20.6.2017

Bericht #9 - Botschafterjahr neigt sich dem Ende

Mein Schuljahr ist zur Ende, noch ein paar Tage Ferien und  dann steht am 27. Juni schon mein Heimflug in die nordbadische Heimat an. Doch der Reihe nach, denn mein letzter Blog liegt ja nun schon eine ganze Weile zurück und in der Zwischenzeit ist wieder eine ganze Menge passiert.

Im letzten Blog habe ich noch von Disneyworld in Orlando erzählt. Das war der Spring Break. Direkt nachdem ich heimgekommen bin, hat auch die Schule sofort wieder angefangen. In diesem letzten Abschnitt habe ich mit Leichtathletik begonnen, was man hier in den USA „track and field“ nennt.

Da ich im Herbst schon cross country gelaufen bin, habe ich mich dem Langstreckenteam angeschlossen, was dazu am besten passt. Ich kannte die meisten Schüler des distance teams schon vom cross country und Schwimmen. Wir hatten super viel Spaß miteinander, aber die track and field season war deutlich kürzer als die cross und swim season und leider deshalb nach 2 Monaten schon wieder vorüber. Das Bild zeigt unsere Laufbahn vor dem ersten Rennen.

Präsentation als Jungbotschafter Rhein-Neckar

Zeitgleich zum Beginn der track and field season habe ich auch meine MRN-Präsentation im „interact club“ meiner High School gehalten. Der interact club ist ein monatlicher club fuer Austauschschüler und Leute, die sich fuer andere Kulturen interessieren. Angesetzt war für meine Präsentation ungefähr eine halbe Stunde, aber im Endeffekt habe ich fast eine volle Stunde berichtet und Fragen beantwortet, da alle Zuhörer super interessiert waren.

Ich habe mit einer kurzen Geschichte und Landschaftsbeschreibung angefangen und dann von allen möglichen regionalen Traditionen - von Kerwe bis Weihnachtsmarkt - erzählt. Die Zuhörer waren alle sehr beeindruckt von dem Alter der Traditionen und der langen Geschichte, da hier in den USA so etwas wie eine 75 Jahre alte Geschichte schon als unglaublich alt zählt. Allein die Heidelberger Universität ist ja zum Beispiel (deutlich) älter als die USA – das hat schon beeindruckt.

Schulaktivitäten und Ausflug nach Missouri

Neben der normalen Schule, Sport, Familie und auch kirchlicher Jugendgruppe habe ich auch weiter im Jazz-Orchester gespielt. Wir hatten auch wieder einige Auftritte und im letzten Mai war dann auch leider schon mein letztes Jazz Festival im Eau Clair College, was wieder super viel Spaß gemacht hat. Meine Jazzgruppe war super nett und eine neue Musikrichtung zu spielen und aufzuführen.

Ende April stand dann wieder so ein Schulereignis an, wie wir sie aus amerikanischen Filmen kennen – der Prom. Das wird noch mehr zelebriert als der Premierenball bei manchen unserer Tanzschulen in Deutschland. Prom ist hier in den USA wirklich super, super wichtig und wird groß begangen, vor allem auch kleidertechnisch. Jungs leihen sich einen Tuxedo (feiner Anzug/Smoking) aus; man könnte ihn natürlich auch kaufen, aber leihen ist üblicher und günstiger, wenn auch immer noch teuer. Außerdem kauft der er für sie, sein „Date“, Blumen. Manche Paare leihen sich sogar teure Autos oder Limousinen. Vor dem Tanz geht man üblicherweise essen und macht besondere Fotos.

In unserem Fall konnten wir diese Art Bilder leider nicht machen, da es das ganze Wochenende extrem stark geregnet hatte, aber die anderen Bilder sind auch schön geworden. Der Prom war auch für mich ein echtes Ereignis und hat super viel Spaß gemacht – wirklich eine besondere und unglaubliche Erfahrung.

Mitte Mai hatten wir dann ein verlängertes Wochenende, was wir genutzt haben, um mit meinen Gasteltern die Stadt St. Louis (Missouri) am Mississippi zu besuchen, was unglaublich schön und mit durchgehend über 30 Grad auch das erste “Sommerwochenende” war. St. Louis ist eine richtig schöne Stadt und wir haben viel Zeit damit verbracht, einfach nur herumzulaufen und uns alles anzuschauen. Am Ende sind wir auch noch auf die „Gateway Arch“ hochgefahren, was ein lustiges Erlebnis war, da die Fahrstuhlboxen nur 5 mal 5 Fuß groß sind. Die Aussicht war aber absolut lohnenswert und ich habe das Wochenende sehr genossen. Das Bild unten zeigt die Sicht auf die Gateway Arch von der Innenstadt aus.

Kurz nach dem St. Louis Ausflug war dann schon Memorial Day, 29.Mai. Das ist ein Gedenktag, der für die Gefallenen der Kriege begangen wird. An diesem Tag ist die Flagge in allen Orten auf Halbmast, die Gräber werden geschmückt und es gibt Paraden in jedem Ort. Auch wir spielten mit unserer Schulband bei der Memorial Day Parade, was ein ziemlicher Einschnitt für mich war, weil ich danach leider meine Leihtrompete zurückgeben musste :( 

Damit war mir echt klar: Ich bin nun in meinem letzten Monat angekommen! Diesen will ich in vollen Zügen genießen, mich verabschieden und davon berichten beim nächsten und dann letzten Blogeintrag…

Viele Grüße aus den USA, Euer Sebastian