straßen Partys oder Music Festivals statt.

Am Ende hatten wir dann eine Unterkunft für 3 Euro die Nacht gefunden. Fragt erst gar nicht, wie es dort aussah. Es war aber nur für eine Nacht und früh morgens sind wir dann ja auch schon wieder an einen Strand gefahren. Was an dem Tag dann passiert ist, hätte ich echt nicht erwartet. Wir saßen in einem Jeepney und ich habe mein Geld zum Zahlen rausgeholt. Der Mann neben mir und der Mann vor mir, haben richtig auffällig in meinen Geldbeutel geschaut, also habe ich ihn schnell wieder in meinen Rucksack gepackt. Ein deutscher Freund meinte dann auch noch so, dass ihm die Männer suspekt vorkommen, da sie uns schon die ganze Zeit gefolgt sind. Auf jeden Fall, ist dem Typ vor mir dann ganz plötzlich das Geld runtergefallen und ich hab es aufgehoben, was ich besser nicht gemacht hätte. Die beiden Männer sind dann auch relativ schnell ausgestiegen und im nächsten Jeep habe ich dann bemerkt, dass mein Geld, Kreditkarte und alles weg war. Wir waren 9 Austauschschüler und keiner hat etwas mitbekommen, daran sieht man wie gut Taschendiebe hier sind. Als alles geklärt war, hatten wir trotzdem noch einen schönen Tag. Den Tag drauf sind wir dann endlich mit den Whale Sharks schwimmen gegangen. Es war ein unglaubliches Gefühl, so nahe an ihnen dran zu sein. Wir hatten eine Menge Spaß, nur ist es schade, dass es so überfüllt ist, da es eben eine Touristenattraktion ist. Wir haben auch zwei Tempel in Cebu besichtigt, was echt interessant war und natürlich sind wir zu dem Sinulog Musikfestival gegangen, wo wir noch andere Austauschschüler getroffen haben. Am nächsten und letzten Tag haben wir dann versucht am richtigen Sinulog Festival mit zu feiern. Es war aber so überfüllt, dass du nichts sehen konntest und somit haben wir uns langsam auf den Weg zum Flughafen gemacht.

Als ich zuhause angekommen bin, war schon wieder eine komische Stimmung zwischen mir und meiner Gastmutter. Wir hatten schon seit längerer Zeit ein paar Probleme. Auch mein Zimmer hat nach Hundepipi gestunken, wie es in letzter Zeit immer wieder vorkam. Egal wie oft ich mit ihnen geredet habe, hatte sich nichts geändert. Da das eben auch zu meinem Auslandsjahr dazu gehört, werde ich jetzt noch was zu meinem zweiten Familienwechsel sagen. Nachdem ich drei Tage im Krankenhaus war und die Situation zu Hause sich immer mehr zugespitzt hatte, habe ich mit AFS in Deutschland gesprochen, da AFS Philippinen mir nicht zuhören wollte. Die ganzen Probleme, auch mit den Hunden hatte ich schon letztes Jahr bei AFS Philippinen angesprochen, doch es hieß immer nur, dass ich es noch einmal versuchen sollte. Ich hatte andauernd Gespräche mit meiner Betreuerin, doch nichts konnte irgendwie geändert werden. Schon Anfang Oktober habe ich an einen Familienwechsel gedacht, doch es konnte keine Familie gefunden werden. Vor meinem Geburtstag und Weihnachten wollte ich unbedingt wechseln und es hieß wieder nur, dass sie keine Familie haben. Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass es mehr als 10 andere Familien in meinem Umkreis gab. Zum Glück hat es im Januar, nachdem AFS Deutschland sich eingeschaltet hat, schnell geklappt. Meine neue Familie ist jetzt zwar 9 Stunden weit weg, aber ich habe mich gut eingelebt und mir geht es sehr gut hier. Die letzte Woche zusammen mit meiner Familie war echt seltsam, weil keiner mehr mit mir gesprochen hat und meinen Gastgeschwistern wurde auch verboten mit mir zu sprechen. Essen gab es für mich auch nicht mehr, das musste ich mir dann auch selbst kaufen. Ich finde es echt schade, dass das mit dem Familienwechsel nicht sofort letztes Jahr geklappt hat, weil mir es jetzt richtig gutgeht, und ich aber nur noch 2 Monate mit meiner neuen Familie Zeit habe. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich mit AFS in Deutschland gesprochen habe, auch wenn uns hier immer gesagt worden ist, dass wir nicht it ihnen sprechen sollen.

Da meine neue Familie viele Dinge mit mir unternimmt, gibt es hier sehr viel zu erleben.

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten mal.