1.2.2018

Bericht #3 – Rückblick auf NYC, Weihnachten und Jahreswechsel

Nun ist auch schon eine Weile vergangen und auch so einiges passiert. Irgendwie hatte ich nie die Zeit und Muße zum Schreiben gefunden, so dass ich jetzt doch etwas weiter ausholen muss: Ein Highlight der letzten Wochen des vergangenen Jahres war für mich Anfang Dezember ein mehrtägiger Trip mit meiner Host-Family nach New York City. Doch zuvor noch ein Rückblick auf Thanksgiving – ein Fest, das in Amerika sehr groß gefeiert wird und für mich ein absolut einmaliges Erlebnis war. Die ganze Familie kommt an diesem Tag zusammen, Großeltern und manchmal auch Tanten und Onkel und deren Familie.

Meine Familie war Thanksgiving bei den Eltern meiner Gastmutter eingeladen. Dort hat uns eine reich gedeckte Tafel erwartet, auf der natürlich - wie könnte es auch anders an Thanksgiving sein - ein Truthahn stand, aber das war bei weitem noch nicht alles.  Verschiedene Varianten von Kartoffeln, Kartoffelbrei und Süßkartoffeln mit passenden Bratensoßen und Cranberries sahen nicht nur optisch lecker aus. Aber auch Gemüsefans kamen voll und ganz auf ihre Kosten. Von gebratenen Pfifferlingen, Karotten, Varianten von Paprikas und dem für die Saison typischen Kürbis, in Form einer Suppe, war alles dabei. Wie schon der Name sagt, ist Thanksgiving dazu da, Dankbarkeit zu zeigen und vor allem dankbar zu sein, für das was man hat: ein Dach überm Kopf, genug Essen, seine Familie und Freunde. So haben wir dann nach unserem reichhaltigen Essen gemeinsam geplaudert und ein paar Brettspiele zusammen gespielt.

Doch am darauf folgenden Tag – Black Friday – ging es dann endlich los nach New York! Früh aufstehen war angesagt, um den Flieger nach NYC zu bekommen. Unseren ersten Tag in der gigantischen Metropole verbrachten wir zu einem großen Teil auf der berühmten Fifth Avenue. Man kann sich in etwa vorstellen was auf einer der berühmtesten Einkaufsmeilen der Welt los ist am Tag im Jahr, der dem Shopping gewidmet ist – einfach nur genial für alle, die gerne shoppen gehen. Anschließend schlenderten wir zusammen noch durch den Central Park.

Den nächsten Tag verbrachten wir in Brooklyn. Dabei liefen wir auch über die Brooklyn Bridge, die die Stadtteile Manhattan und Brooklyn verbindet. In Brooklyn, das u.a. für seine Künstlerviertel bekannt ist, besuchten wir einen Flohmarkt. Der war für mich einfach nur hip oder um es auf den Punkt zu bringen einfach authentisch Brooklyn. Beeindruckend fand ich außerdem neben Ellis Island und der Freiheitsstatue, auch einen Blick auf Ground Zero zu werfen. An Tag vier erkundeten wir den Time Square und am Abend sahen wir auf dem weltbekannten Broadway das Musical „Cats“. Am letzten Tag im Big Apple besichtigten wir den Hauptbahnhof Grand Central und schlenderten durch das für seine so geschmackvolle Weihnachtsdekoration bekannte Kaufhaus Macy’s.

Die Adventszeit war dann nicht ganz so aufregend und es kehrte wieder der Alltag ein. An den Wochenenden jedoch ging es auf die Piste. Hiermit meine ich aber nicht „Partytime“, sondern tatsächlich Skifahren. Zwar hat Wisconsin keine richtig hohen Berge, sondern es ist eher mit dem Pfälzerwald oder Odenwald vergleichbar. Ich war froh, dass ich mit meiner eigenen Familie immer mal wieder in Winterurlaub fahre und daher recht gut Ski fahre, so dass hier niemand auf mich beim Abfahren warten muss. Das Skifahren in Wisconsin ist jedoch schon noch etwas anders: Der Schnee ist nicht pulvrig, sondern recht hart und eisig, was vermutlich an der brutalen Kälte liegt. Minus 20 Grad sind hier völlig normal. Für mich, der eher Sonne und Wärme liebt, zunächst einmal unvorstellbar. Jedoch habe ich mich nach gut sechs Wochen Dauerfrost auch daran gut gewöhnt. Und eines hat es für sich: Die eisigen Minustemperaturen töten alle Viren ab, ich war hier noch nicht ein Mal erkältet!

Den Beginn der Winterferien beschloss meine Familie zu feiern – und zwar Frauen und Männer getrennt. So besuchten meine Gastmutter und Schwester mit mir den „Nussknacker“. Die Männer schauten sich derweil den brandneuen „Star Wars“-Film an, der hier in Amerika ein riesen Erfolg ist.

Weihnachten wird im Gegensatz zu Deutschland am Morgen des 25. gefeiert. So dass ich, während ich mit meiner Familie in Deutschland skypte, noch gar nicht richtig in Weihnachtsstimmung war. Nach einem reichhaltigen Frühstück begannen wir mit der Bescherung. Hier haben auch alle an mich mit sehr persönlichen Geschenken gedacht.

Den restlichen Tag verbrachten wir im Haus unserer Großeltern mit einem stimmungsvollen gemeinsamen Festmahl. Im Vergleich zu Weihnachten wird Silvester nicht ganz so groß gefeiert, und auch nicht so, wie man es in Deutschland kennt. Das für uns Deutsche so typische Anstoßen mit Sekt um Mitternacht ist hier in USA nicht so üblich – traditionell ist dafür das „Mitfiebern“ (via Fernsehen) mit dem Countdown am Time Square in New York.

An dieser Stelle, auch wenn 2018 jetzt schon einen Monat alt ist, Euch allen in der Metropolregion Rhein-Neckar von mir noch alles, alles Gute für das Jahr 2018!

Hanna