13.7.2017

Bericht #6

Nun ist es schon April, und endlich, nach langem Warten ist auch hier in Maine der Frühling eingetroffen. Jedes Mal in den letzten Wochen, wenn der letzte Schnee schon fast geschmolzen war, gab es einen neuen Schneesturm. Am Anfang vom Winter habe ich mich auf den Schnee gefreut und es war schön mal ein bisschen mehr Schnee zu haben als im Pfälzer Wald, aber gegen Ende März habe ich mich doch schon sehr auf den Frühling gefreut.

Am 12. April war der Legislature Day von AFS. AFS hat also alle Austauschschüler von unserem Komitee zum Kongress in Augusta, die Hauptstadt von Maine, eingeladen. Im Kongress sitzt der Senat, welcher über neue Gesetze abstimmt. Wir haben also eine kleine Führung durch das riesige Gebäude bekommen und haben die verschiedenen Abstimmungsräume gesehen. Außerdem haben wir ein kleines Rollenspiel gemacht. Dabei wurde simuliert, wie ein Gesetz entsteht – vom Entwurf bis zur Verabschiedung. Der Entwurf war, dass pro Schule in Maine, nur noch eine Austauschschüler platziert werden darf. Wir haben also darüber debattiert und es war interessant, die Argumente zu hören. Ganz am Schluss durften wir dann elektronisch über das Gesetz abstimmen. Es wurde (zum Glück) dagegen gestimmt. Nach der Führung durch den Kongress sind wir dann alle zusammen Bowlen gegangen.

Im Frühling darf Ostern natürlich auch nicht fehlen. Naja, Ostern wird hier in Maine bzw. in den USA nicht ganz so stark gefeiert wie in Deutschland. Jedenfalls gibt es kein verlängertes Wochenende. Ostereiersuchen gab es aber dennoch. Dies lief so ähnlich wie an Weihnachten ab: Am Ostersonntag hat Camden, mein jüngster Gastbruder, uns alle pünktlich um sieben Uhr morgens aus dem Bett gejagt. Er hat sich richtig auf die Ostereier, die überall im Wohnzimmer "versteckt" waren gefreut. Als alle gefunden waren gab‘s endlich Frühstück.

Auch die Sportsaison in der Schule hat endlich wieder begonnen. In der Frühlingssaison konnte man zwischen Tennis, Baseball, Leichtathletik und Lacrosse wählen. Meine Wahl fiel auf Lacrosse. Lacrosse ist ein sehr alter Sport, welcher noch von den Ureinwohnern kommt. Man spielt in einem Team von 10 Spielern auf einem Fußballfeld. Das Ziel ist es, einen Gummiball von der Größe eines Tennisballs, in das gegnerische Tor zu schießen.

Geschossen bzw. geworfen wird der Ball mit einem Schläger. Der Schläger, "Stick" genannt, besteht aus einem Schaft mit einer Art Netz am Ende. Mit dem Netz fängt und wirft man den Ball. Neben dem Stick und ein Paar Fußballschuhe gehören aber auch ein Helm, Schulter- und Ellenbogenschützer sowie Schutzhandschuhe zur Ausrüstung mit dazu. Schutzausrüstung konnte man sich von der Schule leihen. Diese ist wichtig, da Lacrosse auch ein bisschen aggressiv werden kann, da man den Stick auch zur Abwehr benutzen kann.

Nach einigen Trainings konnte ich den Ball fangen und werfen und es hat mir von Anfang am sehr viel Spaß gemacht. Allerdings habe ich es, dadurch das ich noch ein kompletter Anfänger war, nur ins JV-Team geschafft. JV ist also die zweite, schlechtere Mannschaft der Schuler. Das heißt aber keinesfalls das der Sport weniger Spaß machen würde. Nach einer Woche Training war dann auch schon das erste Spiel. Ich war super aufgeregt. Mit dem Bus gingen es also zu einem Kunstrasenplatz von einer Universität in der Nähe.

Durch den schmelzenden Schnee waren die richtigen "echten" Fußballfelder immer noch überflutet, also mussten wir auf Kunstrasen spielen. Für Lacrosse ist Kunstrasen aber auch sehr gut geeignet, da die Bälle besser am Boden abprallen. Jedenfalls ging es dann nach 15 Minuten aufwärmen los. Ich habe als Stürmer gespielt. Das erste Spiel haben wir 3:2 gewonnen! Leider habe ich kein Tor geschossen, aber trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht!

Ich hoffe ihr hattet auch ein schönes Osterfest, viele Grüße und bis zum nächsten Mal!