25.3.2017

Bericht #7 - Action ohne Pause...

Seit meinem letzten Bericht sind eineinhalb Monate vergangen und das dritte „quarter“ , also das dritten Viertel dieses Schuljahrs endet schon in vier Tagen. Im Anschluss daran werden wir eine Woche Spring Break haben. In den USA haben die Schüler und Schülerinnen deutlich weniger Ferien als bei uns in Deutschland.

Als es noch kalt draußen und der Fluss noch gefroren war, war in der Schule der jährliche Wintertanz, der bei uns „Sadie‘s“ heißt. Es ist der dritte offizielle Tanz des Jahres und er ist deutlich kleiner als beim Homecoming event. Ich bin mit allen meinen Freunden hingegangen und wir hatten super viel Spaß dabei. Bei dem „Sadies dance“ ist Damenwahl die Tradition, also dass die Mädchen die Jungs zu dem Tanz fragen und nicht andersherum, wie man es gewöhnt ist. Der Sadies fand wie bisher alle Tanzveranstaltungen in der Schule statt.

In den Wochen nach Sadies wurde es dann deutlich wärmer und in einer Woche konnte man sogar in T-Shirt herumlaufen, was sehr cool war, da der Boden gleichzeitig noch gefroren war. Somit sind wir neben einem gefrorenen See auf zugefrorenem Boden im T-Shirt gelaufen – ein ziemlich merkwürdiges Gefühl. Aber ich habe mich gefreut, wieder draußen laufen zu können und es war praktisch, mich auch auf meine nächste Sportaktivität vorbereiten zu können.

„Track“, also Leichtathletik startete schon Anfang März. Da man bei Leichtathletik viele verschiedene events hat, von Werfen, Springen bis Laufen haben sich ungefähr 70 Schüler dafür angemeldet. Ich habe mich für das Langstreckenlaufen entschieden. Zum einen da diese Gruppe dieselbe ist wie beim Cross Country zu Beginn des Schuljahres und Schwimmen im 2.Teil, wodurch ich alle Leute schon kenne. Zum anderen liegt mir das vermutlich am meisten. Leider, leider hatte es am Wochenende vor dem ersten Training dann doch noch einmal geschneit und schneite weiter bis Montag. Da alle Sportarten des quarters am selben Tag beginnen war die Sporthalle entsprechend voll bis überfüllt mit Leichtathletiksportlern, Softballspielerinnen, Baseballspielern und Tennisspielern, die alle in die Halle drängten. Softball ist übrigens eine Version von Baseball für Frauen, mit nur kleinen Veränderungen. Deshalb sind wir trotz Schnee und Minusgraden draußen gerannt, was etwas Überwindung kostete, eine sehr neue Erfahrung war und auch ein bisschen Spaß gemacht hat.

An einem super Sportereignis konnten am vorletzten Wochenende alle vier AFS-Austauschschüler dabei sein, und zwar bei einem Eishockeyspiel in Janesville. Mein Gastvater arbeitet dort als Sozialarbeiter und kam deshalb günstiger an die Eintrittskarten. Es haben die Janesville Jets gespielt und sogar 4-1 gewonnen. Das Ganze war ein Art Lokalereignis. Die Stimmung war super cool und ein bisschen wie in einem Bierzelt auf der Kerwe, da sich jeder kannte und alle Altersklassen vertreten waren, von Kleinkindern bis zu älteren Leuten. Das Spiel war ein „junior league“ Spiel und deshalb sehr brutal. Es gab sogar einen Kampf gegen Ende des Spiels, da die Janesville Jets punktemäßig sehr weit vorlagen und das andere Team deshalb sehr frustriert war und offensichtlich nicht gut damit umgehen konnte.

In der Woche nach dem Hockeyspiel wurde es dann wieder warm und inzwischen hat es am Tag immer um die 15 Grad, was relativ warm für diese Jahreszeit ist. Letzten Sonntag war ich zum Beispiel mit meiner Youthgroup in Skyzone. Das ist ein riesiger Trampolinpark und es hat super viel Spaß gemacht. Hier in den USA sind deutlich mehr Leute bewusst religiös und aktiv in einer Gemeinde, besonders auch Jugendliche. Sehr viele meiner Mitschüler und Mitschülerinnen gehen zu einer Youthgroup in einer der Kirchen und Gemeinden am Ort.

Ich besuche seit ungefähr 2 Monaten jede Woche donnerstags in eine Youthgroup einer Gemeinde bei uns in Fort Atkinson. Die Kirche ist nur 3 Minuten Fußweg von mir Zuhause entfernt und wie so ziemlich alle Kirchen hier noch ziemlich neu. In meiner Youthgroup sind ca. 30 Leute und man spielt Spiele und redet miteinander und am Ende gibt es eine Predigt. Hier in den USA sind diese Youth Groups sehr verbreitet. Ich war vorher schon ab und zu in einer Gruppe in Lake Mills, wo meine Gasteltern zur Kirche gehen, aber leider war diese eher für middle schooler und high schooler, also jüngere Jugendliche, und ich kannte niemand und sie war zu einer sehr ungünstigen Zeit. An meiner jetzigen Youthgroup nehmen auch viele meiner Schulfreunde teil, so dass es mir richtig viel Spaß macht.

Da der Skyzone Ausflug für die highschool und middle school youthgroup angeboten wurde, war das am letzten Sonntag eine ziemlich große Aktion. Mit Helfern waren wir am Ende eine Riesengruppe von 75 Leuten.

Das war‘s für heute. Im nächsten Bericht werde ich Euch von Disneyworld in Florida erzählen. Dorthin werden wir nämlich ab 27.März einen Trip mit unserem ganzen Musikprogramm unternehmen…

Viele Grüße, Euer Sebastian