24.8.2016

Bericht #1 - Welcome to California!

Ich bin Amelie und ich werde 11 Monate im warmen Kalifornien in der Kleinstadt Ripon verbringen. Meine Gastfamilie besteht aus dem Ehepaar Vince und Mary und deren 12-jaehriger Adoptivtochter Jessica.

Ankommen in Kalifornien

Drei Wochen nach meiner Ankunft hier gibt es bereits viel zu erzählen, also fange ich gleich an. Mein Abenteuer begann am 28. Juli um 10:15 Uhr, nachdem ich mich von meiner Familie verabschieden musste um in das größte Passagierflugzeug der Welt, Airbus A380-800, einzusteigen. Nach 11 Stunden Flug von Frankfurt nach Los Angeles, den ich größtenteils mit Schlafen und Filme schauen verbracht habe, ging es für mich zusammen mit 2 anderen Austauschschülerinnen und einer ehrenamtlichen AFS-Mitarbeiterin zum nächsten Gate. Nun warteten nur noch 53 Minuten Flug von L.A. nach Fresno auf mich, bevor ich meine Gastfamilie in die Arme schließen konnte. Wir waren alle aufgeregt, aber froh, als wir den Flughafen in Fresno verließen. Auf der 2-stuendigen Heimfahrt konnte ich meinen ersten Sonnenuntergang in Kalifornien genießen.

Zwei Tage später ging es für mich auf ein Auto-Rennen nach Dixon. Dort auf dem Speedway feierten wir meinen 16. Geburtstag mit einer Torte nach. Ich durfte außerdem mit der grünen Flagge ein Rennen starten und später das "Trophy Girl" sein, das den Gewinnern die Trophäen überreicht. Da mein Gastvater Vince ein paar Rennfahrer mit seiner Firma „V&H Fresh“ sponsort und das sein Hobby ist, unterstützt die Familie ihn dabei. Diese bis zu 100 mph (=160 km/h) schnellen "Micro Sprint cars" sind hier in Amerika so beliebt wie Formel 1 in Deutschland und es ist jedes Wochenende spannend auf ein neues Rennen zu gehen.

Am 4. August unternahmen Mary, Jessica und ich einen Ausflug nach Monterey, eine idyllische, bekannte Westküstenstadt, wo wir von Strand zu Strand gefahren sind und uns das Meer und die Innenstadt angeschaut haben. Ich habe dort unter anderem einen Otter gesehen, der im Wasser mit einem Stein versucht hat Muscheln zu brechen, um dann den Inhalt zu fressen. Anschließend haben wir im Restaurant "Bubba Gump Shrimp Company" mit Blick aufs Meer frische, typische Meeresfrüchte-Gerichte genossen.

Am nächsten Tag fuhren wir zusammen mit der Tochter meiner Gastmutter und ihrem Baby Lillian in die Bonbonfabrik Jelly Bean Factory. Dort konnten wir von einer zweiten Etage mit Glasfenstern auf die Fabrik und die Arbeiter schauen. Uns wurde grob der Prozess der Herstellung und die Geschichte der Firma gezeigt. Unter anderem konnten wir beobachten wie ein Mitarbeiter Unmengen an Zucker aus einem Kanister in die Mischmaschine voll mit Jelly Bellys gekippt hat. Shopping darf natürlich nicht fehlen! Mary hat mich nur schwer aus der großen Mall in Modesto herausschleifen können, denn immer wenn wir einen Laden verlassen wollten, habe ich etwas Neues gefunden was ich anprobieren musste.

Schulbeginn an meiner High School

Doch nach all dem Spaß wurde es langsam ernst, denn die Ferien neigten sich dem Ende zu. Also hieß es am 11. August wieder Schulzeit für mich und meine Gastschwester Jessica, die noch in die 7. Klasse auf die Middle School geht. Ich bin bereits „Junior“ dieses Jahr (d.h. 11. Klasse) auf der "Ripon High School - Home of the Indians". Von 7:50-15 Uhr ist Unterricht für die 1000 Schüler/innen angesagt . Danach kann man, wenn man möchte, „Clubs“ (wie in Deutschland eine AG) und verschiedene Sportarten belegen. Ich werde wahrscheinlich den "Photography Club" (sprich „Foto-AG“) besuchen und eine Sportart wie Leichtathletik, Fußball oder Tennis wählen, aber das steht noch nicht fest. Meinen Stundenplan konnte ich teils mitbestimmen: Biologie, Business Applications (hier lernt man das Benutzen wichtiger Computerprogramme), Sport, Englisch, Mathe, Concert Choir (wie ein Chor) und Amerikanische Geschichte.

Am ersten Tag haben die Lehrer sich uns vorgestellt und die Schulregeln erklärt, was sehr zäh war. Neue Freunde am ersten Tag zu finden war nicht so leicht wie ich es mir vorgestellt habe, weil jeder mit sich selbst zu tun hatte, um rechtzeitig in den Klassenräumen zu sein. Mittlerweile habe ich in jeder „Period“ (Schulstunde) einen Freundeskreis aufgebaut und verstehe mich mit allen sehr gut. Die Reaktion auf meine Herkunft war bisher immer dieselbe: Jeder war erstaunt und hatte viele Fragen an mich, wie zum Beispiel, ob Deutsch eine „richtige Sprache“ sei, wie viele Leute in Deutschland denn Englisch sprechen, wie die Regeln im Umgang mit Alkohol und Autofahren sind und vieles mehr.

Im Rahmen des Familienhobbys sind wir inzwischen noch bei zwei weiteren Rennen gefahren und haben große Siege gefeiert. Es fällt mir zunehmend leichter, mich in Konversationen auszudrücken und mich mit der Sprache und dem Dialekt zurecht zu finden. Letzten Freitag konnte ich sogar auf meinen "Back to School Dance - Neon Dance" gehen und eine typisch amerikanische Tanzparty erleben.

Ich fühle mich sehr wohl und freue mich auf die nächsten Monate in California.

Viele Grüße

Amelie

PS: Auf der Facebookseite "Amelie's Year in America", die meine Gastmom führt, kann man meine Reise noch näher verfolgen.