18.8.2016

Bericht #1 - Willkommen auf den Philippinen!

So, jetzt bin ich schon fast einen Monat auf den Philippinen und es wird Zeit für meinen ersten Bericht. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe so viel Neues gesehen und erlebt.

Ich beginne einfach mal mit meiner Ankunft am Flughafen in Manila. Wir, also ich und sieben weitere AFS-Austauschschüler aus Deutschland, kamen am Flughafen an und trafen dort gleich auf ein paar AFS-Austauschschüler aus anderen Ländern, die ebenfalls ein Jahr auf den Philippinen verbringen. Dann haben wir gewartet: Die Vans, die uns in das Hotel bringen sollten, kamen erst mit einer 2 1/2 stündigen Verspätung an. Aber das ist - so wie ich das heute nach einem Monat beurteilen kann - für Filipinos völlig normal. Sie scheinen immer zu spät zu kommen. Wenn meine Gastfamilie und ich einen Termin haben und uns mit anderen treffen, sind wir meistens eine Stunde zu spät. Aber eben nicht wir, sondern die anderen auch, so dass es dann wieder passt.

Nur in die Schule sollte man nicht zu spät kommen. Jeden Morgen um 7.20 Uhr beginnt die sogenannte "Flaggenzeremonie". Die Schülerinnen und Schüler, die da zu spät ankommen, müssen draußen warten, bis die gesamte "Zeremonie" vorbei ist. Trotzdem kommen an meiner Schule (mit ca. 7000 Schülerinnen und Schüler) immer noch viele zu spät. Was die Flaggenzeremonie ist? Also, zunächst singen alle Schüler gemeinsam die Nationalhymne. Dann singen wir die Schulhymne und schließlich ein Kirchenlied über St. Dominikus. Ich bin nämlich auf einer Katholischen Privatschule, die von dominikanischen Schwestern geführt wird.

Außerdem wird gebetet. Montags findet die Zeremonie mit allen Schülern in der Turnhalle statt. Dann gibt es meistens auch noch eine Tanzeinlage, die von einer Klasse oder den Sportlehrern vorgetragen wird. Dazu tanzen dann alle mit. Das ist aber nur montags so. An den anderen Tagen reihen wir uns im Gang auf und singen dort die drei Lieder und beten. Danach reihen wir uns vor unserem Klassensaal auf  und "blessen" unseren Lehrer. „To bless“ bedeutet eigentlich segnen, preisen, in diesem Fall kann man es eher mit „ehren" übersetzen. Erst dann dürfen wir in den Klassensaal - zuerst die Mädchen und dann erst die Jungs!

Das "Blessen" (in Filipino "Mano po") ist übrigens eine Geste, die man hier häufig sieht. Sie ist ein Zeichen des Respekts älteren Menschen gegenüber. Man nimmt die Hand des Älteren und drückt sie an die eigene Stirn. Das Kind "blesst" seine Eltern, seine Lehrer, Freunde der Eltern und natürlich alle anderen älteren Familienmitglieder auch.

Ältere, beispielweise auch die Schülerinnen und Schüler einer höheren Klasse, auch Angestellte in einem Geschäft, werden grundsätzlich Ate ("ältere Schwester") bzw. Kuya ("älterer Bruder") genannt. Das zeigt auch, wie freundlich und herzlich hier die Menschen miteinander umgehen. Filipinos sind wirklich sehr gastfreundlich, offen, nett und sie sind immer am Lächeln. Meine Gastschwester hat mir gesagt, selbst wenn ein philippinischer Reporter in den Nachrichten vor Ort von einem schlimmem Taifun berichtet, sieht man ihn dabei lächeln.

Meine Gastfamilie wohnt in der 1,5 Millionen-Metropole Davao City, wo Rodrigo Duterte - seit 30.6.2016 Präsident der Philippinen - mehr als 20 Jahre lang Bürgermeister war. Auf dem einen Bild machen mein Gastvater und ich die typische Duterte-Pose. Die Einwohner von Davao sind sehr stolz auf Rodrigo Duterte.

Jetzt im August gibt es hier viele Veranstaltungen, vor allem das Kadayawan Festival, wofür Davao berühmt ist. Davon erzähle ich dann im nächsten Bericht...

Viele Grüße in die Metropolregion Rhein-Neckar

Eure Ella