6.9.2016

Bericht #1 - Viele Grüße aus Fort Atkinson, Wisconsin!

Ich bin inzwischen schon fast ein Monat hier und habe mich schon relativ gut eingelebt. Heute ist Labor Day hier in den USA (5. September) und ich habe schulfrei. Aber ich beginne lieber von ganz vorne…

Es ging am 10. August am Frankfurter Flughafen los, dort habe ich mich von meiner Familie verabschiedet und bin mit allen 104 deutschen AFSern ins Flugzeug gestiegen. Wir sind von Frankfurt in 9 Stunden direkt nach Chicago geflogen und dort um 1 Uhr gelandet. Die Ankunftshalle am Chicago Airport O’Hare war sehr überfüllt, da mit uns auch noch AFSer aus Österreich ankamen. Noch am Flughafen wurden wir in unsere Komitees aufgeteilt und dann mit Bussen in eine nahe gelegenes Hotel gebracht.

Da mein Komitee eines der letzten war, habe ich nochmal 2 Sunden am Flughafen gewartet. Im Hotel haben wir dann mit vielen AFSern aus allen möglichen Länderen gewartet, bis wir in unser Komitee gebracht wurden. Um 21 Uhr wurden wir dann nach Madison, der Hauptstadt von Wisconsin gebracht und haben uns in dem Hotel erst einmal schlafen gelegt. Am nächsten Tag bekamen wir nochmal eine kurze Einführung in die US-Maßeinheiten wie Meilen, Pound und Fuß und wurden dann von unseren Familien abgeholt.

Meine Gastfamilie war sehr sehr aufgeregt und hat mir auf der halbstündigen Fahrt nach Fort Atkinson, meinem neuen Heimatort, viele Fragen gestellt. Ich habe auch gleich die Eltern von Steve, meinem Gastvater, kennengelernt. Außerdem habe ich sehr schnell erfahren, dass es hier im Sommer sehr warm und im Winter sehr kalt wird. Es wird in manchen Wintern so kalt und es hat so viel Schnee, dass die Schule für mehrere Tage schließt, da die Leute nicht aus dem Haus kommen.

In der ersten paar Tagen haben wir nicht sehr viel gemacht, wir waren einmal in Milwaukee im Zoo und sonst habe ich mich ersteinmal vom Jetlag erholt. Am Sonntag (14.8.) war ich mit meinen Gasteltern in ihrer Kirche, die ist dem CFJM in Deutschland sehr ähnlich und dort habe ich viele nette Leute kennen gelernt.

Außerdem war ich mittags bei meiner ersten Marching Band Probe. Dort habe ich nochmal neue Leute kennengelernt, die mir auch viel geholfen haben. In der Marching Band proben wir eine Halbzeitshow und musikalische Begleitung für die Footballspiele der High-School-Mannschaft und das macht sehr viel Spaß.

In den Wochen danach habe ich mich dann langsam eingelebt und war auf einem 25-jährigen Hochzeitsjubiläum in Michigan. Bevor wir in nach Michigan fuhren, waren wir in Green Bay auf einem Spiel der Green Bay Packers im Lambeau Field Stadion (81.000 Plätze). Die Packers sind des beliebteste Football-Team in Wisconsin und wenn man hier lebt, MUSS man ein Fan sein. Das Spiel war sehr cool und ich habe die Grundregeln von American Football nun verstanden. Die Packers haben am Ende 20 zu 12 gegen die Oakland Raiders gewonnen 

Am 22. August, eineienhalb Wochen vor Schulstart, habe ich dann mit Cross Country angefangen. Das ist Joggen in einer Mannschaft und es macht sehr viel Spaß. Der Schulsport hier in den USA wird sehr viel ernster genommen als in Deutschland und deshhalb trainieren wir jeden Tag mit Ausnahme von sonntags, da habe ich aber dann Marching Band Probe, also bin ich durchgehend beschäftigt.

Die Leute, die ich im Cross Country kennengelernt habe, sind alle sehr nett. Zwischendrin war ich noch mit zwei AFSern, die auch hier im Ort wohnen und auch auf meine Schule gehen und einen Freund von ihnen im Noah’s Ark Waterpark. Das ist ein gigantischer Outdoor-Wasserpark in Wisconsin Dells, etwa 1,5 Autostunden entfernt von meinem Gastort. Er gilt als der größte Freizeitpark dieser Art in den USA. Wir hatten dort super viel Spaß.

Die anderen beiden AFSer sind in meinem Alter und aus Kamerun und Ägypten. Ich habe morgens, als wir die beiden vom Fußballtraining abgeholt haben, auch den Fußballtrainer getroffen. Dieser war sehr geschockt, als ich ihm gesagt habe, dass ich, obwohl ich Deutscher bin, kein Fußball spiele :) 

Am 2.September war dann mein erster Schultag und ich war sehr aufgeregt. Ich bin auf der Schule als „Senior“ eingestuft, das ist die höchste Stufe und entspricht der 12. Klasse. Dafür bin ich sehr dankbar, weil ich dadurch die komplette Abschlussfeier mitbekomme, dies ist hier und den USA etwas Besonderes. Ich konnte für meinen Stundenplan, bis auf ein paar Vorgaben wählen was ich wollte, da ich als Senior alle Fächer zur Auswahl habe.

In den USA gibt es normale Fächer wie Chemie, Physik, Fremdsprachen und Mathe aber auch vergleichsweise sehr exotische Fächer, zum Beispiel „Baking“, ja da wird tatsächlich gebacken.

Ein anderes Fach ist „Small Engines“, in dem man alles über kleine Motoren lernt. In „IT lab“ lernt man Programmieren, und es gibt noch viele viele andere Sachen. Ich habe „Electronics“ und „Construction“ gewählt. Da ich in der Band bin, habe ich automatisch auch „Band“ auf meinem Stundenplan. Dieser Stundenplan gilt für ein Semester und man hat alle Fächer jeden Tag.

Nach dem ersten Schultag hatte ich, wie an allen folgenden Tagen, Cross Country Training und danach um 18 Uhr meinen ersten Auftritt mit der Marching Band. Am nächsten Tag hatte ich dann mein erstes Rennen mit meinem Cross Country Team, wir sind ein „5k Rennen“ gerannt, das sind 3,1 Meilen oder eben 5 Kilometer.

Ich freue mich schon auf die nächste Zeit und sende viele Grüße aus Wisconsin.

Sebastian