16.9.2016

Bericht #1 - Welcome to the USA, welcome to Chicago!

Ankunft

Nach einem 9-stündigen Flug von Frankfurt nach Chicago ging es für mich erstmal in ein Hotel, wo ich Austauschschüler aus aller Welt traf, die genauso wie ich ihr Auslandsjahr in und um Chicago verbringen. Nachdem wir von unserem AFS-Komitee begrüßt wurden ging es für uns erstmal Pizzaessen. Ich lernte so viele neue Leute kennen und wir alle waren so aufgeregt unsere Familien zu treffen, die nämlich schon auf uns, im Hotelgarten, warteten. Ich war so froh und glücklich endlich meine Gasteltern Jeff und Ellen, nach unserem ersten Treffen im Juni in Köln, wieder zu sehen. Nun fing ich also wirklich an meinen Traum zu leben und das Abenteuer konnte losgehen!

High School

Gleich nach meiner Ankunft ging es für mich morgens in die Schule. Ich war so aufgeregt und konnte es kaum abwarten endlich eine High-School zu besuchen. Meine ersten Tage an der Mundelein High-School war so verwirrend für mich, da alles so viel grösser ist, als ich es von meiner deutschen Schule gewohnt bin. An meinem ersten Tag habe ich mich gleichmal verlaufen und wusste nicht, wo jetzt eigentlich meine nächster Kurs ist, aber da in der Schule überall Security und Polizei ist, konnte man mir schnell helfen und nach vier Wochen Übung finde ich mich schon ganz gut zurecht. Die MHS ist so vielfältig mit ihrem Angebot im Unterricht und nach dem Unterricht. Ich bin für den Herbst erstmal dem Tennis-Team beigetreten, was die beste Entscheidung war. Wir sind schon richtig als Team zusammengewachsen und jedes Training und jedes Match machen so viel Spaß.

Mein Lieblingsplatz...

Die meisten Wochenenden im Sommer verbringen wir an unserem Lakehouse in Wisconsin. Ich liebe es dort und jedes Wochenende fühlt sich an wie Urlaub. Unsere Nachbarn dort sind eine Familie, deren Tochter auch auf die MHS geht und genauso alt ist wie ich. Jedes Wochenende macht so viel Spaß und ist mit so vielen Erlebnissen verbunden. An meinem ersten Wochenende fuhren wir alle zusammen mit dem Speed-Boot raus und haben uns den Sonnenuntergang angeschaut, danach haben wir „Smores“ am Lagerfeuer gemacht und gegrillt. Action darf dort natürlich auch nicht fehlen. Ich war zusammen mit meiner Gastschwester Sarah tuben, mit meiner Gastmama Ellen Kajak fahren, mit Gastpapa Jeff segeln und mit den Nachbarn wakeboarden.

Letztes Wochenende ging es für mich zum ersten Mal auf eine County Fair, ähnlich wie eine große Kerwe in Deutschland, nur noch viel viel größer und verrückter. An jeder Ecke gab es die verschiedensten Imbissstände -- und gefühlt alles war frittiert: von frittierten Oreos über frittierter Schinken mit Schokolade bis zu frittierter Butter(!). Es gab Hallen mit Schweinen, Kühen, Enten, Ziegen, einfach alles und Wettbewerbe zwischen den Farmern nach dem Motto: Wer hat das dickste Schwein. Alles ziemlich anders als ich es gewohnt bin, aber sehr amüsant.

Chicago Cubs

Fuer mich ging es vor zwei Wochen das erste Mal zu einem Baseballspiel der Chicago Cubs im Wrigley Field Stadium. Es war so gut wie ausverkauft und die Stimmung im Stadion war auf dem Höhepunkt, nachdem es nach den ersten 10 Minuten schon einen Homerun fuer die Cubs gab. Seit diesem Spiel liebe ich Baseball und natürlich die Cubs die hoffentlich die World Series (quasi Weltmeisterschaft) dieses Jahr gewinnen.

Chicago Downtown

Letzte Woche war ich das erste Mal Downtown in Chicago. Meine Gasteltern und ich verbrachten den ganzen Tag dort. Wir waren am Navy Pier auf dem Riesenrad und hatten eine tolle Aussicht auf Chicago. Diese Stadt ist eine der schönsten, die ich jemals gesehen habe. So viele Grünflächen und Parks, alles war gepflegt und hinter den Wolkenkratzern ist Strand und danach der Michigansee, der unglaublich groß ist. Ich besuchte “the Bean” und wir fuhren zu all den großen Museen. Die Stadt an einem Tag komplett zu besichtigen ist unmöglich, deswegen freue ich mich schon sehr auf die nächsten Ausflüge nach Downtown Chicago.

Homecoming-Woche

Diese Woche war in der Schule Homecoming-Week. Eine Tradition zu Ehren der Ehemaligen, die es praktisch an den meisten High Schools und Colleges der USA gibt. Jeder Tag war einem anderen Motto gewidmet und die ganze Schule wurde von unseren Seniors (12. Klasse) geschmückt. Am Freitag war dann großes Versammeln (Assembly) in der Sporthalle, wo Homecoming King und Queen gekrönt wurden. Nachmittags bin ich zusammen mit Freunden zur Homecoming-Parade gegangen. Ein Highlight der Homecoming-Week war das Footballspiel am Freitagabend. Es war gefühlt die ganze Schule da und man hatte kaum Platz zum Stehen. Es war so spannend zu sehen, wie ein Footballspiel abläuft mit all den Sachen drum herum, sei es die Cheerleader, die Marchingband oder die Halbzeit-Show. Auch wenn wir verloren haben, war der Abend mit so viel Spaß verbunden und es war eine super Stimmung. Da hat man so richtig den Schoolspirit gespürt.

Am Samstag folgte dann das große Finale: mit dem ersten großen Ball des Schuljahrs. Ich habe mich am Samstagnachmittag mit Freunden getroffen um Bilder zu machen, bevor es dann zum Dinner ging. Danach wurden wir zur Schule gefahren, wo dann der richtige Ball stattfand. Der Abend hat so viel Spaß gemacht und ich freue mich schon richtig auf den nächsten Ball, der kommen wird.

Ich fühle mich soweit richtig wohl in Amerika und habe mich gut eingelebt. Dabei hat mir besonders meine Gastfamilie geholfen, der ich unheimlich dankbar bin! Ich könnte jetzt noch so viel von all den anderen Erlebnissen schreiben, aber das würde viel zu lang werden. Weiteres kommt im nächsten Blog.

Viele Grüße aus Chicago in die Rhein-Neckar-Region -- und besonders ans GÄU!

Eure Lena