21.12.2016

Bericht #4 - Thanksgiving und Trip in die "Windy City"

Ein weiterer sehr erfahrungsreicher Monat ist wie im Flug vergangen. Es fing mit der Präsidentschaftswahl am 8.November an. Sie war nicht nur für das Land allgemein, sondern auch bei uns hier ein großes Thema. Manche Schüler sind am Tag vor und am Tag nach den Wahlen mit T-Shirts und Stickern ihres bevorzugten Kandidaten herumgelaufen. In der Schule veranstalteten wir auch eine schulinterne Wahl. Bei dieser ging es wie auch in unserem Bundesstaat aus: Trump gewann mit einer kleinen Mehrheit. Die ersten Tage nach der Wahl waren auch sehr interessant, da viele den Schock erst verarbeiten mussten.

Nur drei Tage nach den Wahlen fing ich mit Schwimmen an, was dann erstmal meine Zeit ziemlich eingenommen hat, da ich nun montags, mittwochs und freitags um 6 Uhr morgens sowie montags bis freitags nach der Schule zwei Stunden Training habe. Außerdem war das ganze Schwimmteam am Tag vor dem ersten Training auf einen Ausflug zu einem See gefahren. Dort sind wir bei 10 Grad Wassertemperatur „baden“ gewesen und Klettern gegangen.

Dienstags und mittwochs habe ich weiterhin Jazz, wo derzeit natürlich Weihnachtsstücke geprobt werden. Unter der Woche stehe ich nun spätestens um 5.30 auf. Nach dem Training um 18 Uhr bekommen wir immer noch Dinner geliefert, was ziemlich cool ist. Ich komme dann nach dem Duschen, Essen und Heimfahren ungefähr um 19.00 heim. Trotz der Müdigkeit machen Schwimmen und Jazz super viel Spaß.

Am zweiten Schwimmtag war ich dann erstmal nicht schwimmen, sondern mit Steven auf einem Five Finger Death Punch-Konzert in Madison. Das Konzert war eigentlich von einer Hauptband und zwei Vorbands: Shinedown und Sixx. Die erste Vorband hat um 6 Uhr angefangen und war ziemlich gut, die zweite um 20 Uhr bevor dann um 21.30 der Top Act „5FDP“ spielte. Wer sie nicht kennt: 5FDP ist eine Metalband aus Kalifornien. Das Konzert war super und hat viel Spaß gemacht. Am nächsten tag war ich aber sehr müde, da ich erst nachts um 1 nach hause kam, und am nächsten Morgen schon wieder  das Training rief.

Ende November war dann Thanksgiving, der Erntedank-Feiertag der Amerikaner. Für unser Thanksgiving war Stacys Schwester mit Familie bei uns zuhause und wir haben Truthahn gemacht, das traditionelle Thanksgiving Essen. Beim Dinner sitzt man zusammen, isst und redet viel. An manchen Orten noch am selben Abend bzw. um Mitternacht beginnt dann auch schon „Black Friday“ -  obwohl es eigentlich noch Donnerstag ist. Am Black Friday gibt’s in den Geschäften große Rabatte, alles ist viel billiger und man steht daher vor jeder Art von Laden in Schlangen an.

Wir waren u.a. bei „TARGET“, das ist die nach Wal-Mart zweitgrößte Ladenkette in den USA. Dort bekommt man im Prinzip alles: von Klamotten über Tiefkühlpizza bis Elektronik. Wir waren zwar bereits 45 min. vor Öffnung dort an, doch die Schlange war schon ziemlich lang. Kurz vor Ladenschluss hat man nicht mal mehr das Ende der Schlange gesehen. Brad wollte z.B. eine spezielle Version der Xbox haben, da sie 200$ günstiger angeboten wurde, und als wir nach Ladenöffnung hineingestürmt sind, waren nach wenigen Minuten noch genau 2 übrig. Es war eine sehr eindrucksvolle und gleichzeitig eine sehr seltsame Erfahrung.

Am Morgen danach ging es schon weiter mit Lorenzo, Abdul, Lebo und Dick nach Chicago. Chicago ist unglaublich beeindruckend. Wir fuhren mit dem Bus von Janesville, das ist eine größere nahgelegene Stadt mit Busbahnhof. Da Chicago eine sehr große Großstadt ist, wollten wir nicht Stau stehen oder Parkplätze suchen. Außerdem wählten wir in ein Hotel, das in fußläufig zu allen Sehenswürdigkeiten war.

Am ersten Tag besuchten wir „The Bean“, das ist eine riesige, silberne bohnenförmige Skulptur in Downtown. Danach sind wir durch die Stadt gelaufen, haben im Hardrock Café gegessen und den Tag mit einem Besuch am Pier ausklingen lassen, wo wir auch die Skyline von noch bei Dunkelheit bewundern konnten. Tags drauf besuchten wir das Shedd-Aquarium, ein gigantisches und weltweit das größte Indoor-Aquarium, in dem man auch Haie und Delfine etc. sehen kann.

Im Anschluss bewunderten wir noch mehr von der Stadt, z.B. den Willis Tower, das höchste Gebäude der auch „Windy City“ genannten Metropole mit begehbarem Skydeck. Der Willis Tower (ehemals Sears Tower) war eine zeitlang das höchste Gebäude der Welt mit 442 Metern. Wir haben für das Skydeck unglaubliche 3-4 Stunden angestanden, man sieht: Der Wolkenkratzer ist einer der berühmtesten Touristenmagnete. Zur Stärkung waren wir dann alle zusammen in einem kleinen Lokal Abendessen und sind dann ins Hotel zurück. Da wir nur übers Wochenende da waren sind wir am nächsten tag schon wieder heimwärts ☹ Chicago war eine unglaubliche Erfahrung und ich hoffe ich kann die Stadt nocheinmal besuchen...

Anfang Dezember hatte es dann auch das erst Mal Schnee hier, aber darüber erzähle ich euch mehr in meinem nächsten Blog, da Schnee hier in Wisconsin nochmal etwas ganz anderes ist als in Deutschland…

Viele Grüße aus dem verschneiten Fort Atkinson, Euer Sebastian.