27.10.2019

Bericht #1 – Die Anfänge

Hola y saludos desde Panamá,

ich bin jetzt schon seit einem Monat in meiner Familie und in meinem neuen Zuhause hier in Panama, wo ich für die kommenden neun Monate leben darf. Und doch fühlt es sich so an, als wäre ich gestern erst aus dem Flieger gestiegen, da die Zeit hier nur so an mir vorbei fliegt. Andererseits habe ich das Gefühl ich könnte zwei Monate mit all dem füllen was ich hier erleben durfte, in meinem kleinen Abenteuer. Alles fühlt sich anders an, die Menschen, die Kultur, ich habe das Gefühl, selbst die Hunde hier verhalten sich anders als Daheim.

Die Zeit kam natürlich nicht ohne Auf und Abs der Gefühle aus. Zwischendurch überkam mich immer mal wieder Heimweh aber um so mehr Freude und Dankbarkeit empfinde ich für alles was ich hier erlebe darf, die netten Menschen die ich kennen lerne, die Orte die ich sehen und das leckere Essen das ich hier essen darf. Durch diesen Blog will ich euch an diesem, meinem Abenteuer in Panama teilhaben lassen.

Mein Abenteuer begann schon im Frühling dieses Jahres in Form von 3 Vorbereitungstreffen mit AFS, zwei allgemeinen und einem länderspezifischen und der Bewerbung bei dere MRN als Junger Botschafter. In der Zeit habe ich viel mit an die Hand bekommen wofür ich sehr dankbar bin. Vor allem bin ich dankbar für die freiwilligen Mitarbeiter von AFS die sich um uns kümmern und unterstützen.

Am Freitag, den 6. September war es dann so weit. Ich stieg mit 15 weiteren Teilnehmern in den Flug nach Panama. Nach 8 Stunden Flug wurden wir von AFS Mitarbeiter direkt ins Arrival Camp gebracht, dass inmitten von Panama City in einem kleinen Motel stattfand.

Dort haben wir einen ersten Eindruck von Panama, dem Essen, der Hitze und extrem hohen Luftfeuchtigkeit bekommen, die mir in der ersten zeit echt zu schaffen gemacht hat. Auch wurden unsere Visa beantragt und ich habe einige Freunde unter den Mitarbeitern und anderen Teilnehmern gefunden, wir hatten glaube ich alle insgesamt eine gute Zeit während des Camps.

Montagmorgen wurde ich dann von meiner Gastmama, meiner kleinen Schwester, meinem Onkel und seiner Tochter abgeholt. Auf dem Weg zu meinem neuen Zuhause in Arraijan, das direkt neben Panama City liegt, wurden auch schon die ersten Bilder von meiner Gastmama gemacht. Daheim angekommen gab es erstmal gut zu Essen mit der ganzen Verwandtschaft und danach ging es mit meinen Cousinen und ihren Freunden in deren Pool schwimmen. Danach habe ich dann auch zum ersten mal in einer Hängematte hier geschlafen und so hatte ich einen lustigen und netten ersten Nachmittag mit meiner Familie. 

Die erste Woche bin ich noch nicht in die Schule gegangen, da ich noch noch nicht in der Schule angemeldet war und mir die Schuluniform fehlte. Also verbrachte ich die Woche viel bei meiner Oma, die ein paar Häuser weiter wohnt, da meine Mama Lehrerin ist und den halben Tag arbeitet. Die Zeit mit meiner Oma hier bestand viel aus essen und damit, dass sie mir diverse Karten- und Brettspiele beigebracht hat, da hier als Familie viel Karten gespielt wird, wenn alle zusammenkommen oder nichts zu tun ist. Und natürlich auch hin und wieder ein Nickerchen in einer der Hängematten die hier jeder hat.So fielmir das Einleben recht leicht.

Am Wochenende der ersten Woche wurde ich der Folkloregruppe meiner Mama vorgestellt und wir sind auf einen Folclor verbundenen Trip nach Tonosi gefahren, wo die Schüler meiner Mutter eine Aufführung hatten. Danach wollten wir noch ans Meer bei Tonosi, aber kurz nachdem wir  aus dem Bus gestiegen sind und ich meine ersten Fotos gemacht hatte, fing es an zu regnen und es wurde beschlossen, dass wir weiterfahren. Das Wetter in Panama ist generell recht sprunghaft und plötzliche Regenschauer überraschen einen immer wieder. So hatte ich leider keine Chance im Meer schwimmen zu gehen. Durch den Trip konnte ich gleich in der ersten Woche einiges von Panama sehen, was mich echt glücklich gemacht hatte.

Dienstags war dann mein erster Schultag, nachdem meine Familie und ich Montags meine Uniform gekauft hatten und ich angemeldet wurde. Mein Schultag beginnt hier um 12:45 aber aus dem Haus muss ich schon 11:20, da ich von meinem Colegial, der Schulbus hier, vor der Haustür abgeholt werde. In der Schule habe ich schnell Freunde in meiner Klasse gefunden, da viel meiner Klassenkameraden  überraschenderweise sehr gut Englisch sprechen können.

Meine Klassenkameraden kümmern sich gut um mich und probieren mir so gut es geht mit dem lernen und dem allgemeinen Schultag zu helfen.

Der Unterricht an sich ist recht langweilig und verwirrend weil ich ihm kein bisschen folgen kann und so mache ich meistens meine eigene Sache und lerne Spanisch oder lese Bücher. Nach der Schule um 17:45 geht es dann wieder mit dem Colegial nach Hause, zum Glück dauert die Rückfahrt nur 30 min. Daheim gibt es dann Abendessen und danach gehe ich meistens zu meiner Oma und spiele mit der ganzen Familie Karten. So verläuft die Woche recht ereignislos da ich vor und nach der Schule kaum Zeit für größere Sachen habe.

Nach der ersten Reise mit der Folklore-Gruppe unternahm meine Mutter mit mir und meiner kleinen Schwester noch zwei private Reisen. Beide Reisen fanden vom 26 bis zum 29 statt und gingen jeweils zwei Tage. Während der ersten Reise vom 26 bis zum 27 haben wir eine Freundin von meiner Mutter zu einem Decimas Contest begleitet nach Guarare und eine Nacht dort bei einer ehemaligen Schülerin meiner Mutter geschlafen. Auf dieser Reise habe ich leider nicht ganz so viel von Panama sehen können aber dafür habe ich mehr von der Kultur Panamas mitbekommen.

In die zweite Reise vom 28-29 da ging es in die Provinz Chiriqui wo wir zu einigen sehenswerten Orten gefahren sind wie Boquete, Terras Altas und La Frontera. Auf der Fahrt habe ich nette Menschen kennen gelernt, hatte insgesamt viel Spaß und habe viel von Panama sehen können.

Die Reise hattet mir nochmal gezeigt wie nett und offen die Menschen hier sind, da ich sofort zu allem mit dazu genommen wurde sei es Karten spielen oder mit einer fremden Familie zu Mittag zu essen. Chiriqui ist recht kalt im Vergleich zu Arraijan wo ich lebe und deswegen konnte ich sogar einen Pulli anziehen. Durch die Reise habe noch mehr von den unterschiedlichen Regionen Panamas sehen können, was mich freut.

Meine Mutter hat auch schon weitere Reisen geplant für den November und ich freue mich schon auf jede einzelne Möglichkeit mehr von Panama zu sehen.

Und so ging mein erster Monat hier recht schnell rum und ich freue mich schon auf den nächsten.

So komme ich auch zum Ende meines ersten Blogs. Ich hoffe es war informativ und interessant für euch.

Bis zu meinem nächsten Blog!

Ciao Simon