12.1.2017

Bericht #4 - ¡Feliz Navidad y año nuevo de Argentina!...

Hallo Leute, ich melde mich nun auch mal wieder aus dem sonnigen Argentinien! Ich habe noch bis zum 6. März, Sommerferien und das ist schon ziemlich entspannend. Die Temperaturen befinden sich zwischen angenehmen 25 und eher nicht so angenehmen, aber im Pool aushaltbaren 40 Grad.

Nach meinem letzten Blog ging die Zeit der “Egresos” (Abschlussbälle) zu Ende und wir hatten mal wieder ein AFS-Camp. Wir fuhren zu einer nahegelegenen Quinta (Haus mit großem Garten und Pool), wo wir auch übernachteten, die Betreuer im Haus und wir „Kinder” in Zelten, was nicht ganz so angenehm war, da ein starker Wind wehte und ich aus diversen Gründen weder Luftmatratze noch Kopfkissen hatte :D .

Das Camp war zusammen mit allen Freiwilligen des Komitees, allen Austauschschülern und allen, die seit Juli ein Jahr im Ausland verbringen. Von uns 13 Austauschschülern hatten sich 7 für nur ein halbes Jahr Aufenthalt entschieden, und mussten sich daher bereits verabschieden. Ich bin richtig froh, dass ich noch nicht gehen muss!

Am 8. Dezember fing dann doch ein ganz kleines bisschen die Vorweihnachtszeit an, denn am “Dia de la virgin” (Tag der Jungfrau Maria) schmückt man den (Plastik-) Weihnachtsbaum. Da meine Eltern eine Woche lang in Brasilien waren, übernahmen das meine Schwester und ich. Bei 30 Grad und mit einem Mini-Plastik-Weihnachtsbaum kam bei mir aber nicht so richtig Weihnachtsstimmung auf. So fiel mir auch für meine Verhältnisse relativ spät ein, dass ich ja noch Geschenke kaufen muss. Ich habe das letzte Geschenk 4 Tage vor Heiligabend gekauft, ich glaube ich war aber trotzdem noch die erste aus meiner Familie, die alles zusammen hatte.

Heiligabend feierten wir bei uns zuhause mit 20 Leuten, der Familie mütterlicherseits. Schon Tage vorher fingen wir an zu putzen und Essen vorzubereiten, und alle Gäste brachten auch noch einmal Essen mit, sodass wir noch tagelang danach von den Resten zehren konnten. Um ca. 22 uhr aßen wir zu Abend. Um Punkt 24 Uhr verkleidete sich der Patensohn meiner Mutter als Weihnachtsmann und brachte alle Geschenke in einem großem Sack. Das war natürlich das Highlight für meinen kleinen Bruder, 7, der noch absolut an den “Papa Noel” glaubt. Nach der Bescherung kam auch noch die Familie väterlicherseits vorbei, um zu feiern.

Und wie sollte es auch anders sein, gab es an Weihnachten natürlich unzählige Partys. Zu einer ging ich mit meinen Freundinnen, wo wir auf viele bekannte Gesichter trafen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich nicht nur ein Geschenk von meinen Gasteltern bekommen habe, sondern auch von allen meinen Omas, Onkel und Tanten. Von meinen Gasteltern habe ich eine typisch argentinische Gaucho-Hose bekommen und ansonsten auch überwiegend Kleidung.

Neujahr verbrachten wir in unserem Haus in den Bergen, mit der erweiterten Familie väterlicherseits (ich glaube wir waren wirklich 50 Leute). Meine Tante war an der Reihe in unserem Haus zu schlafen (und dementsprechend alles vorzubereiten), und der Rest mietete andere Häuser. Zwischenzeitlich wurden mir die ganzen Leute ein bisschen zu viel, aber es war ja nur für 3 Tage. Am 31.12. standen wir um 8 Uhr auf, um Wasserski bzw. Wakeboard fahren zu gehen. Wir haben nämlich auch ein eigenes Motorboot. Da drei meiner Cousins bzw. Cousins 2. Grades in meine Klasse gehen, hatte ich auch Freunde da. Manchmal ist es jedoch etwas schwierig, sich als jüngste zwischen 3 argentinischen “Machos” zu behaupten. Die Silvesternacht verlief relativ “normal”: essen (Asado), runterzaehlen, anstoßen, Feuerwerk – und natürlich feiern gehen. Leider regnete und gewitterte es in Strömen und so begann das neue Jahr nicht ganz so toll. 

Danach begann wieder der Alltag, das heißt meine Eltern gehen morgens wie gewohnt arbeiten und meine Geschwister und ich werden um 11 Uhr von der Hausangestellten geweckt um irgendwelche Hausarbeiten zu erledigen, z.B. Garage wischen, zum Gemüseladen gehen oder Staub saugen. Das ist zwar ein bisschen nervig, aber wenigstens hat man irgendwas zu tun. Ansonsten treffe ich mich fast jeden Tag mit meinen Freundinnen am Pool oder auf einem Platz zum Mate trinken.

Der Tag der Heiligen Drei Könige werden hier so ähnlich wie Nikolaus gefeiert: Am 5. Januar abends stellt man seine Schuhe und etwas Gras und Wasser (für die Kamele) vor die Tür. Nachts kommen dann die heiligen drei Könige (“los reyes magos”) vorbei und lassen für alle Kinder des Hauses ein Geschenk da. Ich hab z.B. habe ein Parfüm bekommen.

Zwischenzeitlich war mal in der Diskussion, ob wir nach Chile in den Urlaub fahren, aber das wissen wir noch nicht so genau. Viele meiner Freunde fahren für einige Tage alleine in den Urlaub, nach Santa Rosa (eine Stadt in besagten Bergen wo wir auch unser Haus haben), oder sie fahren mit ihren Familien nach Camboriu in Brasilien oder nach Viña del Mar in Chile. Andere Reiseziele habe ich bis jetzt noch von keinem gehört.

So, das war’s auch schon wieder. Ganz viele liebe Grüße in die Heimat,

Maike