10.5.2019

Bericht #7 - Junior Prom und Klimastreik

Hallo liebe MRN,

Momentan erlebe ich sehr viel, ich habe das Gefühl, jetzt zum Ende hin komme ich gar nicht mehr hinterher mit dem Berichten! Leider habe ich die wunderschöne Zeit, die ich im Urlaub in North Carolina mit meiner Gastfamilie hatte schon hinter mir, doch danach ging nur noch von einem Event zum anderen. Ostern, Passahfest und Geburtstage, so wie der 10 Kilometer Waldlauf, den ich mit meinem Gastvater unter 2 Stunden meisterten, traten auf. Ausserdem fing es jetzt plötzlich auch an so wunderschön draussen zu werden und man kann endlich mal wieder Garten, Parks, der Innenstadt, aber auch all die Seen in unserer Stadt und Strände am Meer besuchen und die Sonne genießen, auch wenn es noch leider noch nicht warm genug ist Schwimmen zu gehen.

Wovon ich euch aber eigentlich genauer erzählen möchte ist von meinem sozialen Aktivismus in den ich hier anfing involviert zu werden und meiner amerikanischen High School Prom-Ball Erfahrung.

Junior Prom stand an, welchen ich mir zuvor ja nur in all den High School Klassikern ausgemalt hatte. Wochen nein, Monate oder wahrscheinlich Jahre bevor Prom fingen Mädchen in meinen Klassen an über ihre perfekten Traumkleider, Make-up, Haare und Nägel den Kopf zu verbrechen. Die Erwartungen sind sehr hoch und es kann sehr stressvoll aber vor Allem besonders teuer werden, wenn man das alles treffen moechte. Kurz vor Prom ging jeder Schuhekaufen, die extravaganten teuren Kleider besorgten sich die Meisten schon viel früher; Nägel wurden sich machen gelasst und natürlich Haar und Make-up. Mich persönlich machte das alles schon ein bisschen verrückt und auch wenn ich Glück hatte und ein Kleid von Freunden ausleihen konnte, gab es natürlich andere Wege sein Geld rauszuhauen, was ich im Nachhinein schon etwas bereue um Ehrlich zu sein. All der Aufwand ist nur fuer einen Abend ist und klar wurden viele Bilder gemacht, aber letztendlich tanzten und aßen wir sowieso die ganze Zeit lang.

Jedenfalls schwaenzten ich und meine Gastschwester und Freundin am eigentlichen “Prom-Day” unsere letzten 2 Stunden. Doch nicht um den ganzen Tag Zeit zu haben uns fertig zu machen fuer den Ball, wie viele andere Maedchen, nein.

Am Morgen des Freitags dem 22. April fuhr uns Elle’s Mutter nach Hartford, der Staatshauptstadt um beim Programm der Organisation “US Connecticut Youth Climate Strike” - Jugend Klimawandel Aktivisten und Aktivistinnen. Leider konnten wir nicht den ganzen Morgen dort verbringen, da wir die ersten 4 Stunden in der Schule sein mussten um am Abend am Prom teilnehmen zu können. Wenigstens ließen sie uns überhaupt gehen. Leider verpassten wir somit letztendlich den eigentlichen Streik. Dennoch bekamen wir die Möglichkeit im Haus der Abgeordneten (Hauptgebäude) des Staates Connecticuts mit einer Gruppe aus Jungen Aktivisten/-innen herumzulaufen und die Initiative zu ergreifen, Abgeordneten versuchen unsere Konzerne beizubringen und klar zu machen in der Hoffnung für Veränderung und schnellen Eingriff und Handeln.

“Cause we need change. And action. Now.”

Auch wenn einige der Politiker sehr beschäftigt waren und uns keine Aufmerksamkeit schenken konnten, kamen wir an manche heran und brachten ihnen unsere Bedenken nahe. Die Organisation, die dieses Event veranstaltete erzählte uns auch von all den anderen interessanten Angeboten, die sie anbieten, bei welchen ich jedoch leider nicht mehr teilnehmen kann weil ich ja bald schon das Land wieder verlassen werde… Dieser halbe Tag jedoch war auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung und ich bin froh einen Einblick in lokale Politik und aktuelle Geschehnisse zu bekommen, bezüglich der internationalen Klimakatastrophe.

Am Nachmittag kamen wir dann nach Hause und machten uns alle zusammen fertig bis um 6 Uhr abends wo wir uns bei einer Freundin zu Hause trafen zum Foto Schiessen. Das brauchte dann auch seine Zeit und letztendlich ging es dann los in mehreren Autos zum Prom, in “Woodwinds”, einem Veranstaltungsort für Hochzeiten und Events in der Stadt in unserer Nachbarstadt stattfand. Der Anlass war sehr fein, hinter dem geschmückten Eingang wo Lehrer die 50$ Tickets checkten, befand sich der grosse Saal mit runden Tischen mit weißen Tischdecken am Rande und dem großen Buffet in der Mitte. Alle Schuelerinnen und Schueler fingen an einträufeln, jeder in seiner vollen Pracht und es wurden mehr Fotos gemacht, drinnen im Fotoautomaten aber auch draussen vor dem großen Wasserfall im Veranstaltungs Garten. Das Essen war richtig gut, vor Allem der Nachtisch, aber viel Zeit zum Essen hatte ich uns sowieso nicht da mich meine Freunde auf die Tanzfläche zogen. Das Tanzen war cool aber anders als erwartet, es war viel mehr wie der Homecoming Tanz im Herbst, als ein “Ball”. Es gab einen einzigen “Slow-Song”, was ein Partnertanz war, aber sonst war es nur random dancing wie in der Disco. Gegen 11 Uhr fuhren wir dann mit unserer ganzen Freundesgruppe zum Diner, das 24/7 offene REstaurant wo wir immer hin gehen. Dort trafen wir dann unsere halbe Stufe wieder und aßen und gingen dann gegen 1 zu einer Freundin heim und hatten 'nen Sleepover. Insgesamt hatte ich sehr viel Spass, es war anders als erwartet und wenn ich einen Tip geben kann, macht euch nicht verrückt ueber Prom, soviel Wert ist es sowieso nicht und schaut dass ihr euch ein Kleid ausleihen könnt weil das spart wirklich viel Geld, falls ihr das gerade lest und eventuell mal auf amerikanischen Prom gehen solltet. Es ist aber auf jeden Fall eine Erfahrung und einfach cool mit seinen Freunden Spass zu haben.

Ich hoffe in der MRN steht noch alles, ich melde mich bald wieder,

Eure Leandra