3.3.2017

Bericht #8 - Aus dem Regenwald...

Wie schon angekündigt, war ich letzte Woche in Misiones, bei den Wasserfällen von Iguazu! Aber beginnen wir am Anfang:

Die Reise begann erst einmal mit 36 Stunden (Ja, nur Hinfahrt) Busfahrt, wo ich aber sofort neue Freunde fand, und durch endlose Stunden von “Truco” (ein argentinisches Kartenspiel) war am Ende auch gar nicht so schlimm wie man denkt. Wir waren ca. 20 Austauschschüler aus ganz Argentinien aus 9 Ländern.

Als wir am Dienstagabend ankamen, bezogen wir erst einmal unsere Ferienwohnungen und sprangen in den Pool, danach machten wir nichts mehr, denn am Mittwoch ging es früh raus, zu den Wasserfällen von Iguazu, einem der Weltnaturwunder. 

Ihr könnt euch nicht vorstellen wie unglaublich heiß es war, und in Verbindung mit der hohen Luftfeuchtigkeit waren wir alle nach 5 Minuten komplett durchgeschwitzt. Ich könnte hier jetzt ca. 500 Fotos einfügen, aber kein Foto ersetzt einen Besuch. Als sich zum ersten Mal der Wald lichtete und einen Blick auf die Wassermassen freigab, entfuhr uns erstmal ein wow.

Die weite Reise hatte sich wirklich gelohnt! Von dort aus ging es gleich weiter zu einer Bootsrundfahrt, was eine willkommene Erfrischung war. Schon ziemlich beeindruckend, was für eine Kraft das Wasser hatte, obwohl wir nicht mal annähernd drunter waren! Danach fuhren wir mit der Bimmelbahn zum “Teufelsschlund”, wo wir auch nochmal ordentlich nass wurden, was es aber wert war. Wirklich unglaublich, diese Wassermassen.
 
Am Donnerstag ging es auf eine Exkursion in den „Regenwald“ . Es ging mit einem klapprigen Bus, ohne Fenster, was sich als sehr unpraktisch herausstellen sollte, in den Wald. Das erste was uns gezeigt wurde, war eine Nadelbaumkultur, was uns doch allen sehr heimisch vorkam.

Danach gab ein ein typisch misionisches Frühstück mit „Mandioca“ (zu Deutsch Maniok), eine kartoffelähnliche Wurzel, die frittiert schon ziemlich wie Kartoffel schmeckt. Diese Wurzel gibt es aber nur in Misiones und Paraguay, also nicht mal in Rio Cuarto gibt es das zu kaufen. Auf dem Weg zum nächsten kleineren Wasserfall fing es jedoch leider an zu regnen, und so kamen wir völlig durchgefroren vom Bus ohne Fenster beim Mittagessen an. Danach besuchten wir noch einen weiteren kleinen Wasserfall.

Ehrlich gesagt, hatte mich dieser Tag jetzt nicht so beeindruckt, die Wasserfälle und der Wald waren dem was ich von Österreich kenne doch ziemlich ähnlich. Zum Schluss fuhren wir noch in eine deutsche Kolonie („Bemberg“), die, wie sich herausstellte, vom gleichen deutschen gegründet wurde, der auch die erfolgreichste Biermarke hier, Quilmes, gegruendet hat. 

Am Freitag, also am letzten Tag, ging es dann rüber nach Ciudad del Este, Paraguay. Ciudad del Este ist scheinbar ausschließlich zum Einkaufen gedacht. Es ist wirklich verrückt, ein Shoppingcenter neben dem anderen, eine unüberschaubare Anzahl an Straßenständen und unzählige Straßenhändler. Da ist es unmöglich, den Überblick zu behalten. Der Sinn des Ganzen ist, dass in Paraguay alles viel billiger ist, deshalb kommen alle von Brasilien und Argentinien über die Grenze um dort einzukaufen.

In den seriösen Shoppingcentern kann man sogar mit Real, Pesos, Guarani, Dollar, und Euro bezahlen! Da ich einen Teil mit Dollar, einen Teil mit Pesos und einen Teil mit Karte bezahlt habe, habe ich auch da ein bisschen den Überblick verloren. Zudem war es auch ziemlich anstrengend die ganze Zeit auf seine Sachen Acht zu geben, denn natürlich wimmelt es nur so von Straßenräubern. Kurz gesagt, eine total unübersichtliche und nur auf Konsum ausgelegte Stadt. Danach sollte es eigentlich noch auf die brasilianische Seite der Wasserfälle gehen, doch durch ein Missverständnis mit den Busfahrern war es dazu leider schon zu spät. 

So fuhren wir noch zum Punkt der drei Grenzen, wo sich Brasilien, Paraguay und Argentinien treffen. Und abends hieß es dann auch schon wieder Koffer packen, denn um 4 Uhr morgens fuhr der Bus los. Wieder 36 Stunden Rückfahrt. Doch dieses Mal schliefen wirklich alle, aber wirklich ausnahmslos alle, denn die Reise war doch sehr anstrengend gewesen.

Am Tag vorher hatte mir meine Gastmutter schon angekündigt, dass sie mich leider nicht abholen werden können, denn es war langes Wochenende und meine Familie war in die Berge gefahren. So wurde ich zu meiner Betreuerin abgeschoben, die an diesem Wochenende nach San Luis auf ihren Bauernhof fuhr. Das heißt es ging von 36 Stunden Busfahrt gleich noch einmal 3 Stunden ins Auto. So bekam ich wenigstens einen Eindruck von der Vielfalt der Landschaft in Argentinien. Vom Regenwald in Misiones, über die Flüsse und Seen in Entre Rios, über die Felder in Cordoba zu den Bergen in San Luis. Wirklich sehr beeindruckend.

Von den zwei Tagen auf dem Bauernhof bekam ich nicht so viel mit, denn ich schlief die meiste Zeit, zum einen, da ich ziemlich erschöpft war, zum anderen, da ich durch den ständigen Wechsel zwischen Hitze und schwitzen und kalte Klimaanlage im Bus auch krank geworden war. Nach einer Nacht wieder zuhause, ging es mir dann auch richtig schlecht, und so endete meine Reise letztendlich im Krankenhaus. Naja, ist auch wieder eine Erfahrung, ich war nämlich noch nie über Nacht im Krankenhaus.

Ich hoffe, dass ich jetzt demnächst wieder hier rauskomme, denn am Montag beginnt die Schule, und damit ist am Sonntag besagte Previa, wo ich natürlich nicht fehlen kann.

Alles in allem war es aber eine wunderschöne Reise, ich habe viele neue Freunde aus aller Welt gefunden, beeindruckende Landschaften gesehen und viele neue Erfahrungen gemacht. Ich kann diese Reise zukünftigen Austauschschülern nur ans Herz legen.

Ab nächstem Mal werde ich schon wieder von der Schule berichten (müssen), denn auch 3 Monate Ferien gehen irgendwann zu Ende.

Liebe Grüße, Maike