4.12.2016

Bericht #2 - Herbstzeit in Maine

In diesem Bericht will ich erzählen, was in letzter Zeit so passiert ist, was ich im Herbst erlebt habe und was sich geändert hat. Also lasst mich mit der Schule anfangen. Hier hat sich nicht so viel geändert. Nur die Cross Country Saison ist jetzt (leider) schon wieder vorbei. Cross Country ist übrigens  Querfeldeinlauf. Es werden meistens Distanzen von 3 Meilen (ca. 5km) auf Waldwegen gelaufen. Der Sport und das Team haben mir richtig gut gefallen und irgendwie vermisse ich das Training schon ein bisschen. Aber nun beginnt dafür ja die Wintersaison. Hier werden Basketball, Wrestling, Schwimmen und Indoor Track angeboten. Indoor Track ist Hallenleichtaltethik. Meine Wahl steht noch nicht fest. Aber wahrscheinlich wird’s für mich Indoor-Track.

Der Schultag besteht, by the way, aus vier 80-minütigen Unterrichtsstunden bzw. „classes“. Über die Woche hat man bei uns Blue und White Days, die sich abwechseln. Für jeden Blue Day hat man denselben Stundenplan. Gleiches gilt für Whitedays. Da ich jetzt in der Übergangszeit keinen Schulsport mehr mache, fahre ich jetzt meistens mit dem Schulbus nach Hause. Diese sind zwar von außen schön anzuschauen, allerdings nicht wirklich bequem. Der Schulbus fährt hier jeden Schüler direkt vor die Haustür. Das dauert natürlich eine Weile und so brauche ich eine Stunde für den Heimweg.

Mit der Sprache komme ich übrigens gut zurecht und ich selbst merke, das mir das Sprechen in Englisch schon sehr viel leichter fällt und ich meistens gar nicht mehr darüber nachdenken muss, was ich wie übersetze.

Da inzwischen Herbst ist, hat sich auch die Landschaft etwas verändert. Der Indian Summer ist echt wunderschön hier und die Farben der Bäume sind regelrecht grell. Leider halten diese Farben nur zwei bis drei Wochen. Danach ist der Herbst etwa so wie im Pfälzer Wald.

Jedenfalls haben meine Gastfamilie, deren Namen übrigens Angela, Dustin, Hayley, Braydon und Camden sind, und ich zusammen mit ein paar anderen AFS-Schülern aus unserem Komitee einen Ausflug zum Acadia National Park gemacht. Acadia ist eine Insel im Norden von Maine. Sie hat eine schöne Küste und Berge. Dort sind wir dann mit dem Auto von Platz zu Platz gefahren.

Als wir dann eine kleine 20 Minuten Wanderung machten, hat sich unsere Gruppe an einer Kreuzung versehentlich aufgeteilt und aus den normalerweise 20 Minuten wurden dann zwei Stunden planloses Herumlaufen. Naja, die schöne Landschaft hat das wett gemacht. Am schönsten war es, als wir auf einem Berg standen. Der Herbstwald war wie eine Matte aus vielen Farben wie ihr auf dem Bild sehen könnt. Am Schluss haben wir uns aber wieder gefunden.

Und da es ja jetzt Herbst war, rückte Halloween auch schon heran. Also musste auch Dekoration her. Da darf natürlich auch ein „Pumpkin“ (Kürbis) nicht fehlen. Die Kürbisse haben wir auf einer Farm gekauft. Und bei einer AFS-Pumpkincarving-Party wurden diese dann verziert. Die Kürbisse haben wir dann vor unser Haus gestellt.

Dieses ist, wie so ziemlich alle amerikanischen Häuser, ein Holzhaus das ca. 200 Meter von der Hauptstraße im Wald steht. Mal eben zum nächsten Geschäft laufen, wie in Deutschland, geht hier nicht. Der nächste Store ist in der Dorfmitte, welche um die 4 Kilometer entfernt ist. Wie schon im letzten Blog gesagt, die Häuser sind hier sehr verteilt und haben meistens große Grundstücke.

Am 8. November waren dann die Wahlen. Hier in Amerika (und bekanntlich auch in Deutschland) war die Aufregung über das Ergebnis ziemlich groß. In jeder Unterrichtsstunde wurde darüber gesprochen und diskutiert. Ich bin jetzt ein bisschen froh das der ganze Wirbel jetzt vorbei ist.

Und zwischendrin war auch der erste Schul-Ball an meiner Schule. Der „Sadies-Dance“ wurde von der 12. Klasse (die Abschluss-Stufe hier) organisiert. Dieses Jahr war das Thema „London“. Also war die ganze Turnhalle im Londoner Style verziert. Vor dem Ball bin ich mit meiner Begleitung zu einer Predanceparty gegangen, wo wir zu Abend gegessen und Fotos gemacht haben. Anschließend waren 3 Stunden Tanzen angesagt. Tanzen ist hier etwas übertrieben, da die meisten nur herumstehen und sich in Gruppen unterhalten. Der nächste Schulball ist übrigens „Prom“, der Abschlussball.

Und dann kamen auch schon die Thanksgiving-Ferien. Naja, eigentlich keine richtigen Ferien, sondern nur ein verlängertes Wochenende. In jener Woche hatte ich nur Montag und Dienstag Schule. Der Grund war, wie der Name schon sagt, Thanksgiving. Das ist ein Feiertag, an dem sich meistens die ganze Familie trifft. Außerdem gibt es ein großes Festessen. Thanksgiving haben wir zu Hause gefeiert. Dafür ist die ganze restliche Familie zu uns gekommen. Zum Abendessen gab es natürlich Turkey (Truthahn) und unzählige andere Sachen. Jedenfalls war ich danach mehr als satt.

Das war es auch schon mit für diesen Blog und bis zum nächsten Mal, Aaron