14.7.2017

Bericht #7

Nun ist es schon Mai und das Auslandsjahr neigt sich zum Ende zu. Es ist einfach unfassbar, wie schnell die Zeit hier verging.

Anfang Mai hatten wir unser letztes AFS-Camp. Dieses befand sich, wie unser erstes Camp an einem See in einem enorm großen Holzhaus. Hier gab es weder WiFi noch Handyempfang. Das war natürlich Absicht, sodass wir uns ausschließlich auf AFS konzentrieren konnten. Das Camp ging von Freitag bis Samstag. Also nur eine Nacht und somit etwas kürzer als das erste. Das war aber auch gut, da man die Anzahl der restlichen Wochenenden an einer Hand abzählen konnte. Im Camp haben wir über unsere Heimreise und Ankunft gesprochen. Insgesamt hat das Camp Spaß gemacht und wir wurden gut auf unsere letzten Wochen vorbereitet.

Auch das Schuljahr neigte sich langsam dem Ende zu. Allerdings nur für Seniors, also die 12. Klasse. Die restlichen Klassen mussten noch die vielen Schneetage aus dem Winter nachholen. So hatte ich also ein einhalb Wochen länger Schule als sonst. Die 12. Klasse hatte Schulabschluss. Also Graduation. Hier in Amerika wird das natürlich stark gefeiert. Der eigentliche Abschluss war an einem Freitag. Aber auch schon in den Tagen davor gab ein paar Veranstaltungen von der Schule wie z.B. Class-Night. Da Hayley, meine Gastschwester, auch Senior war, ist Debora, die Mutter von Dustin für eine Woche von Virginia zu uns gekommen.

Am Freitag sind wir dann alle nach Augusta ins Civic Center, ein kleines Stadion, gefahren. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute zu einem Schulabschluss kommen würden, aber die Tribüne war gut gefüllt. Die ganze Aktion dauerte ca. 2 Stunden. Es fing an mit vielen Reden von den Klassensprechern und anderen Schülern, die etwas über den Jahrgang zu sagen hatten. Nachdem alle fertig mit ihren Ansprachen waren, wurden die Schüler einzeln aufgerufen und erhielten ihr Highschool-Diploma. Als alle ihr Diplom in der Hand hatten, haben alle ihre Hüte hoch geworfen! Und das wars. Sie waren fertig mit der Schule und die meisten gehen nun studieren -- oder zum Militär.

Nach dem Abschluss sind wir nach Hause gefahren, allerding ohne Hayley. Sie und alle anderen Seniors sind mit dem Bus wieder zurück zur Schule gefahren. Dort wartete Project Graduation auf sie. Das ist eine Veranstaltung nach dem Abschluss. Project Graduation wird von den Schülern selbst geplant. In diesem Falle hatten sie Lasertag und andere Aktivitäten im Schulgebäude organisiert. Project Graduation war quasi eine „kontrollierte“ Abschlussparty.

Präsentation als Jungbotschafter Rhein-Neckar:

Auch meine Botschafter-Präsentation habe ich am Ende des Schuljahres gehalten. Meine Chemielehrerin hatte mir freundlicherweise eine ihrer Unterrichtsstunden zur Verfügung gestellt, da sie sowieso mit dem Unterrichtsstoff fertig war. Mein Publikum waren also um die 25 Schüler, unter anderem waren auch viele Freunde von mir dabei. Die Präsentation lief gut und ich habe mich gut darauf vorbereitet. Auf Englisch zu präsentieren hat mir am Ende des Jahres auch nichts mehr ausgemacht.

Meinen Mitschüler gefiel die Präsentation gut und alle hörten interessiert zu und stellten auch Fragen. Ich glaube sie haben ein Menge über Deutschland bzw. die Rhein-Neckar-Region gelernt. Viele wussten z.B. nicht, dass das Auto von Carl Benz erfunden wurde.

Die letzten Wochen meines Auslandsjahr gingen rasend schnell vorbei. Ich habe die letzte Zeit genutzt und noch viel mit Freunden gemacht. Und dann kam auch schon der (vorletzte Tag hier in Maine. An diesem Sonntag ist mein Gastfamilie mit mir noch mal an die Küste nach Boothbay gefahren. Das ist eine kleine Hafenstadt mit vielen Souvenirshops. Dort haben wir zu Mittag gegessen und ich habe noch ein paar „Made in Maine“ Souvenirs für meine Familie in Deutschland gekauft. Danach sind wir mit auf einem Schiff raus aufs Meer gefahren und habe Vögel angeschaut. Um genau zu sein Puffins. Das sind sehr kleine Vögel mit gelb-orangenen Schnäbeln. Insgesamt war es ein sehr schöner letzter Tag in Maine!

Am darauffolgenden Tag haben sich dann alle Gastschüler bei Mary, einer AFS Betreuerin getroffen. Dort haben wir auch Goodbye zu unseren Gastfamilien gesagt. Es war traurig aber auch schön. Auf der einen Seite hat man sich natürlich auf zu Hause gefreut, aber auf der anderen wollte man auch seine Gastfamilie und Maine nicht verlassen. Von meinen  Freunden habe ich mich schon am letzten Schultag verabschiedet.

Die Heimreise war lang und wir waren alle sehr müde. Von Marys Haus sind wir alle dann über Nacht mit einem Bus nach New York zu einem College gefahren, wo wir dann alle anderen AFS Austauschschüler von der Ostküste trafen. Im College haben wir dann auf unsere Flüge gewartet. Leider ging der Flug nach Frankfurt erst abends um neun Uhr, wir mussten also sehr lange warten. Zu schlafen war ich allerdings viel zu aufgeregt. Der check-in am Flughafen verlief schnell und stressfrei. Auch der darauffolgende Flug war ruhig mit wenig Turbulenzen.

Mit der Landung in Deutschland endete mein Auslandsjahr leider auch schon. Es war ein sehr schönes Jahr, in dem ich viele neue Leute kennengelernt habe. Ich konnte die USA hautnah erleben und würde es jederzeit noch einmal machen!

An dieser Stelle will ich mich ganz herzlich bei meinen Förderern -- bei SAP SE und der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH -- bedanken, ohne die mein Auslandsjahr mit AFS nicht möglich gewesen wäre, und ich so viele Freunde gewinnen und viele Erfahrungen nicht hätte machen können. Vielen Dank!