13.2.2017

Bericht #6 - Zur Halbzeit richtig angekommen

Ich bin mittlerweile so richtig im Jahr 2017 angekommen. Schon über ein halbes Jahr meines Aufenthalts in den USA liegt hinter mir. Den Jahreswechsel verbrachte ich mit Freunden beim Bowlen und habe nach Silvester noch bei Freunden übernachtet, was super lustig war und unglaublich Spaß gemacht hat. Was sich sehr komisch anfühlte, war, dass es so still war an Silvester, denn hier in den USA gibt es kein (privates) Feuerwerk.

 

Am 2.Januar hatte die Schule auch schon wieder gestartet und alle fingen an, sich auf die Finals vorzubereiten. Die Finals sind die großen Klassenarbeiten vor dem Semesterende, und da in den USA viele Klassen nur ein Semester lang stattfinden, sind diese Arbeiten sehr wichtig. Ich habe meine Finals in Englisch, Mathe, Electronics, Geschichte und Construction geschrieben. Für diese Finals gibt es sogar einen extra Stundenplan, da man für eine Woche lang Doppelstunden hat, damit die Schüler genug Zeit haben die Arbeiten zu schreiben.

Dieses Jahr waren die Tage aber sehr verschoben. Normalerweise finden die Finals an 4 Tagen statt, dann ist ein Tag frei. Wegen des Eisregens am Montag und Dienstag, konnten die Schulbusse und die meisten Autos nicht fahren ohne zu rutschen und die Schule musste diese Tage absagen. Dadurch hat sich der ganze Plan um zwei Tage nach hinten verschoben und unser neues Schuljahr startete entsprechend am Mittwoch und nicht am Montag wie eigentlich geplant.

Das neue Schulsemester startet mit „homeroom“, wo wir unseren neuen Stundenplan bekommen und dann zu unseren Klassen gehen. Für mich hat sich der Stundenplan nicht wesentlich geändert, da ich nun nur anstelle von Construction ein Fach mit Namen „Weights“ habe. Das ist einfach eine Unterrichtsstunde, in der man dreimal pro Woche Gewichte hebt und zweimal läuft. Unsere Klasse ist sehr groß, da ja jeder Schüler in der Highschool mindestens 3 Semester ein Sportangebot wahrnehmen muss. Und da die meisten Jungs nicht unbedingt gymnastics (Turnen) nehmen wollen und viele der anderen Gym Klassen nur für Freshmen (8.Klässler) sind, wählen viele Schüler eben die weights Klasse.

Außerdem war nach der letzten Woche im neuen Schuljahr meine Schwimmsaison vorbei. Alle Schwimmer wurden im letzten Wettbewerb geehrt und wir haben - wie auch in Marching Band - ein Poster mit unserem Bild bekommen. Die Poster sind in Lebensgröße und werden in der Lobby aufgehängt. Dass unsere Schule dies für alle Seniors macht, ist auch ein Beispiel dafür, wie gut sie finanziell aufgestellt ist und dass sie reiche Sponsoren hat.

Am ersten Februarwochenende war ich mit beiden Jazz Bands unserer Schule bei zwei Jazzfestivals, einem in Madison Platville und am Tag danach in New Trier (einem sehr wohlhabenden Stadtteil von Chicago). Das waren zwei wirklich besondere Erfahrungen: Ein Jazz Festival ist ein Tag, an dem man als Band seine Stücke auf einer Bühne vorführt und dann von professionellen Jazz Musikern Tipps bekommt, wie man sich verbessern kann. Außerdem sind immer berühmte Gäste dabei, die am Ende des Festivals ein cooles Konzert geben.

In Madison Platville gab es nebenher auch einen Wettbewerb, bei dem die fortgeschrittene Band unserer Schule den dritten Platz belegte. Gewonnen hatte die erste Jazz Band der Beloid Highschool, und das auch völlig verdient. Meine Band war im Vergleich zu den anderen Schulbands nicht sehr gut, da wir Anfänger sind und die anderen Bands oft bereits vier Jahre zusammen spielen. Als besonderer Gast beim Festival in Platville war Maria Schneider da. Sie ist eine Künstlerin, die schon sehr lange Jazz und Big Band Musik macht und sogar mit David Bowie zusammengearbeitet hat.

Das zweite Festival in Chicago war deutlich größer und angesehener und kein Wettbewerb. Als besondere Gäste sind Arturo O’Farrill and the Latin Jazz Orchestra aufgetreten. Beide Festivals haben unglaublich viel Spaß gemacht und hatten super Gäste.

Viele Grüße, Euer Sebastian