21.8.2017

Bericht #8 - California Dreaming...

Nun da ich schon drei Wochen wieder in Deutschland bin, berichte ich euch über meinen letzten ereignisreichen Monat meines Auslandsjahres in Kalifornien.

Zum Ende des Schuljahres habe ich mit meiner Chorklasse auf einem Sommerkonzert unsere einstudierten Lieder des letzten Halbjahres in einer örtlichen Kirche vorgeführt. An dem folgenden Wochenende hat mir eine Freundin ihren Lieblingsstrand in Carmel-by-the-Sea gezeigt. Bei dem nebligen Wetter war das Wasser zum Schwimmen leider zu kalt. Die Stadt ist sehr malerisch und vor allem bekannt durch die einzigartige Schönheit und ihren berühmten ehemaligen Bürgermeister Clint Eastwood.

Da mein High School Jahr langsam zu Ende ging, wurde es Zeit für meine Botschafterpräsentation. Während meinen Geschichts-, Englisch- und Psychologiestunden habe ich meinen Mitschülern und Lehrern über unsere Heimat berichtet und interessante Videos gezeigt. Viele waren überrascht über die zahlreichen Erfindungen und die Andersartigkeit, die die Metropolregion Rhein-Neckar bietet. Etliche Mitschüler haben mir nicht geglaubt, dass ich aus einer solch traumhaften Gegend komme und dort aufgewachsen bin. Einige setzten sich eine Reise nach Deutschland auf ihre „bucket list“ und wollen mich besuchen kommen. Wer mit dem Begriff nichts anfangen kann: Auf der „Bucket List“ notiert man Dinge, die man vor dem Lebensende erreicht oder mal gemacht haben möchte.

Schon sehr bald standen die Abschlussprüfungen an. Nach dem letzten Schulstress folgte ein Tanzabend mit dem Motto Luau (Hawaii). Schneller als erwartet war Ferienbeginn. Da meine 26-jährige Gastschwester in den letzten Schwangerschaftswochen war, blieb meine Gastmutter bei ihr. Deshalb ging ich alleine mit einer Freundin nach Santa Cruz an den Strand, den Beach Boardwalk und später in die Stadt Capitola. Wir verbrachten dort einen entspannten Nachmittag und machten viele Bilder.

Wieder in Ripon angekommen unternahmen Mary, Jessica, Brandon, Kayla, Lillian und ich einen Ausflug in einen nahgelegenen Zoo. Manchmal musste ich die süße Lilli vor den “gefährlichen” Tieren beschützen und habe sie auf meinen Schultern getragen. Einige Tage später, am 14. Juni, kam die kleine Emma-Louise zur Welt und die ganze Familie war aufgeregt.

Am nächsten Tag hatte ich mit meinen Freundinnen geplant, ein letztes Mal Gruppenbilder von uns zu machen. Stattdessen hatten die Mädchen aber schon Wochen vorher eine Abschiedsfeier für mich geplant. Diese Überraschung ist ihnen gelungen und ich war sehr gerührt. Erst an diesem Punkt habe ich traurig realisiert, dass mein Auslandsjahr nun fast vorüber ist.

Als letzten Familienurlaub sind wir nach Walnut Grove zum Campen gefahren. Mit unserem Wohnwagen verbrachten wir ein schönes Wochenende am Fluss, grillten „S’mores“, erkundeten die Umgebung und lagen in der Sonne.

Abschied von meinem USA-Jahr

Mein Abflugdatum rückte näher, während mein Kleiderschrank allmählich in die Koffer wanderte. Am letzten Abend kam die Familie zu Besuch, um sich von mir zu verabschieden, was mir sehr schwer fiel. Am nächsten Morgen fühlte sich nichts real an und ich kann die Stimmung gar nicht beschreiben. Von meinem Gastvater und Gastbruder habe ich mich bereits zuhause verabschiedet. Vormittags bin ich mit meiner Gastschwester und Gastmutter zu einem Sammelpunkt der zugehörigen Gruppenleiterin nach Fresno gefahren. Dort warteten meine AFS-Freunde des Sierra San Joaquin Gebiets, die sich genauso wie ich nun von ihrer Gastfamilie verabschieden mussten. 

Für den restlichen Tag haben die Leiter ein Programm zusammengestellt, welches sich auf das Thema Verabschiedung und Wiedereinfinden konzentrierte. Um 22 Uhr brachen wir auf nach Los Angeles in ein Hotel, wo sich alle kalifornischen Auslandsschüler aus den verschiedensten Ländern trafen. Nun hieß es lange warten bis zum nächsten Nachmittag, da der Deutschlandflug für 15:20 Uhr angesetzt war.

Völlig fertig kam ich am folgenden Vormittag in Frankfurt an, wo meine Familie bereits auf mich wartete. Damit war mein Auslandsjahr vorbei und ich konnte nach einem Jahr wieder die pfälzische Heimat genießen.

Zum Schluss möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bei SAP und Metropolregion Rhein-Neckar GmbH bedanken, dass sie mich als Stipendiatin ausgesucht und unterstützt haben. Ich hoffe allen Lesern haben meine Blogeinträge gefallen und ihr konntet mein Auslandsjahr dadurch möglichst nah miterleben.

Liebe Grüße, Amelie