21.2.2018

Bericht #4 – Zweifacher Besuch aus „Alemania“

Hallo Metropolregion Rhein-Neckar,

der Monat Februar war ein sehr ereignisreicher Monat, den ich gerne mit euch teilen würde.

Schon mehrere Wochen davor wurde es schon überall in der Schule bekannt gemacht: Los Alemanes (dt. die Deutschen) kommen. Für eine Woche kam am ersten Februar eine Gruppe von deutschen Schülern der 9. Klasse an meine Schule. Dabei muss man sagen, dass man sich schon irgendwie komisch dabei fühlt, wenn die ganze Zeit über die „Deutschen“ geredet wird und man dabei doch selbst deutsch ist. Und das Thema war auch nicht wirklich zu vermeiden, denn selbst wenn man nicht in der gleichen Klassenstufe ist, so wie ich, wusste gefühlt die ganze Schule darüber Bescheid.

Einen Tag vor Ankunft wurde ich auch gleich von meiner Klassenleiterin angeheuert ein paar Stunden am ersten Tag mitzulaufen und zu übersetzen. Am Ende war das zwar nicht wirklich nötig, da die Schüler selbst schon einige Jahre Spanisch-Unterricht hatten, jedoch lernte ich einige Ecken meiner Schule kennen, die ich in meinen 5 Monaten hier noch nie zuvor gesehen habe; auch bekam ich Zutritt zu Bereichen, die eigentlich gesperrt sind für die Schüler. Um die Austauschschüler selbst haben sich immer kleine Gruppen von Schülern gebildet, die über diese getuschelt haben. Vor allem jüngere Schüler wollten unbedingt alle ein Mal die „Deutschen“ sehen. Auch eine Deutschlandfahne wurde vor unserer Schule aufgehängt nur für den Besuch aus dem Ausland. Jedoch hat mir meine Englischlehrerin im Nachhinein gebeichtet, dass sie die Fahne zuerst falsch herum aufgehängt hatten.

Für mich war die Situation jedoch selbst etwas seltsam. Ich habe zwar mit einigen Klassenkameraden mehrere Stunden frei bekommen, um ein paar Bilder für die Schulwebsite zu machen, aber mich richtig unterhalten mit den Austauschschülern konnte ich mich nicht, weshalb ich dann eher mit meinen Klassenkameraden geredet habe. Auch mein Hochdeutsch ist inzwischen etwas eingerostet, sodass ich dann einfach von einer der Austauschschüler die Frage gestellt bekommen habe, ob ich Deutsch oder Spanisch gelernt habe. Alles in allem jedoch eine interessante Erfahrung, weil man sich selbst gar nicht mehr so sehr als „Ausländer“ fühlt, weil man sich ja doch schon ziemlich eingelebt hat im Gastland.

Ein weiteres Highlight meines Monats war, dass mein Vater sich kurzfristig angekündigt hatte und vorbeikam, anfangs nur für geplant einen Tag, aber am Ende wurden es dann doch zweieinhalb. Das Aufeinandertreffen deiner Gastfamilie und deiner eigentlichen Familie ist schon etwas komisch, vor allem dann wenn beide nicht die gleiche Sprache sprechen, aber irgendwie hat mein Vater es sogar hinbekommen alleine mit meinem Gastvater rauszugehen und sich zu verständigen. Mit Händen und Füßen geht eben alles und da merkt man auch wieder, dass man nicht die gleiche Sprache sprechen muss, um sich Freunde machen zu können!

Zuallererst ging es dann auch zum bekannten Wasserfall in unserer Stadt, dem Pou Clar. Der Pou Clar ist eine der wenigen Touristenattraktionen, die meine Stadt zu bieten hat, und ist im Sommer sowas wie das Schwimmbad der Stadt. Dafür lohnt sich ein Spaziergang zum Pou Clar aber auch immer, weil das Wasser wirklich absolut glasklar ist und ich kann es gar nicht erwarten, bei wärmerem Wetter darin zu baden! Abends wurde mein Vater dann auch noch zu einer Parade, nämlich dem Moros i Cristians in Bocairent mitgeschleppt. Über das Fest Moros i Cristians habe ich schon in einem meiner vorherigen Berichte erzählt. Alles in allem glaube ich, dass meinem Vater auch das „normale“ Leben außerhalb des Tourismus in Spanien sehr gut gefallen hat.

Für das Erste war's das von mir aus Spanien wieder.

Im nächsten Bericht werde ich dann von meiner 2 ½ stündigen Reise zum für mich ersten Schnee des Jahres erzählen!

Jana