7.3.2017

Bericht #5 - Trip nach Topeka

In diesem-Bericht möchte ich über die Midterm-AFS-Versammlung des Staates Kansas erzählen. Sie fand in der Hauptstadt meines Bundesstaats Kansas statt, in Topeka. Dieser Trip war bisher das Interessanteste, was ich in diesem Auslandsjahr erlebte.

Alles fing acht Uhr morgens an, als wir uns mit der ersten Gruppe auf den Weg nach Topeka machten. Die Entfernung von meinem Gastort Satanta beträgt über 500 km bzw. mehr als fünf Stunden mit dem Auto. Auf dem Weg machten wir einen Abstecher zur Sehenswürdigkeit Fort Hays oder zumindest von dem was übrig ist. Es war interessant hier mal etwas Neues über die Region zu lernen, in der man seit Monaten lebt. Wir legten zudem auch ein paar Stopps ein bei alten amerikanischen Diners, und ich kann bestätigen: Die Amis wissen wie man einen richtig guten Milchshake macht.

Einen weiteren Stopp machten wir beim „Sternberg“-Museum, welches ein naturhistorisches Museum auf dem Gelände der Fort Hays State University ist. Um ehrlich zu sein, ich hatte leider noch kein Dinosaurier-Fossil mit meinen eigenen Augen gesehen und es war atemberaubend. So viele Dinosaurier haben im Wasser in dem Land von Kansas gelebt und heute kann ich mir das gar nicht vorstellen bei dieser doch trockenen Gegend hier.

Die erste Nacht in Topeka verbrachten wir bei einer sogenannten Kurzfamilie, die uns (vier Austauschschüler aus vier Ländern) mit offenen Armen aufnahm. Sie waren so nett zu uns und sie hatten auch schon drei Austauschschüler, darunter war auch eine Deutsche. Das war auch das erste Mal, dass ich so eine richtige Männerhölle im Style der Beatles sah. Natürlich haben wir die Möglichkeit genutzt und haben fast die ganze Nacht Pool gespielt. Am nächsten Morgen um sechs Uhr machten wir uns dann zu dritt auf eine Joggingrunde durch die Stadt Topeka. Es war erfrischend und hat die fünf Stunden Schlaf wie zehn ausschauen lassen.

Kurz darauf wurden wir abgeholt, fuhren zur Washburn University und wurden dort von den höchsten Doktoren der Schule empfangen. Nach der Tour verstand ich, warum College so teuer ist in den USA. Washburn ist gehört dabei noch zu den „günstigeren“ Colleges. Eine kurze Stärkung später hielten wir eine kleine Konferenz über die Politik in den Staaten. Es war einfach nur wundervoll.

Anschließend fuhren wir auch schon weiter zum Kapitol von Kansas. Von der Struktur bis zu den Malereien konnte ich stark die Gemeinsamkeiten von England und Frankreich erkennen, was ja einfach durch die Immigration zu Beginn der heutigen USA zu erklären war. Wir besuchten fast jeden Raum des Kapitols, abgesehen von der Schatzkammer und dem Hochsicherheitsraum. Eine Minute lang durfte ich auch Gouverneur von Kansas sein, als ich mich auf den Chefsessel platzieren durfte. Wir sahen den kleinen Kongress von Kansas in Action, selbst wenn ein paar der Mitglieder während der Rede auf Facebook waren.

Am Ende des Tages fuhren wir in der großen Gruppe in ein Camp rund eine Stunde entfernt von Topeka, wo wir dann übernachteten. Mit kleinen AFS-Spielchen und den unglaublichen Menschen die ich kennen lernen durfte ging die Zeit viel zu schnell vorbei. Denn als der Abschied kam, wollte niemand wirklich gehen, da wir uns alle erst kennen gelernt und so viel Spaß miteinander hatten.

Ich möchte hier einfach nochmal Danke sagen, für diese unglaubliche Möglichkeit. So dankbar, wie für diese Möglichkeit, war ich noch nie. Deutschland und die Metropolregion Rhein-Neckar zu vertreten ist für mich eine Ehre und ich versuche so viel wie möglich über unsere Kultur zu erzählen. Vielen lieben Dank Metropolregion Rhein-Neckar und Kreuzberger Kinderstiftung für die Verwirklichung meines Traums.

Viele Grüße aus dem trockenen Kansas,

JP