24.8.2017

Bericht #1 - Hallo aus Valparaíso!

Ich bin Lea und wie ihr bestimmt schon wisst, verbringe ich mein Auslandsjahr in Chile, genauer gesagt in Valparaíso. Das liegt am Meer und gute 100 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Santiago de Chile. Zwischen hier und meiner Heimatstadt Ludwigshafen liegen über 12.000 Kilometer.

Ich bin seit fast drei Wochen in Chile und habe schon total viel erlebt. Nach einem 13-stündigen Flug sind wir in der Hauptstadt gelandet. Dort mussten wir nochmal durch einige Kontrollen und es gab auch Spürhunde. Einer ist auf meinen Koffer aufmerksam geworden und ich musste ihn direkt durchsuchen lassen. Letztendlich war alles in Ordnung, es wurde nichts Verbotenes gefunden und ich konnte weiter.

Das war schon mal eine ziemlich ereignisreiche Ankunft. Vom Flughafen ging es dann direkt ins AFS- Camp, wo wir ca. 85 Jugendliche aus verschieden Ländern waren. Es war total spannend und hat echt viel Spaß gemacht. Am Sonntagmorgen ging es dann auch schon früh zur Busstation in Santiago und dort mussten wir erst mal warten. Die Zeit ging ziemlich langsam rum, da wir alle gespannt auf unsere Familien und unser neues Zuhause waren.

Nach weiteren zwei Stunden sind wir mit dem Bus nach Viña del Mar gefahren, wo uns unsere Gastfamilien erwarteten. Ich habe mich sehr gefreut und wurde auch total lieb von meiner Familie empfangen.

An den Wochenenden habe ich schon ein bisschen von der Stadt zu sehen bekommen. Ich war mit meinem Gast- Papa in einer großen Markthalle - dem „Mercado“, wo alles Mögliche an Obst und Gemüse verkauft wird, aber auch viele andere Lebensmittel. Dort ist es immer richtig voll und chaotisch, aber das sollte man mal gesehen haben.

Außerdem gibt es an den Wochenenden direkt in der Stadt einen Markt. Der ist wie die Wochenmärkte bei uns auch, nur dass er viel größer und voller ist und es werden verschiedene Dinge wie Klamotten, Spielzeuge, Essen etc. verkauft. Es werden Tische aufgestellt oder Decken ausgebreitet und dann wird verkauft. Dort war ich bisher noch nicht, aber das werde ich noch tun. Mein Gast-Papa hat schon gesagt, dass wir demnächst mal hingehen werden.

In Valparaíso gibt es viele bunte Häuser – bemalt in den verschiedensten Farben und manche auch mit Bildern. Außerdem sind hier in der Stadt richtig viele Hügel und dementsprechend auch viele Treppen, wofür Valparaíso auch bekannt ist. Es gibt total viel zu sehen und ich freue mich schon darauf den Ort weiter zu erkunden.

Die Schule ist auch echt interessant und beim gleich beim Kennenlernen, fallen einem einige Unterschiede zur Schule in Deutschland auf: Zum Beispiel sprechen die Schüler die Lehrer mit „Profesor“ (Lehrer) und dem Vornamen an oder aber auch mit „tió/ tiá“, also Onkel/Tante. Das ist echt ungewohnt. Auch das Notensystem in Chile ist anders. Es gibt Noten von 1-7, wobei 7 die beste und 1 die schlechteste Note ist. Also genau umgekehrt wie bei uns – hier kann man sich nicht über eine Eins freuen ?

Jeden Montagmorgen versammelt sich die komplette Schule und es wird die Nationalhymne gesungen. Danach spricht der Direktor, aber auch manche Schüler ein paar Worte. Das wird hier „Formación“ genannt. Da ich auf einer katholischen Schule bin, gibt es außerdem jeden Morgen ein Gebet, welches vor Unterrichtsbeginn in den Klassen immer von zwei Schülern gesprochen wird und zu meiner Schule gehört auch eine Kirche.

Ich habe hier schon einige Aufgaben zu tun bekommen und auch schon die ersten Arbeiten, wie Mathe, Bio und Religion mitgeschrieben, wobei ich Religion auf Englisch geschrieben habe. Der Lehrer hat die Arbeit extra für mich übersetzen lassen, damit ich sie auch mitschreiben kann.

Für den Spanisch-Unterricht habe ich eine „Infografie“ über meine Schule in Deutschland gemacht und diese auch vorgestellt. Außerdem habe ich schon eine kurze Präsentation über mich, meine Familie, Freunde und meine Hobbies in Deutschland gehalten. Das war natürlich beides auf Spanisch und hat auch bereits ziemlich gut geklappt.

Sonst läuft aber jetzt am Anfang vieles noch über das Englische. Ein paar meiner Klassenkameraden sprechen gut Englisch und übersetzen dann oft. Auch das, was gerade im Unterricht besprochen wird und bringen mir parallel viel Spanisch bei.

In meiner Schule ist momentan ein Fußballturnier zwischen den Klassen, sodass wir oft in der Pause in der Sporthalle sind, um bei den Spielen zuzuschauen und vor allem dann, wenn die eigene Klasse spielt, ist das ziemlich wichtig. Zum Pausenbeginn schnell in die Sporthalle und wenn die Pause rum ist, rennen wir gleich wieder zurück in den Unterricht. Das ist wirklich lustig und ich habe auch schon gelernt wie fußballbegeistert Chilenen sind.

Fußball ist hier ein großes Ding und ich habe gehört, wenn die chilenische Nationalmannschaft spielt, haben manche kleinen Geschäfte extra deswegen geschlossen beziehungsweise gehen viele Leute früher nach Hause und die Straßen sind deutlich leerer als normalerweise, weil jeder das Spiel schaut.

Ich habe in der kurzen Zeit schon so viel gesehen und erlebt, dass ist unfassbar. Ich freue mich auf weitere Erlebnisse und werde euch dann hier darüber berichten. Bis bald!

Lea