2.2.2017

Bericht #4 - Botschafteraktivitäten und Jahreswechsel

Frohes Neues Jahr an euch alle! Es kommt ein bisschen verspätet, aber ich hoffe das macht nichts und ihr seid alle gesund in 2017 gerutscht.

Botschafterin meiner Heimat

Da ich in meinem letzten Blog vergessen habe darüber zu berichten, möchte ich diesen damit beginnen, um über meine Präsentation über die Metropolregion Rhein-Neckar zu erzählen. Diese Präsentation ist ein Teil meines Stipendiums und wie ich finde ein ganz besonderer für die Botschafter, denn damit stellen wir unsere Heimat vor. Den Ort, an dem wir aufgewachsen sind, unser Zuhause. Ich habe sie in „Current World Issues“ gehalten, einem Fach, in dem man sich mit Angelegenheiten aus aller Welt beschäftigt.

Als waschechte Pfälzerin ging es dann mit meinem „Schobbeglas“, einem Deutschlandtrikot“ und einer Liste voll mit „Pälzer Gebabbel“ los. Aus den geplanten 40 Minuten Vortrag wurden dann 1,5 Stunden, da ich auch ganz viele Fragen gestellt bekam. Alle Mitschüler zeigten großes Interesse an Deutschland und einige erzählten auch von ihren Vorfahren aus Deutschland, denn viele Menschen, auch im mittleren Westen der USA, haben deutsche Wurzeln. Von der Metropolregion Rhein-Neckar und meiner Kultur zu erzählen, hat mir total gut gefallen und ich habe somit mein Ziel erreicht, den Amerikanern eine erste Vorstellung zu geben, wie es sich in der Pfalz so leben lässt.

Rückblick auf die Weihnachtszeit

In meinem letzten Blog Anfang Dezember hatte ich am Ende über den ersten Schneefall hier in Chicago gesprochen und nur drei Tage später lagen schon über 40 cm Schnee. Die Vorweihnachtszeit war da und passend dazu der Schnee. Die Wochen vor Weihnachten waren auf der einen Seite stressig, weil mal wieder Prüfungen in der Schule angesagt waren, jedoch hat sie mir meine Gastfamilie um einiges verschönert. Wir haben das Musical „Der Nussknacker“ besucht, haben die meisten Sonntage mit Cookies backen verbracht und sind zum Trans-Siberian Orchester gegangen.

Und dann war es da… mein erstes Weihnachten in einem nicht mehr ganz so fremden Land, aber trotzdem ohne Familie. Für mich war das aber alles halb so schlimm, auch wenn man in dem einen oder anderen Moment doch mal an Zuhause gedacht hat, Weihnachten ist nun einfach das Fest der Familie. An Christmas Eve, also am 24.12 bin ich morgens mit zwei Freundinnen frühstücken gegangen. Am Abend habe ich dann zusammen mit meiner Gastmama einen Gottesdienst besucht.

Am Christmas Day sind am Morgen alle meine Gastgeschwister gekommen und wir haben zusammen gebruncht, danach ging es dann zur Bescherung, die richtig viel Spaß gemacht hat. Ich habe viele tolle Geschenken bekommen, die mich immer an die Zeit hier erinnern werden. Ein Geschenk steht noch bevor und das ist ein Indoor Sky Diving Flug, auf den ich mich schon unglaublich freue. Wenn es soweit ist, werde ich natürlich darüber schreiben. Gleich im Anschluss der Bescherung sind alle Geschwister meiner Gasteltern gekommen, mit denen wir den restlichen Tag verbracht haben.

Die Weihnachtsfeier hier in Amerika ist natürlich anders als in Deutschland, ich möchte jedoch nicht sagen, dass sie ist „besser“ oder „schlechter“ ist. Für mich war es toll und sehr spannend eine andere Art von Weihnachten zu sehen.

Am Tag nach Weihnachten bekamen wir Besuch aus Europa, oder besser gesagt Frankreich. Agathe hat 4 Wochen im letzten Sommer hier bei meiner Gastfamilie, verbracht und ist zurück gekommen, um sie zu besuchen. Wir beide haben uns total gut verstanden und jeden Tag etwas unternommen. Unter anderem sind wir in das Art Institute von Chicago gegangen, das als eines der besten Museen der Welt ausgezeichnet ist. Und dann stand auch schon der Jahreswechsel an. Silvester hat uns nach Wisconsin an das Seehaus verschlagen. Im Kreis von Familie und Freunden haben wir zusammen gekocht, Spiele gespielt und natürlich auf Mitternacht gewartet. Es war relativ ruhig und gemütlich, denn (private) Feuerwerke sind in Wisconsin, sowie in vielen anderen Staaten der USA verboten. Unsere Nachbarn sind dann aber noch rüber gekommen und wir hatten einen schönen Start in das neue Jahr.

Somit waren meine ersten großen Ferien hier in den USA vorüber und der Alltag in der High School hat wieder begonnen. Momentan muss ich sagen füllt die Schule schon ganz schön mein Tag aus.

Jahresauftakt 2017 in Illinois

Da mich viele auf das Ereignis des 20. Januar – Trumps Amtseinführung – angesprochen haben, möchte ich hier auch nochmal kurz etwas zu dem Thema sagen: Die Reaktionen waren weniger extrem als im Oktober, als fest stand, dass Donald Trump Präsident wird. Trotzdem war es natürlich Thema Nummer 1. Man hat viel Kritik gehört, sei es in den Medien, auf der Straße oder im Fitnessstudio. Samstags, einen Tag nach der Einführung, fand der „Women`s March“ statt. Der eigentliche Protest-Marsch für Frauen und Menschenrechte wurde jedoch in den Medien oft als Demonstrationen gegen Trump vermittelt. Was teilweise stimmt, da dort natürlich viele Trump-Gegner waren, jedoch sollte es keine Demonstration sein, sondern ein Marsch und dieser Marsch sollte auch nicht gegen Trump gehen, sondern für die Rechte der Menschen, was meiner Meinung dadurch ein bisschen zu sehr in den Hintergrund gerückt ist. Aber na gut… „Trump is in office“… wie man es hier sagt, und daran kann jetzt auch nichts mehr geändert werden.

Auch für mich war es diesen Monat spannend, denn es hieß: Halbzeit. Letzte Woche war es soweit und für mich war es komisch zu realisieren, dass meine Zeit hier schon zur Hälfte vorbei ist. Natürlich freue ich mich, wieder nach Deutschland zu kommen und all meine Familie und Freunde zu sehen, aber es wird sehr schwer meine Gastfamilie und meine amerikanischen Freunde zu verlassen. Deswegen werde ich die zweite Hälfte nochmal so richtig genießen und so viel erleben wie nur möglich ist.

Euch wünsche ich allen ein schönes 2017 mit vielen neuen Erfahrung und tollen Erinnerungen. In diesem Sinne beende ich diesen Blogeintrag.

Eure Lena