3.4.2018

Bericht #6 – Frühlingstradition „Fallas“

Hallo Metropolregion Rhein-Neckar,

Die ganze Comunidad Valenciana ist gerade in Feierstimmung wegen „Fallas“. Fallas ist ein riesiges Frühlingsfest, das in Valencia gefeiert wird und hier wahrscheinlich das größte Fest überhaupt, weil es offiziell vom 15. bis 19. März gefeiert wird. Jedoch fängt z.B. die Mascletà (dazu später mehr) schon Anfang März an. Das heißt also, dass hier alle fast einen ganzen Monat in am Feiern sind. Und da Fallas hier so eine große Bedeutung hat, dachte ich mir, dass man dem ganzen auch einen ganzen Bericht widmen kann.

Und dieser beginnt mit meinem Midstay-Camp, das vom 2. bis 4.3. stattfand und irgendwie kann ich gar nicht glauben, dass jetzt schon mehr als die Hälfte meines Auslandsjahres vorüber ist und es in 3 Monaten schon wieder zurück geht in die Pfalz. Mein Midstay-Camp jedoch habe ich in Valencia verbracht mit meinem Komitee und dem von Murcia. Man freut sich immer riesig, wenn alle AFS-Teilnehmer zusammen sind und man sich austauschen kann.

Das Schöne am Midstay-Camp ist, dass nicht mehr so viel auf dem Programm steht und man sich eher auf eine Sightseeing-Tour durch die Stadt begibt. So sind auch wir alle abends angekommen und da hatte natürlich keiner gedacht, dass wir um 23 Uhr noch auf eine Tour mitgenommen werden. Aber es war eben nicht nur eine ganz normale Tour, die man als Tourist macht, um die Stadt besser kennenzulernen, nein, unser Tourguide hat uns an verschiedene Orte in Valencia begleitet, an denen Verbrechen oder Übernatürliches stattgefunden haben und uns dann darüber etwas erzählt. Die Stimmung war auch dementsprechend schaurig, denn wenn man mitten in der Nacht durch enge Gassen läuft und Geschichten über Verbrechen, die auch noch wahr sind, erzählt bekommt, dann läuft es einem schon kalt den Rücken runter.

Am nächsten Tag ging es dann auf ins „Museu de les ciències“ (dt. Wissenschaftsmuseum) und dort haben wir uns dann die Ausstellung der Ninots angesehen. Ninots (Puppen) sind Figuren aus meistens Pappmasche, die extra für das Fest „Fallas“ angefertigt werden. Dabei werden erfahrene Künstler beauftragt, diese zu gestalten und die stecken in die Figuren auch sehr viel Arbeit in ihre Werke. Viele der Ninots verkörpern Kritik oder Spott, meistens an der Politik. Zum Beispiel kann man da dann auch Trump als Puppenspieler entdecken oder Adam und Eva auf einem zerstörten Apfel. Am Ende der Ausstellung stimmt man dann noch für seinen Lieblingsninot ab, wobei das gar nicht so einfach ist, da es hunderte Figuren gibt.

Und nun natürlich noch zum, zumindest für mich, Highlight der Fallas: die Mascletà. Jeden Tag werden um 14 Uhr für ca. 10 min Feuerwerke verschossen. Dabei geht es bei dem ganzen weniger um die bunten Lichter, als um den Ton, den die Feuerwerke machen. Denn das Ganze ist um einiges lauter als gewöhnliche Feuerwerke und es geht absolut unter die Haut. Man fühlt jeden einzelnen Knall, den die Feuerwerke machen im ganzen Körper, was es zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Außerdem muss man sich vorstellen, wie viel da überhaupt verschossen wird, denn das ganze findet ja einen Monat jeden Tag um 14 Uhr statt und teilweise gibt es auch noch nachts ein Feuerwerk zum Ansehen. Am Ende jedes Feuerwerks laufen dann die Pyrotechniker durch die Menschenmassen und lassen sich bejubeln, denn diese sind hier sowas wie Berühmtheiten.

Außerdem gibt es auch noch die „Falleras“, das sind Frauen in traditioneller Kleidung. Und da Spanien Paraden und Umzüge über alles liebt, darf sowas natürlich bei so einem großen Fest auch nicht fehlen. Deshalb laufen dann die „Falleras“ die Straßen runter und werden dabei von Musik begleitet. Die Kleider sehen dabei aber einfach nur umwerfend aus und insgeheim hätte man natürlich auch gerne so ein Kleid.

Fürs erste wars das wieder von mir aus Spanien, aber nächste Woche geht es für mich auf zu meinem ersten kleinen „Roadtrip“ dem Camino de Santiago und da werde ich bestimmt auch eine Menge zu erzählen haben…

Jana