29.10.2020

Bericht #2 – schon 2 Monate!!!

Mein Oktober ist chaotisch gestartet, da in Lancashire ab Ende September die Covid-19 Infektionen in die Höhe geschossen sind und wir in einen lokalen Lockdown gehen mussten. Das heißt die Anzahl an Leuten in einem Haus wurde zuerst minimiert, später wurde dann das Mischen von Haushalten in geschlossenen Räumen gänzlich untersagt, in den Schulen wurde eine Maskenpflicht für soziale Räume und Gänge eingeführt (zusätzlich zu dem vorhandenen one -way-system).In England werden die Lockdowns jetzt in verschiedene Stufen, T1- T3, eingeteilt. Da die Zahlen weiterhin gestiegen sind mit den weiteren Einschränkungen, wurde Lancashire dann zu einem T3 Gebiet erklärt, was heißt alle Pubs und Bars wurden geschlossen, das Mischen von Haushalten ist nur noch in Restaurants oder Cafés erlaubt, mit einem Mindestabstand von 2m und maximal sechs Personen, diese müssen alle um spätestens 10 Uhr schließen. Zusätzlich darf man sich nicht von einem höheren in ein niedrigeres Risikogebiet begeben, was dann natürlich alles ausgrenzt, wenn man selbst in einem Gebiet der höchsten Stufe lebt. 

Trotz all den ungewöhnlichen Zuständen und Einschränkungen, bin ich dennoch mehr als froh hier sein zu können, ich gehe gerne in die Schule und meine Gasteltern haben trotzdem Wege gefunden mit uns Dinge zu unternehmen. Wir sind ein paar Orte weiter in ein kleines Dorf am Meer gefahren, haben uns etwas umgesehen und sind durch die kleinen Läden gebummelt. Die Natur hier ist wunderschön und grün, zumindest eine gute Sache des ständigen Regens :).  Das haben wir vor allem bei einer kleinen Wanderung mit meinem Gastvater entlang des „Ingleton Waterfalls Trail“ gesehen. Diese ging ungefähr 2h und hat uns durch den Wald, Felsen und Wiesen mit Schafen geführt, immer wieder an tollen Wasserfällen und Bächen vorbei. An einem anderen Wochenende haben meine Gasteltern uns zu einem kleinen Restaurant gebracht, wo wir ein traditionelles Frühstück ganz nach englischer Art bekommen haben. 

In der Schule war es den ersten Monat bzw. die ersten 6 Wochen nicht einfach, da all die Gruppenaktivitäten oder Ausflüge, die mich mehr mit anderen Leuten zusammengebracht hätten nicht stattgefunden haben, aber das hat sich alles langsam aber sicher verbessert, ich habe einzelne Leute besser kennengelernt und mich gut mit ihnen verstanden. Ich bin mir sicher, es wird noch etwas  dauern, aber ich werde hier unheimlich nette und besondere Menschen kennenlernen und tolle Sachen erleben können, egal wie merkwürdig und außer der Reihe dieses Jahr auch ist, bin ich mir sicher, ich würde es lieber hier verbringen und neue Dinge lernen, ein kleines (sehr sehr schönes) Fleckchen Erde entdecken, als Zuhause meinen gewohnten Alltag und bekannte Gesichter um mich herum zu haben. Ich habe sogar einen Weg gefunden, wieder in den Kontakt mit Pferden zu kommen, da eine Freundin meiner Gastmutter ein Pony nicht weit weg von uns auf einem eigenen Feld stehen hat, sie ist unheimlich nett und da der Strand relativ in der Nähe ist, werde ich wohl bald mal hier am Strand reiten können.  Ansonsten vertreibe ich mir die Zeit mit meiner Gastschwester, wir gehen zusammen ins Fitnessstudio, kochen, backen oder schauen Filme und Serien zusammen. Wenn das Wetter mitspielt, können wir mit dem Fahrrad an den Strand fahren, das dauert nur 15 Minuten und ist wunderschön, auch einfach mal zum entlang schlendern. Es ist echt spannend viel über ihre Kultur zu lernen und macht Spaß ihr im Gegenzug von meinem Zuhause zu erzählen!

Ich werde hier weiter für das Beste hoffen und diese besondere, wenn auch merkwürdige Zeit in vollen Zügen zu genießen!

-Helena