26.5.2018

Bericht #2 – Irland: nicht nur grün und immer regnerisch

Hallo Metropolregion Rhein-Neckar,

ich bin jetzt schon acht Monate hier und es ist unglaublich wie die Zeit einfach nur vorbeiging. Ich habe schon länger nichts mehr von mir hören lassen, also habe ich mich dazu entschieden, dass ich über ein paar größere Ereignisse berichten möchte.

Das erste Ereignis, über das ich berichten möchte, ist etwas das mich auch ein bisschen mit Deutschland verbindet. In meiner irischen Schule wird alle zwei Jahre ein Musical organisiert. Ich hatte Glück, dass ich in dem richtigen Jahr gekommen bin und dadurch in „Joseph And His Amazing Technicolour Dreamcoat“ mitwirken konnte. Da ich in Deutschland schon vier Jahre Theater gespielt habe, weswegen es mich auch verbindet, war es dieses Mal einfach ein Theater mit Singen. Es war eine gute Chance, um andere Schüler kennenzulernen und meiner Liebe zum Theater nachzukommen. Es war anders als ich es kannte und die vielen Proben waren mir fast ein bisschen zu viel, aber es war eine unglaublich gute Erfahrung.

Das nächste schöne Ereignis, was ich euch erzählen möchte, ist das Beste, das ich erlebt habe, wenn ich ehrlich bin das zweitbeste, weil mein Geburtstag dieses Erlebnis abgelöst hat: Es war Weihnachten. Viele sagen, das Weihnachten die schlimmste Zeit des Jahres ist, weil man normalerweise mit der ganzen Familie zusammen ist und man in dieser Zeit seine Familie mehr vermisst, als man es eh schon tut, aber bei mir war es das Gegenteil. Es waren die besten Zwei Wochen meines Jahres. Da in Irland Weihnachten erst am 25. und 26. Dezember gefeiert wird, hatte ich mich entschieden, mein eigenes deutsches Weihnachten am Heiligabend zu feiern und die Pakete, welche meine Familie geschickt hatte, zu öffnen - anstatt erst am nächsten Tag mit den anderen Geschenken von meiner Gastfamilie und meinen Freunden.

Ich hätte gedacht, dass ich nur weinen werde, wenn ich mich ans auspacken machte, jedoch war ich nur noch um so glücklicher und verlor nur ein paar Tränen, als ich den langen Brief meiner Schwester las. Nachdem ich das viele Geschenkpapier weggebracht und mit meiner Familie geskypt hatte (die auch mit meinen Gasteltern gesprochen haben, da diese sich für deren Geschenk bedanken wollten), saß ich mit Federica, meiner italienischen Gastschwester, meine Gastmutter Frances und Peter, meinem Gastvater, zusammen am Essenstisch und wir spielten Domino bis spät in die Nacht. Es war ein wunderschöner Abend mit vielen Lachern und vielen lustigen Kämpfen zwischen meiner Gastschwester und meinem Gastvater, wer denn auf dem ersten Platz ist, dafür das ich dieses Spiel noch nie gespielt hatte, war ich sehr zufrieden mit meinem dritten Platz.

Am nächsten Morgen dann, nach dem meine Gastfamilie mich wecken musste, weil ich zu lange geschlafen hatte und sie nicht mehr warten wollten um Geschenke auszupacken, machten wir uns an die große Mission jedes Kind und jeder Teenager am meisten bevorzugt während der Weihnachtszeit: Wir packten Geschenke aus. Ich hätte nicht mit so vielen Geschenken gerechnet, aber meine Gastmutter ist einfach einer der nettesten Menschen auf diesem Planeten. Ich habe sie wirklich ins Herz geschlossen. Ich frühstückte und wir genossen den Tag im Schlafanzug und mit Filmen bis das Abendessen um vier Uhr fertig war und wir uns in bessere Kleidung schmissen. Das Abendessen war soo lecker und typisch Irisch: gebackene Kartoffeln, Erbsen, Schweinefleisch, Truthahn, Kaisergemüse und „Gravy“, man könnte es mit brauner Soße übersetzten.

Am nächsten Tag kam der Rest der Familie, also alle Kinder und Enkelkinder meiner Gastmutter und auch ein paar Freunde der Familie kamen. Wir haben den ganzen Tag nur gelacht und genossen. Die nächsten Tage vergingen schnell und da kam schon Silvester. Ich traf mich mit Freunden und feierte das neue Jahr. Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen und es wird für immer das schönste und aufregende Weihnachten bleiben, das ich erlebte.

Über dieses ganze Jahr verteilt, hatte ich so viele Sachen, die ich erlebt habe, wie meine Geburtstagsfeier, das Theaterstück, das wir in meiner Klasse geschrieben haben und einen Wettbewerb gewonnen haben, die Osterferien, wo ich ein bisschen in Irland rumgekommen bin, die Freunde und Familie, die ich hier gefunden habe. Ich bin so dankbar dass ich dieses Auslandsjahr machen kann.

Bis zum nächsten Beitrag :)

Emily