7.3.2018

Bericht #6 – Sweet Sixteen und Wetterkapriolen

Hey Metropolregion Rhein-Neckar,

wir erleben hier in New Jersey klimatisch gerade einen außergewöhnlichen Winter. Nach einem bitterkalten Januar mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius hatten wir zwischenzeitlich einen viel zu warmen Februar mit Temperaturen bis zu 24 Grad Celsius. Ende Februar fielen die Temperaturen erneut und ein schwerer Wintersturm, ein sog. „Bombenzyklon“, traf die Ostküste der USA. Besonders betroffen vom starken Regen und Schneefall waren die Bundesstaaten New Jersey und Massachusetts. Der Sturm brachte an vielen Orten Überschwemmungen, Flug- und Stromausfälle mit sich – bei uns glücklicherweise „nur“ heftige Regenfälle.

Ein besonderes Highlight war mein Geburtstag. Anfang Februar bin ich 16 Jahre alt geworden. Der 16. Geburtstag, der „Sweet Sixteen“ ist in Amerika ein ganz besonderer und wird in vielen Familien ausgiebig gefeiert. Eigentlich hatte ich geplant, meinen Geburtstag mit meiner Gastfamilie zu verbringen und abends mit ein paar Freunden zu feiern. Leider war ich jedoch in dieser Woche krank und musste deshalb meine Feier auf das darauffolgende Wochenende verschieben. Meine Gastmutter hat für mich gebacken und mit mir Abendessen vorbereitet. Es gab - typisch amerikanisch - Burger und natürlich durften auch die Softdrinks nicht fehlen. Ich hatte eine tolle Feier mit meinen Freunden, die sicher unvergessen bleiben wird.

Am 14. Februar war Valentinstag. Wie ich es von meiner Schule in Deutschland gewohnt bin, gab es auch hier an meiner Highschool eine „Rosenaktion“. Dabei kann man über die Organisatoren einer geliebten Person eine Rose schenken und noch etwas auf eine separate Karte dazu schreiben. Das ist eine Aktion, die sich auch hier großer Beliebtheit erfreut. Quasi wie „Fleurop für Schüler“.

Die Amerikaner sind sehr stolz auf ihr Land. Das merkt man an einigen Traditionen im Alltag. An meiner Highschool hängt zum Beispiel in jedem Klassenzimmer die amerikanische Flagge, das Star-Spangled-Banner, und wir Schüler sagen jeden Morgen bevor der Unterricht beginnt, den „Pledge of Allegiance“ auf. Das ist ein Treue-Gelöbnis gegenüber der Nation und der Flagge der Vereinigten Staaten.

Wie ich schon einmal erwähnt hatte, sind Bagels in den USA und auch speziell in New Jersey sehr beliebt und berühmt. Vor kurzem bin ich mit Freunden zum ersten Mal zu einem nahegelegenen echten „Bagel place“ gegangen. Dort gibt es Bagels in unzähligen Farben und Sorten. Das fand ich richtig cool, weil es so etwas typisch Amerikanisches ist, was ich bisher aus Deutschland nicht kannte.

Da mein Gastvater ursprünglich aus Palästina kommt, essen wir manchmal typisch arabisches Essen. Ein sehr beliebter „Lunch“ meiner Familie ist zum Beispiel Pide-Brot mit selbst gemachtem Hummus und Oliven. Ansonsten kocht meine Mutter jeden Abend neu und wir essen normalerweise Chicken oder Steak und Reis und Cornbread (Maisbrot). Ab und zu gibt es auch thailändisches Essen. Das Essen ist echt total anders als ich es erwartet hatte und ich bin sehr froh, dass meine Gastfamilie so lecker kocht und gut für mich sorgt.

Ich freue mich jetzt auf den Frühling und hoffe, dass das Wetter nicht noch weitere Kapriolen schlägt.

Ganz liebe Grüße in die Heimat

Marie-Jo