6.6.2017

Bericht #6 - Strike!

Vom Baseballfeld bis zur Tanzfläche gibt es einiges zu berichten…

Fangen wir mal mit meinem Favoriten an, dem guten alten amerikanischen Traditionsballsport. Als ich Baseball anfing, dachte ich noch, da ich ja Tennis gespielt habe, werde ich vielleicht einen kleinen Vorteil haben. Falsch gedacht. Der „Tennisarm“ hat es mir schwerer gemacht, da man in einer Höhe schwingen muss und nicht in einem Bogen. Es war so schlimm, dass der Coach mir einen Völkerball zugeworfen hat und ich nicht mal den treffen konnte… Nach ungefähr 20 Stunden am T (ein Ständer der den Ball so hält das man in einem Level schwingen muss) und der Pitchingmaschine habe ich auch schon einen Dinger (Homerun) im Training geschwungen.

Das Problem im Baseball ist, dass in diesem Sport die Jungs sich mehr gehen lassen als im Football, weil die letzten Saisons nicht gerade gut verliefen. Weswegen wir auch gerade eine kleine Niedrlagenserie haben.

Meine Positionen in diesem Sport sind Pitcher, Outfielder und natürlich wie jeder: Batter. Der Pitcher ist die Person, die im Zentrum des Feldes steht, und den Ball zu dem Catcher pitcht. Diese Position macht mich so extrem nervös, da das Gewicht des Spiels in deinem Wurfarm ist. Wenn man die Strikezone zu oft verfehlt (4 Bälle), dann darf der Batter eine Base wandern. Doch wenn man die Strikezone dreimal trifft, dann ist der Batter „out“ und nach drei Outs, wechselt das Team von der Defense zur Offense.

Unter normalen Umständen geht ein Spiel drei Innings (beide Teams waren in der Offense und Defense), wenn ein Team 15 Punkten in der Führung ist. Nach jedem Inning wird die Führung niedriger bis man nur mit einem Punkt in der Führung sein muss.

Baseball ist wirklich spaßig, aber man sollte dabei auch lernen, Sonnenblumenkerne in der Masse in den Mund zu nehmen, im Mund zu öffnen und einzeln die Schalen auszuspucken. Das sah nämlich ein bisschen lächerlich am Anfang bei mir aus. Da der Jahrbuch-Club seine Bilder nicht preisgeben wollte vorab, ist dies leider das einzige Bild von mir:

Prom-Night

Jetzt kommen wir mal zum Prom. Ehrlich gesagt, ich hatte nicht allzu viel Spaß bei diesem traditionellen Abschlussball. Das lag wohlgemerkt nicht an meinem Date, natürlich fand ich, dass sie die schönste Lady im Hause war, aber irgendwie hat jeder alles größer gemacht, als es war. Unser Ball-Motto war „A Night in Hollywood” und die Dekoration war wirklich cool, das Essen war lecker.

Beim obligatorischen „Cruisen“ mit dem Auto wurde ein Schülerpaar von der Polizei gestoppt. Ergebnis: Er durfte anschließend nicht mehr zum Prom gehen, seine Begleiterin glücklicherweise schon, da es für die der letzte Prom der Schulzeit war.

Ein Hauptproblem beim eigentlichen Tanz war der DJ, der einfach keine gute Musik auflegte, sodass irgendwie niemand wirklich tanzen wollte. Ich habe zwar eine Weile getanzt, aber irgendwann wurde es mir dann auch zu albern.

Wo ich den meisten Spaß hatte, war wahrscheinlich beim elektrischen Bullen, bei der „Afterprom“. Wir hatten einige Parcours, die Basketball-Courts, Hüpfburgen, Billard und weitere Spiele. Aber ja, der Tanz war so ein bisschen runterziehend…

Immerhin, der Sommer kommt näher und näher. Damit auch meine Rückreise… Der Gedanke, dass man ein Leben verlassen hat, ein neues aufgebaut hat und dieses auch wieder verlässt… Natürlich bin ich froh, dass ich meine Familie wieder sehe, aber ich werde meine neue Familie hier in USA niemals vergessen – soviel ist jetzt schon sicher.