15.9.2016

Bericht #1 - Hello from Kansas!

Heute ist genau ein Monat nach meiner Ankunft vergangen und ich will euch über meine ersten Erfahrungen in Kansas und in meiner Stadt Satanta erzählen. Also gut, wo soll ich nur anfangen…?

Mein Abflug am 10.08.2016 um 10:00 war chaotisch auf ganzer Linie. Vom Treffen der ganzen Gruppe am Anfang bis kurz vorm Boarding. Zwischendrin war unsere AFS-Betreuerin kurz verschwunden und einige begannen bereits extreme Panik zu schieben, aber wie sich dann später rausgestellte, war sie nur kurz im „Restroom”. Im Flieger kamen dann langsam alle zur Ruhe, auch wenn einige Mädchen ein paar Tränen vergossen. Zehn Stunden später landeten  wir in Houston, Texas und wurden wieder in verschiedene Gruppen eingeteilt: AFSer, die in Texas verblieben sowie die, wie ich, weiterfliegen mussten und für die verschiedenen Ziel-Staaten unterteilt wurden.

Nun da sich unsere kleine Gruppe aus Dänemark, Thailand, China, Mexiko und Deutschland gefunden hatte, sind wir mit unserem Gepäck weitergezogen zur Gepäckaufgabe. Nachdem das erledigt war, warteten wir auf unseren Weiterflug nach Wichita, Kansas. Als wir so da saßen und warteten, schaute ich noch mal auf den Zeitplan der Abflüge und da fiel mir auf: Unser Flieger hatte NEUN STUNDEN Verspätung :(.

Diese neun Stunden haben wir irgendwie durch Gespräche, Geschichten und Starbucks-Kaffee auch überlebt. Als wir in den zweiten Flieger einstiegen, ging so langsam die Aufregung los, da ich ja normalerweise meine Gastfamilie in zwei Stunden kennenlernen würde. Die Ankunft in Wichita war ein Schock für mich. Da meine Gastfamilie sehr weit weg lebt, hatte sie sich kurzfristig entschlossen, mich zunächst von einer AFS-Betreuerin abholen zu lassen, wovon ich aber in dem Moment nichts wusste.

Also saß ich da mit Rucksack, Gepäck und einer kleinen Panik im Hinterkopf bis mich ein AFS-Betreuer fragte, wie denn mein Name lautet, und mich aufklärte, wofür ich sehr dankbar war. Als ich dann mit der AFS-Betreuerin (ja, leider habe ich ihren Namen vergessen…meine Schwäche) zu ihrem Haus fuhr, unterhielten wir uns und sie erklärte mir, dass ich es richtig gemacht hätte, nicht zu schlafen während des Flugs, da man dadurch einen Jetlag vermeiden kann… und ich kann das im Nachhinein nur bestätigen.

Am nächsten Tag sind wir noch schnell zu Walmart gefahren und haben ein zwei Sachen gekauft, da ich kein Duschbad oder Rasierschaum mit mir hatte. Eine Stunde später ungefähr kam meine Gastmutter mich abholen und wir fuhren drei Stunden nach Satanta. Dabei haben wir über alles geredet, von der Schule bis zur Familie.

Als wir einen Zwischenstopp einlegten, holte sie zwei Becher aus dem Kofferraum und drückte mir einen davon in die Hand. Ich dackelte ihr dann verwirrt hinterher. Kurz darauf erklärte sie mir, dass man weniger bezahlen muss, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt, und das Wasser dann komplett kostenfrei sei. Sie war total verwundert, warum ich mich so über das kostenfreie Wasser freute. Für mich war das total verrückt, wenn man die Preise mit unseren Tankstellen vergleicht :D.

Später lernte ich dann meinen Gastvater, unseren Haushund und unseren Gartenhund kennen. Sie sind alle total lieb zu mir und ich bin wirklich dankbar dafür, dass sich mich aufgenommen haben. Zwei Tage später sind dann meine Gastmutter, eine Freundin von ihr und ich auf ein Konzert von einer Christenband in Dodge City und es war für mich persönlich komisch, da ich ja kein großer Kirchgänger bin, denn es wurde viel über die Bibel gesprochen und gesungen aber ansonsten war es relativ ok.

Da meine Gastmutter mich für das Footballtraining eingetragen hatte, konnte ich schon in den Ferien anfangen zu trainieren und somit auch schon ein paar Freunde kennenlernen. Und ich muss ganz ehrlich sagen: ICH LIEBE FOOTBALL. Ich hatte schon diverse blaue Flecken, eine leichte Verstauchung und eine „schultergroße“ Delle im Schienbein, aber es macht unglaublich Spaß und ich kann einfach nicht genug davon bekommen.

Sechs Tage später fing dann auch schon der Schulunterricht an und ich fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge, der gerade eingeschult wurde. Aber die Aufregung war unnötig. Am Anfang trafen sich alle Schüler und wurden in die verschiedenen Stufen unterteilt und ich wurde ein „Senior“! Ich war so glücklich, als ich erfahren haben, dass ich ein Senior bin, denn ich bin ja erst 15.

Als ich dann bei den Seniors saß, guckten mich ein zwei Schüler komisch an, da sie mich noch nie gesehen hatten. Kurz darauf wurden dann alle neuen Schüler vorgestellt und als ich mich aufstellte ist das komplette Footballteam ausgeflippt und hat meinen amerikanischen Namen geschrien: „J.P”. Von da an war die Aufregung verflogen und jeder in der Schule wusste, wer ich bin, da wir ja nur 118 Schüler sind. Oh Mann, ich hatte so ein Problem mit den Namen am Anfang, aber das regelt sich jetzt auch so langsam. Kurz darauf bekam ich dann meinen Stundenplan und das Sportangebot der Schule.

Mein Alltag sieht ungefähr so aus:

  • 4:30 Uhr Aufstehen, leichtes Frühstück und fertig machen für das Training, Hausarbeit usw.
  • 6:00 Cross Country Training
  • 7:00 Duschen und Frühstücken in der Schule
  • 8:00 Schulbeginn
  • 15:20 Unterrichtsende
  • 15:40 Footballtraining
  • 18:00 Ende des Tages

Außerdem hatte ich schon zwei Footballspiele und ein CrossCountry-Rennen. Unser Team hat die beiden Footballspiele gewonnen und meine CrossCountry Zeit wurde nicht gewertet, da ich beim Rennen gefault wurde und somit wurde meine und seine Zeit für ungültig erklärt. Das war frustrierend :/

Aber was soll ich sagen, im Moment ist alles besser, als ich es mir vorgestellt hatte und ich werde in einem Monat wieder von mir hören lassen, bis dahin haltet die Ohren steif.

Viele Grüße aus dem „Sunflower State“

J.P.

P.S.: Falls ihr mehr über mein Jahr erfahren wollt, dann checkt doch meinen Youtubechannel “Jaipi”. Neue Videos sollten bald kommen…