18.1.2017

Bericht #3 - Meine Weihnachtszeit in Kalifornien

Zunächst wünsche ich allen noch ein frohes neues Jahr und viel Glück und Gesundheit! Seit meinem letzten Blogeintrag ist viel Zeit vergangen, also fange ich rückblickend im November an. Eine Woche nach Halloween, was ich mit meinen Freundinnen verbracht habe, musste sich Amerika für einen neuen Präsidenten entscheiden. Wie schon im letzten Blogeintrag erwähnt, beschäftigt das natürlich ganz Amerika und nach der Bekanntgabe wurde in der Schule ausschließlich darüber geredet. Da Kalifornien sich mehrheitlich für Hillary Clinton entschieden hatte, war ich geschockt, als ich ein paar Tage später ein Schild in einem Vorgarten in einer Nachbarstadt entdeckte mit dem Aufdruck: „Build the wall“, also offenbar eines Trump-Anhängers.

Trip nach San Francisco

Am 20. November ging es für meine Gastmutter, meine 13- und 26-jährigen Gastschwestern, meine kleine Gastnichte und mich nach San Francisco. Am ersten Tag schauten wir uns ein bisschen die Stadt an, darunter z.B. auch die Bay Bridge und die Westfield Mall (ein großes Einkaufszentrum in der Innenstadt).

Am folgenden Tag hielten wir an beiden Seiten der Golden Gate Bridge an, um Bilder zu schießen und den schönen Anblick des Wahrzeichens zu genießen. Für diesen Tag habe ich mit Absicht ein besonderes T-Shirt meines Vaters angezogen, welches er 2006 in San Francisco gekauft hatte. Der nächste Halt war am Palace of Fine Arts in der Nähe der Brücke. Der Palast ist im römischen und griechischen Stil entworfen worden und musste 2003 renoviert werden, weswegen es leider nicht mehr allzu antik aussieht.

Als wir alle in einem Restaurant zu Abend aßen, erzählte meine Gastmutter auf einmal panisch von einem Erdbeben in Japan, welches ein Tsunami auslösen würde, der auch bis zur amerikanischen Westküste reichen sollte. Da sie die Information über Facebook hatte und mir bewusst war, dass ein Tsunami mehrere Stunden brauchen würde, um den Pazifik „zu überqueren“, war ich nicht so verängstigt wie der Rest der Gruppe. Dennoch wurde beschlossen, die Innenstadt möglichst schnell zu verlassen und mit dem Auto auf den höchsten Berg San Franciscos zu fahren, wo wir geschützt vor der Riesenwelle wären. Tatsächlich genossen wir dann den Sonnenuntergang auf dem Berg neben der Golden Gate Bridge, mit Blick auf die leuchtende Stadt, die Hügellandschaft, die Brücke und das Meer. Es stellte sich nämlich glücklicherweise heraus, dass das Erdbeben in Japan nicht stark genug für einen Tsunami war.

Unseren letzten Tag des Trips verbrachten wir in Chinatown, in der Lombard Street und am Pier 39 verbracht. Chinatown bestand ausschließlich aus kleinen Ramsch-Läden voll mit Winkekatzen und weiteren typisch chinesischen Artikeln. Auf die Autofahrt in der Lombard Street habe ich mich besonders gefreut, weil ich mich noch daran erinnern kann, wie ich mit sechs Jahren mit meinen Eltern die kurvige Straße entlang gefahren bin. Pier 39 war eine gute Gelegenheit, ein paar Souvenirs zu kaufen und unseren Abend im Restaurant “Bubba Gump Shrimp Company” mit Blick auf die Bay Bridge und Alcatraz ausklingen lassen. Ich kann behaupten, dass ich mich ein wenig in San Francisco verliebt habe und mich auf den nächsten Ausflug freue.

Weihnachtszeit in Ripon

Zurück in Ripon folgte zum Auftakt der amerikanischen Weihnachtszeit am 24. November Thanksgiving, das Fest der Danksagung. Die Familie hat sich traditionell mit Truthahn, Mac’n’Cheese und unzähligen weiteren Gerichten vollgestopft. :)

Da wir an Weihnachten wussten, dass wir aufgrund eines Autorennens nicht zuhause sein werden, haben wir das Fest einen Tag zuvor gefeiert. Ich habe Crêpes für die Familie zubereitet und es gab Geschenke traditionell am Morgen des 25.12. 

In den folgenden Tagen waren lange Autobahnfahrten für das gesamte V&H Fresh Race Team angesagt. Unser Ziel war innerhalb von zwei Tagen in Tulsa, Oklahoma anzukommen -- wo die besten Sprintcar-Fahrer bei den jährlichen internationalen Rennen ihr Bestes geben, um zu gewinnen. Zur Verdeutlichung: Oklahoma liegt von meinem Gastort Ripon ca. 2.600 Kilometer weit östlich. Mit ein paar Komplikationen sind wir nach drei Tagen in einer kleinen Nebenstadt angekommen. In einer großen Halle hat unser Rennteam gekämpft und sogar Plätze unter den Top 44 der Welt abgeräumt.

An Silvester haben wir kurzfristig Feuerwerkskörper und Tacos gekauft und so ins neue Jahr gefeiert.

Die Reise-Pläne für 2017 lauten bisher: Los Angeles, Grand Canyon, Yosemite National Park und hoffentlich noch viel mehr…

Viele Grüße in die Heimat und auf ein frohes neues Jahr, Amelie